(openPR) RESSEMITTEILUNG | München, 01.10.2015
JULIA OSSKO | EUGEN SCHULZ | WE WILL LET YOU KNOW
Ausstellungseröffnung | Mittwoch, 07. Oktober 2015 | 18 – 21 Uhr
Ausstellung | 08. Oktober – 06. November 2015
Die Galerie BIG POND ARTWORKS freut sich die erste große Ausstellung der Berliner Künstler Julia Ossko und Eugen Schulz einem breiten Publikum öffentlich zu machen.
Ihre aktuellen Arbeiten auf Papier basieren auf alten Büchern und Fotografien, die sie während eines Aufenthalts in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, gesammelt haben. Es ist eine Auseinandersetzung mit politisch-geografischen Grenzen genauso wie der Versuch, den katastrophalen Einschnitt von inneren Grenzen der Menschen zu verarbeiten - ein Thema, das gerade heute nicht an seiner Brisanz verliert.
Im Vordergrund der Ausstellung stehen die Arbeiten „Red Book“ und „We Had Dreams“.
"Red Book" basiert auf dem in Vietnam weit verbreiteten Buch "Unter den Fahnen der glorreichen Partei". Es wurde 1976 unter Ho Chi Minh veröffentlicht, ein Jahr nach dem Sieg des kommunistischen Nordens über den Süden Vietnams. Die Ausgabe stammt aus einem der seltenen Antiquariate des Landes.
Das Buch ist in 16 Kapitel unterteilt. Eugen Schulz hat jedes davon dekonstruiert und Collagen aus übereinanderliegenden Seiten geschaffen. Es entstehen entrückte Bildwelten, die den propagandistischen Inhalt des Buches auflösen. Dem Künstler gelingt so eine spannende Auseinandersetzung mit einem Regime, das mithilfe von Propaganda nicht informieren oder argumentieren, sondern überreden und überzeugen wollte.
"We Had Dreams" stützt sich auf Fotografien und Briefen aus den 50er bis 80er Jahren, gefunden auf dem Yersin Markt in Ho-Chi-Minh-Stadt.
Auf alte Fotografien stößt man in Vietnam kaum. Das liegt zum einen am Stellenwert der Familie in der vietnamesischen Gesellschaft: selten verstirbt ein Mensch ohne unmittelbare Angehörige – Fotos bleiben in der Familie und landen nicht auf Floh- oder Antikmärkten. Vor allem aber besteht kein Bedarf an dem nostalgischen Material. Das Land und seine Bewohner sind vorwärtsgewandt, an der Vergangenheit festzuhalten und in Anbetracht ihrer zu verharren, ist nicht im Gedankengut der Vietnamesen verankert.
In poetischen, teils surreal anmutenden Kompositionen aus gefundenen und selbst aufgenommenen Bildern und Zitaten entwickelt Julia Ossko, in einem in limitierter Auflage (25) produzierten Magazin, eine subjektive Dramaturgie aus Tradition, Romantik und Sehnsucht. Das Zine wird zusammen mit Elementen aus dem Magazin und einer Arbeit auf Papier installiert, die sich mit der in Vergessenheit geratenen vietnamesischen Gesellschaft vor dem Krieg befasst.
In den hinteren Räumen der Galerie sind zudem aktuelle Siebdrucke, Collagen und Zeichnungen
der Künstler zu sehen, die 2014 und 2015 teils gemeinsam, teils unabhängig voneinander entstanden sind.
Julia Ossko (geb. 1978 in München) hält sich in Ihren Arbeiten von allem fern, was schnelllebig und impulsiv ist. Den Bildinformationen in ihren Arbeiten fügt sie den Faktor Zeit hinzu. So entsteht eine tiefere Beziehung zum dargestellten Gegenstand.
Nach ihrem Studium an der Universität für angewandte Kunst in Berlin wurden ihre Werke
in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.
Eugen Schulz‘ (geb. 1984 in Uspenka, Kasachstan) Arbeiten zeugen von einer tiefen Ordnung und verbergen in futuristisch-minimalistischen Kompositionen verschiedene Geschichten. Subtile Nuancen transportieren philosophischen Gehalt hinter simpler Form.
Der Künstler beendete 2011 sein Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaft
und Kunst in Hildesheim. Seine letzte Ausstellung – gemeinsam mit Julia Ossko –
fand in Ho-Chi-Minh-Stadt statt.
Vorbesichtigung für die Presse:
Am Dienstag, 06.09. von 13 - 16 Uhr laden wir Sie ein, die Ausstellung in Ruhe und geführt
durch die Galeristin Diane Amah anzusehen!










