(openPR) Düsseldorf (12. Oktober 2015). Der Spezialradhersteller HP Velotechnik baut das Segment pedalgetriebener Dreiräder für den Therapiebereich weiter aus. Nachdem die Hessen 2015 für den Rehabereich ein Seniorenrad in den Markt eingeführt haben, stellen sie auf der Messe Rehacare (14. - 17. Oktober 2015 in Düsseldorf) mit dem Gekko fxs ein Trike vor, das speziell für Kinder und Jugendliche mit Handicap entwickelt wurde.
Das Dreirad lässt sich mit wenigen Handgriffen auf Körpergrößen zwischen 1,20 und 1,80 Meter anpassen. Dadurch und dank seines hohen Sicherheitsfaktors wird dieses stufenlos mitwachsende Fahrrad für ein Kind mit Handicap zum dauerhaften Begleiter bis zum Erwachsenenalter. Laut Herstellerangabe sind die Indikationsbereiche beispielsweise Zerebralparese oder Muskeldystropien. Zudem kann es eingesetzt werden zur Wiederherstellung der Mobilität bei Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen sowie eingeschränkten natürlichen Bewegungsabläufen. Neurophysiologisch gesehen ist eine rhythmische Beanspruchung des Körpers wie beim Pedalieren ein Erfolg versprechender Ansatz, um geschädigte Nervenbahnen zu reaktivieren und, in Folge davon, bei fehlkoordinierten muskulären Abläufen gegenzusteuern.
Als Ergänzung zu dem Konzept präsentieren die Hessen auf der Messe (Halle 4, Stand G43) ihr erweitertes Zubehörsortiment für den Therapiebereich. Ein neuer Begleitergriff, Fünf-Punkt-Gurtsystem und kindgerechte Spezialpedale stehen ebenso wie das Rad für Testfahrten vor der Messehalle zur Verfügung.
Wie alle anderen Räder aus der Krifteler Manufaktur weiß sich auch das neue Rad dank des Baukastensystems in besonderer Weise auf die Bedürfnisse seines Piloten einzustellen. So ist der „OrthoFlex“-Netzsitz mit acht Polsterkammern in hohem Maße individuell justierbar. Sein Sitzwinkel lässt sich in einem viel weiteren Bereich einstellen als von vielen klassischen Liegerädern bekannt (48 bis 64 Grad Neigung).
Die acht Kammern nehmen sowohl die von der Liegeradmanufaktur verwendeten Polyether-Polster auf. Sie können aber auch mit Formteilen bestückt werden, die sich der Kunde vom Orthopädie-Fachmann nach eigenen Wünschen anfertigen lässt. Dazu sagt Paul Hollants, Geschäftsführer von HP Velotechnik: „Mit dem OrthoFlex-Sitz können wir praktisch jeden Rücken und vor allem fast jede Rückengröße punktgenau abstützen.“ Anpassungen seien sowohl in der Breite möglich als auch im Lordose-Segment (untere Lendenwirbel) und bei kleinen Fahrern im Kopf-Bereich.
Daniel Pulvermüller, sein Kompagnon und Leiter der Entwicklungsabteilung, erläutert, weshalb die Spezialisten gerade an den so genannten Kontaktpunkten hohen Wert auf Flexibilität legen: „Wer unbequem sitzt, das kennen Aufrecht-Radler vom Sattel, stellt das Fahrzeug in die Ecke – gewöhnen wird er sich an ein ergonomisch ungenügendes System nie!“
Bei der Konstruktion des multifunktionalen Mehrspurfahrzeugs stand nach Auskunft von Pulvermüller ein Aspekt im Vordergrund: „Wie viele Fahrräder braucht ein Kind, bis es erwachsen ist? Die Antwort fällt bei uns ganz einfach aus: genau eines!“ Das technisch entscheidende Element sei das Design mit dreifacher Verstellmöglichkeit: Nicht nur der Rahmen kann an gleich zwei Stellen ausgezogen werden, auch dem OrthoFlex-Sitz haben die Konstrukteure das Wachstumshormon verpasst.
Dafür nutzen sie eine Eigenart der von ihnen favorisierten Bauweise mit den zwei charakteristischen Fronträdern: Der aus einem Hauptrohr bestehende Rahmen mündet vorne im Tretlager-Ausleger, unter dem Sitz endet er im Hinterbau, der bei dem für die hessische Manufaktur typischen Design am Faltgelenk ansetzt. Bei dem mitwachsenden Kinderrad können nun beide Teile ausgezogen werden; sonst ist das nur mit dem Frontausleger machbar. Um sich dem flexiblen Rahmen und dem Fahrer anzupassen, haben die Krifteler den neuen Sitz konstruiert, bei dem sich erstmals individuell die Sitzfläche stufenlos an die Fahrergröße anpasst.
Die Bedienung der Vario-Elemente ist mit insgesamt sechs Schnellspannern einfach zu bewerkstelligen. Zudem wird die Funktionalität an dem magma-roten Trike farblich hervorgehoben: Man muss nur die blauen Bügel öffnen, schon können die Bauteile ausgezogen oder ineinander geschoben werden.
Genereller Vorteil der sogenannten Tadpole-Bauweise mit den zwei gelenkten Vorderrädern ist: Der Fahrer hat jederzeit die Breite seines Fahrzeugs im Blickfeld. Zudem gewährt das Konzept gerade im sonst oft kritischen Kurven-Bremsverhalten eine höhere Kippstabilität als andere Konstruktionsweisen.
Für das neue Gekko fxs haben die Hessen ihr Baukastensystem im Segment „Zubehöroptionen“ erweitert. Mit dem neuartigen Führungsgriff bewegen sich Dreiradfahrer und Copilot auf selber Höhe. Resultat ist eine gleichberechtigte Kommunikation, der Griff versetzt aber den Begleiter in die Lage, das Fahrzeug voll zu kontrollieren bei allen Lenk-, Brems- und Beschleunigungsvorgängen. Bestandteil des Serienmodells ist zudem ein Fünf-Punkt-Gurtsystem. Das ist ebenfalls variabel anpassbar, kann aber auch vollständig entfernt werden.
Besondere Aufmerksamkeit haben die Entwickler einem der zentralsten Elemente des Fahrrades geschenkt: den Pedalen. So ist es praktisch unmöglich, aus dem Spezialpedal mit Fersenband und Fußhaken ungewollt heraus zu rutschen. Gleichzeitig bleibt es auch für Kinder leicht zu bedienen. Zweite Option im Sortiment ist das Ergo-Sicherheitspedal: Die in Breite und Winkel einstellbare Plattform kann in handelsübliche Klickpedale eingeklinkt werden. Schließlich das Ergo-Pedal mit Unterschenkelfixierung: Das ist konzipiert für Nutzer mit eingeschränkter Funktionsfähigkeit der Beine. Alle drei Systeme gibt es in zwei Varianten, jeweils für Schuhgrößen von 32 bis 41 oder 37 bis 45.
Darüber hinaus bietet das Baukastensystem für das zum Transport in zehn Sekunden faltbare Rad zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Individualisierung, so auch einen 250-Watt-Elektromotor. Der verfügt über einen Rückwärtsgang und ist per App mit einem Smartphone koppelbar.
Für das Kinder-Reharad ist eine Hilfsmittelnummer beantragt, damit soll laut Hersteller eine Abrechnung der Kosten in bestimmten Fällen über die Krankenkassen möglich werden.
Der Preis für das Standardmodell in der Farbe Magma Red beträgt 3.990,– Euro; mit E-Motor ab 6.640,– Euro, lieferbar ab November 2015. Weitere Informationen unter www.hpvelotechnik.com oder Telefon 0 61 92 - 97 99 20.













