(openPR) Berlin, 09. Oktober. Die Experten beim ersten Bürgerdialog Gesundheit, der im Umfeld des 14. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung in Berlin stattfand, waren sich einig: Durch Gesundheits- und Medizin-Apps als neue Bausteine in der Gesundheitsversorgung tun sich viele Chancen auf sowohl für den Einzelnen als auch gesamtgesellschaftlich. Um die erhofften Potenziale verantwortlich zu nutzen und Verbrauchern beim Umgang mit Risiken zu helfen, sehen die Experten aus Gesundheitswirtschaft, Gesundheitswissenschaft und Ärzteschaft sowie die Interessenvertreter von Patienten und Verbrauchern die Notwendigkeit, Aktivitäten stärker zu bündeln und eine Qualitätsoffensive Health-Apps zu starten. Auf der Suche nach hilfreichen und vertrauenswürdigen Angeboten sollen Patienten zukünftig bessere Orientierung erhalten. „Das gesicherte Wissen über die Qualität, den Einsatz sowie den Nutzen von Gesundheits-Apps soll durch Versorgungsforschung zukünftig verbessert werden. Dazu wird zeitnah eine neue Arbeitsgruppe des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung ins Leben gerufen“, so Prof. Dr. Neugebauer, Vorsitzender des DNVF.
Das Angebot an Unterstützungshilfen für Patienten in den App-Stores wächst seit Jahren sehr dynamisch. Die meisten App-Anbieter zeigen immer noch wenig Sensibilität für das Bedürfnis der Verbraucher nach Sicherheit ihrer Daten und nach Qualität und Transparenz der gesundheitsbezogenen Informationen in Gesundheits- und Medizin-Apps. Auf der Bewertungs- und Informationsplattform HealthOn (www.healthon.de) können Verbraucher und interessierte Akteure der Gesundheitswirtschaft bereits heute Testberichte deutschsprachiger Gesundheits-Apps einsehen. Eine Checkliste hilft Verbrauchern außerdem, das individuelle Risiko der App-Nutzung einzuschätzen. Die Qualitätsoffensive Health-Apps soll möglichst breit aufgestellt sein. Nach der ersten konstituierenden Sitzung sollen alle relevanten Akteure der Gesundheitswirtschaft die Möglichkeit haben, als Mitglieder an der Verbesserung der Qualität von Gesundheits- und Medizin-Apps mitzuwirken.
Hintergrund: In Deutschland verfügt bereits jeder Zweite über ein Smartphone und hat damit Zugang zu weltweit über 100.000 Gesundheits-Apps. Jeder fünfte Verbraucher gibt an, Gesundheits-Apps bereits zu nutzen. Gesundheits-Apps sind längst nicht mehr nur Spielerei für Fitness-Freaks. Sie werden zunehmend zur Hoffnung für viele Patienten, die im Alltag häufig auf sich selbst gestellt sind und nach Unterstützung und Hilfe suchen, um ihre Krankheit besser bewältigen zu können. Zwischen der hohen Verbrauchernachfrage einerseits und dem vollständigen Fehlen verbindlicher Qualitätsvorgaben andererseits, klafft eine immer größer werdende Gestaltunglücke, die das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung als Impulsgeber einer neuen Qualitätsoffensive Health-Apps schließen will.
Bürgerdialog „Gesundheits-Apps: Chancen, Risiken und offene Fragen..“
Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung, 9.10.2015 in Berlin
Referenten:
• Verbrauchersicht: Kai Helge Vogel, Bundesverband Verbraucherzentrale e. V., Berlin
• Ärztesicht: PD Dr. med. Horst Christian Vollmar, MPH, Universität Düsseldorf
• Krankenkassensicht: Franz Knieps, Vorstand BKK Dachverband e. V., Berlin
• Gesundheitswirtschaft: Dr. Markus Müschenich, MPH, Verband der Internetmedizin, Berlin
• Gesundheitswissenschaft: Dr. Ursula Kramer, HealthOn, Informations- und Bewertungsplattform Health-Apps, Freiburg
Expertenpanel:
• Dr. Ulrike Holtkamp, Patientenvertretung Gemeinsamer Bundesausschuss
• Hannelore Loskill, Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe
• Jun.-Prof. Dr. Nicole Ernstmann, DNVF Arbeitsgruppe Gesundheitskompetenz
Moderation:
• PD Dr. Monika Klinghammer-Schalke, Stellvertretende Vorsitzende DNVF










