openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Evolutionstheorie entwickelt Software

27.10.201515:36 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Software für ganze Produktlinien aufeinander abzustimmen geht auch automatisch und intelligent – und nicht wie bisher "manuell" und unkoordiniert. Das zeigen Ergebnisse eines Projekts des Wissenschaftsfonds FWF, in dem Algorithmen zur Abstimmung entwickelt wurden, die auf Prinzipien der Evolution beruhen.



Beim Schweizer Taschenmesser geht es einfach – beim Smartphone ist es komplizierter: die Funktionalität der einzelnen Komponenten aufeinander abzustimmen. Jede Komponente – wie Kamera, Akku oder App – hat ihre eigene Software und deren Abstimmung aufeinander ist selbst heute noch eher dem Zufallsprinzip überlassen. Ganz besonders eklatant wird dieses Problem bei Produktfamilien, bei denen die Software eines Produkts (wie zum Beispiel ein Smartphone) auch für viele andere Produkte (Tablet) verwendet wird. Diese Software in der Entwicklungsphase richtig abzustimmen hat sich Roberto Erick Lopez-Herrejon von der Johannes Kepler Universität Linz in einem Projekt des Lise Meitner-Programms des FWF zum Ziel gemacht – mit spannenden Ergebnissen, die nun in mehreren internationalen Publikationen veröffentlicht wurden.

Suchen & Finden
Zu den Hintergründen des Projekts meint Lopez-Herrejon: "Die Anpassung von Software aneinander ist hoch komplex. Die nahezu unendlich vielen Möglichkeiten wie diese interagieren sind unüberblickbar. Die Probleme, die auftauchen können sind also gar nicht alle vorhersehbar – und genau deswegen sucht man nach Lösungen diese zu vermeiden. Dabei wird trotz des enormen Zeitdrucks bei der Entwicklung noch immer auf die Leistung individuellen Fachpersonals gesetzt, anstatt den Prozess zu automatisieren. Wir haben nun nach Wegen gesucht, diesen Optimierungsprozess durch Einsatz intelligenter Algorithmen zu automatisieren."

Einer dieser Wege nennt sich "Search Based Software Engineering" und basiert auf metaheuristischen Methoden, einem näherungsweisen Verfahren, das allgemeingültige Lösungen in unüberschaubaren Problemen schafft. Selbst wenn das Wissen über die Struktur der Software nur teilweise bekannt ist, können dennoch Lösungsszenarien berechnet werden, die zwar nicht unbedingt das absolute Optimum darstellen, in der Praxis die Breite aber ausreichend gut abdecken – und mit überschaubarer Rechnerleistung kalkuliert werden können.

Natürliche Lösung
"Wir haben nun in unserem Projekt Algorithmen entwickelt, die sich an Prozessen der natürlichen Evolution orientieren", erläutert Lopez-Herrejon den besonderen Ansatz des Projekts und fährt fort: "Darin werden Prinzipien der Vererbung und von Mutationen genauso abgebildet wie Selektion. So erhalten wir näherungsweise Lösungsansätze, die sich in der Realität bewähren."

Ein spezielles Problem, dem sich das Team um Lopez-Herrejon widmete, war das Kontrollieren der Richtigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit solcher Software. Dabei werden Softwareteile (auch Komponenten genannt), daraufhin kontrolliert, ob und wie sie mit anderen Komponenten integrierbar sind um eine falsche Verwendung zu vermeiden. Dies ist eine zwingende Voraussetzung für die reibungslose Komponenteninteraktion innerhalb eines Softwareprodukts. Das Team konnte dabei einen allgemeinen Ansatz entwickeln, der diese Kontrolle (auch Consistency Checking genannt) für die gesamte Familie von Softwareprodukten (also allen Komponentenkombinationen auf einmal) erlaubt – und zwar bereits in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung dieser Software. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem etwaige Korrekturen noch ohne viel Aufwand möglich sind.

Liniengetreu
Für Lopez-Herrejon war es ganz klar, den Fokus des Projekts auf ganze Familien von Softwareprodukten zu legen: "Eine Softwarefamilie, auch als Software Product Line bezeichnet, ist eine Art modulares System, wo ein Softwareprodukt auf kombinierbaren Komponenten aufbaut. Und da manche dieser Komponenten öfter in Softwareprodukten verwendet werden, sind diese bereits zuverlässiger und können mit weniger Testen in neuen Softwareprodukten wiederverwendet werden. Das verkürzt die Entwicklungszeit von neuen Produkten enorm und beschleunigt den Markteintritt." Gleichzeitig muss aber gerade bei Software Product Lines die Abstimmung der Komponenten sehr sorgfältig geplant werden, denn oftmals wurden ja diese Bestandteile zunächst für eine andere Umgebung (wie Smartphones) entwickelt – und die "Zusammenarbeit" mit anderen Softwarekomponenten in einer neuen Umgebung (wie Tablets) kann dann voller Überraschungen sein. Oder nicht, wenn die in diesem FWF-Projekt entwickelten Algorithmen zukünftig bei der Entwicklung zum Einsatz kommen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 876810
 498

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Evolutionstheorie entwickelt Software“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von FWF - Der Wissenschaftsfonds

Von der Angst zur Annäherung
Von der Angst zur Annäherung
Eine Salzburger Forschergruppe um die Psychologin Eva Jonas untersucht die neuropsychologischen Mechanismen, die hinter existenziellen Ängsten stecken. Was genau in dem Prozess zwischen Bedrohung und Verteidigung passiert, steht im Fokus einer aktuellen Studie, die vom Wissenschaftsfonds FWF gefördert wird. Es ist ein interessantes Phänomen: Der Klimawandel wird immer deutlicher, die Bedrohung wächst und eigentlich wäre aktives Handeln gefragt. Tatsächlich legen aber die meisten Menschen Vermeidungsverhalten an den Tag, wenn es um große und…
Solidarität in Zeiten der Krise
Solidarität in Zeiten der Krise
Ein Team von Soziologinnen und Soziologen in Österreich und Ungarn untersucht mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF, wie die fortgeschrittene Wirtschaftskrise die Motive hinter Solidarität beeinflusst. Denn diese kann inklusiv im Sinne sozialer Gerechtigkeit und exklusiv für die eigene nationalistisch-ethnische Gruppenzugehörigkeit gewährt werden. Solidarität ist ein Wert, den sich viele auf die Fahnen heften. Stets geht es um Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Gegenseitigkeit in einer Gruppe. Aber wer zu der Gruppe gehört und wer außen …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Darwins Evolutionstheorie nicht unumstrittenBild: Darwins Evolutionstheorie nicht unumstritten
Darwins Evolutionstheorie nicht unumstritten
… Befürworter und Ablehner. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Hamburger Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES. Für den Großteil (69%) der Internetuser ist zwar die Evolutionstheorie die beste Erklärung für die Entstehung des heutigen Menschen, knapp jeder Vierte (24%) hält jedoch eine andere Theorie für richtig. So glauben immerhin …
Kooperation schlägt Wettbewerb
Kooperation schlägt Wettbewerb
Die Evolutionstheorie ist die am häufigsten missverstandene Theorie überhaupt Ist Wettbewerb der "Motor des Fortschritts"? Seit Adam Smith glauben wir zu wissen, dass die Antwort auf diese Frage "ja" lautet. Aus diesen Vorstellungen hat sich in unserer Gesellschaft eine regelrechte Wettbewerbsideologie entwickelt. Wir schicken unsere Kinder auf Schulen, …
Bild: Skeptiker 1/2009 erschienen - Kreationismus, Hufelandgesellschaft, Maya-Kalender 2012 und Shaolin-Kung-FuBild: Skeptiker 1/2009 erschienen - Kreationismus, Hufelandgesellschaft, Maya-Kalender 2012 und Shaolin-Kung-Fu
Skeptiker 1/2009 erschienen - Kreationismus, Hufelandgesellschaft, Maya-Kalender 2012 und Shaolin-Kung-Fu
… erschienen im neuen Layout. Kreationismus in Europa Der Biologieprofessor Dittmar Graf schlägt Alarm: Während Wissenschaftler in aller Welt das Darwin-Jubiläumsjahr feiern, ist die Evolutionstheorie in weiten Teilen der Bevölkerung noch immer nicht angekommen. Mindestens 20 Prozent der Deutschen lehnen die Evolutionstheorie ab und gehen stattdessen …
Bild: Ist Darwins Evolutionstheorie auf Computerschädlinge übertragbar?Bild: Ist Darwins Evolutionstheorie auf Computerschädlinge übertragbar?
Ist Darwins Evolutionstheorie auf Computerschädlinge übertragbar?
… immer komplexere Kreationen ersetzt. Noch nie waren Computerschädlinge intelligenter und gefährlicher als 2012. Anders ausgedrückt: „Survival of the Fittest“ - Darwins Evolutionstheorie scheint sich aktuell auf Malware und die Malware-Industrie anwenden zu lassen. Die vergangenen Jahre waren bestimmt von extremen Wachstumsraten bei neuen Computerschädlingen. …
Jetzt gibts was auf die Ohren – Aktuelle Rezensionen auf literaturmarkt.info
Jetzt gibts was auf die Ohren – Aktuelle Rezensionen auf literaturmarkt.info
… und mitreißenden Vertonungen auf. Aber das herkömliche Buch ist lange nicht aus dem Rennen, von außerirdischen Besuchern, über Rosenpflege, bis hin zur Wahrheit über die Evolutionstheorie ist vieles spannendes dabei. Viel Spaß mit den neuen Büchern! Was denkt eigentlich ein normaler Außerirdischer, wenn er sich die Spezies Mensch ansieht? Genau dieser …
Bild: Lösen von Komplexen Optimierungsproblemen mit Bakteriellen Genetischen AlgorithmenBild: Lösen von Komplexen Optimierungsproblemen mit Bakteriellen Genetischen Algorithmen
Lösen von Komplexen Optimierungsproblemen mit Bakteriellen Genetischen Algorithmen
… um sie mit klassischen analytischen Verfahren lösen zu können. Dadurch kommt es zu einem immer weiter verbreiterten Einsatz von genetischen Algorithmen, welche an der Evolutionstheorie von Darwin angelehnt sind und dabei biologische Vorgänge wie Mutation und Cross-Over von Individuen nachbilden. In seinem Vortrag präsentierte Dr. Janos Botzheim die …
Evolutionstheorie erneut in Zweifel gezogen
Evolutionstheorie erneut in Zweifel gezogen
Stockholm: Der Mathematiker Andreas Treutmann provoziert eine erneute Diskussion und Zweifel an der Evolutionstheorie. Sein “Buch Evolution aus Sicht eines Vulkaniers” analysiert die offizielle Lehre aus logischer Sicht, und outet, vieles, was allgemein als wissenschaftlich bewiesen angesehen wird, als unbewiesene Hypothese. Aufsehen erregen einige …
Bild: Evolution im Reich der TechnikBild: Evolution im Reich der Technik
Evolution im Reich der Technik
… 9126 definiert sind. ### Nur fitte also erfolgreiche Produkte können ihre Qualität an die Nachfolgegeneration vererben und weiter steigern. Erfolgreiche Produkte sind im Sinne der Evolutionstheorie fit für ihre Umwelt - die Menschen. Die Entwicklung jeder weiteren Produktgeneration erfolgt mit dem Ziel ihre Qualität weiter für die Kunden zu steigern …
Bild: Darwin-TagBild: Darwin-Tag
Darwin-Tag
Am 12. Februar 2008 jährt sich der Geburtstag Charles Darwins zum 199. Mal. Der von Darwin gelegte Grundstein der Evolutionstheorie ist zugleich ein Meilenstein der Säkularisierung, der intellektuellen und ethischen Evolution der Menschheit weg von religiösem Wahn hin zu Wissenschaft und Vernunft. Aus diesem Anlaß zelebrieren weltweit zahlreiche Organisationen …
Das Online-Magazin Deutsche-Politik-News.de informiert auch zu Muslimen in Deutschland!
Das Online-Magazin Deutsche-Politik-News.de informiert auch zu Muslimen in Deutschland!
… wird nicht über das Bedürfnis nach einer funktionierenden gesellschaftlichen Ordnung gestellt! Weblink: http://www.deutsche-politik-news.de/modules.php?name=News&file=article&sid=242280 Zur Berücksichtigung der Evolutionstheorie in Schulen und Universitäten und den Artikel der Giordano-Bruno-Stiftung: Zitat: "Berlin/Oberwesel (ots) - Rund 70 …
Sie lesen gerade: Evolutionstheorie entwickelt Software