(openPR) Ausstellungseröffnung | Donnerstag, 02. Juli 2015 | 18 – 21 Uhr
Ausstellung | 03. Juli – 29. August 2015 | 11 – 19 Uhr
BIG POND ARTWORKS freut sich sein einjähriges Jubiläum mit der kommenden Einzelausstellung des jungen Münchner Künstlers Tim Freiwald zu feiern. Freiwalds Werke wurden zuletzt in der Galerie der Künstler „Die ersten Jahre der Professionalität“ gezeigt. In seiner ersten großen monografischen Ausstellung wird Freiwald den Besuchern seine neusten Werke präsentieren, in denen der Akademieabsolvent neue Wege in der Farbgebung seiner Kompositionen wählt. Der Künstler wird anwesend sein.
Im Jahr 2014 diplomierte der Meisterschüler von Thomas Scheibitz an der Akademie der Bildenden Künste in München und erhielt den „Examenspreis für herausragende künstlerische Leistungen“.
Freiwald kenne „die Spielarten der Abstraktion in Theorie und Praxis“, konstituiert die Kunsthistorikerin Cornelia Gockel, die seine Arbeiten in der Tradition des 20. Jahrhunderts einordnet. Der Künstler sucht immer neue Wege, um die Materialität, die künstlerischen Techniken auszureizen und ihnen eine starke haptische, fast skulpturale Qualität zu verleihen. Zu keiner Zeit vernachlässigt er die ästhetische Auseinandersetzung durch experimentelle Ausdrucksformen, sondern vereint diese Positionen auf geschickte und subtile Art und Weise. Freiwald komponiert seine eigene Form des klassischen Bildes: In einem in zahlreichen Einzelschritten gegliederten Arbeitsprozess, der einem schier endlos erscheinenden organischen Wachstum gleicht, werden diverse Materialien systematisch übereinander auf- und wieder abgetragen. Der Künstler schafft damit komplexe Bildgefüge, die als Palimpsest den kreativen Prozess der Bildfindung performativ visualisieren. Freiwald geht dabei immer zuerst von der physischen Dekonstruktion seines Werkes aus und versucht intuitiv sein Experiment – durch Re-Stabilisierung und Neu-Konstruktion – zu retten: „Ich will die Bilder so, als wären sie physisch kurz vor dem Zusammenbrechen.“
Durch die vielförmigen Intarsien und plastischen Überlagerungen (Interferenzen) von Farbund
Materialschichten wird die Wahrnehmung der Oberfläche gebrochen. Freiwald versucht
nicht den Schaffensprozess der äußeren Realität vorzuenthalten; vielmehr geht es ihm um die
Offenbarung der inneren Bezüge einer Arbeit. Die strategische und notwendige Dekonstruktion
birgt daher das eigentlich Auratische, das, was uns als Betrachter innehalten lässt und uns
fasziniert.
Freiwald unterscheidet zwischen seinen Bildtafeln und den sogenannten Hybriden. Das Tafelbild ist ein in sich geschlossenes System, wohingegen die Hybride vor allem die leere Wandfläche als erweiterndes Element einbezieht. Teilweise füllt er die Lücken durch Intarsien oder Überlagerungen von Stoffen auf. Doch sind diese Weißflächen für Freiwald essentieller Bestandteil: sie bilden einen sinnvoll erdachten und konstruierten Raum zwischen den einzelnen Teilen eines Buchstabens, durch den erst die Bedeutung zwischen den Gliedern enthüllt wird. Die Lücken werden nicht als die Abwesenheit des Bildgefüges gesehen, sondern sie übernehmen einen stringenten kompositorischen Zweck. Die Wand wird selbst zum Bildelement, öffnet jedoch gleichzeitig den Raum außerhalb des Bildes und erlaubt diesem, sich über die physischen Grenzen optisch auszudehnen.










