(openPR) Anima Eterna Brugge und Jos van Immerseel stehen für eine kritische, unkonventionelle Herangehensweise an jede Musikepoche. Die aktuelle Einspielung nähert sich den tschechischen Meistern Antonín Dvorák, Leoš Janácek und Bedrich Smetana mit Instrumenten aus dem Radius der Komponisten. Mit der Aufnahme von Janáceks Sinfonietta erfüllt sich Jos van Immerseel, der im November seinen 70. Geburtstag feiert, einen langgehegten Traum. Seine Interpretation der Sinfonietta sowie die der Dvorák-Symphonie stützt sich nicht nur auf den Notentext, sondern auch auf die intensive Beschäftigung mit der damals gängigen Aufführungspraxis – daraus entsteht wieder einmal ein ganz eigener Klang.
Dvorák ging es in seiner Symphonie „Aus der neuen Welt“ darum, die Essenz, das Wesen des indianisch-afro-amerikanischen Erbes wider zu spiegeln, ohne zu zitieren. Auch seine eigenen musikalischen Wurzeln verleugnete er nicht. Das Ergebnis ist ein bunter, aber nahtloser Flickenteppich aus slawischen Elementen, einem Hauch von Negrospiritual und einem Anflug von Jazz. Im Gegensatz zu Dvorák, der in Böhmen aufwuchs, stammte Leoš Janácek aus dem östlicher gelegenen, ländlichen Mähren. Das Ergebnis seines Stils zeigt sich u.a. in der eigenwilligen Militär-Sinfonietta: Er komponierte sie für das Sokol-Gymnastikfestival und widmete sie den tschechischen Streitkräften. Sie besteht aus fünf Sätzen, die in Janáceks Heimatstadt Brünn (Brno) in den Tagen nach der tschechischen Unabhängigkeitserklärung spielen. Der militärische Gehalt dieses „Programms“ wurde später vom Komponisten abgemildert, aber die beeindruckenden Fanfaren erinnern weiterhin an seine ursprüngliche Inspirationsquelle.
Mit Anima Eterna Brugge gründete Jos van Immerseel 1987 eines der wichtigsten Originalklang-Ensembles Europas, das seitdem international für Furore sorgt. In der frühzeitigen Auseinandersetzung mit Werken des 19. und 20. Jahrhunderts unterschied es sich bewusst von der gängigen Herangehensweise an die historische Aufführungspraxis. Die CD-Einspielung mit Werken von Debussy wurde 2012 von diversen Medien, u.a. der Frankfurter Allgemeine Zeitung, zur Referenzaufnahme gekürt. Auch die Aufnahme von Orffs „Carmina Burana“ wurde wegen ihrer Frische und Neuartigkeit hoch gelobt. Im Oktober 2015 ist das Orchester mit drei Konzerten zu Gast beim Beethovenfest Bonn. Ein weiterer deutscher Partner ist das Konzerthaus Blaibach im Bayerischen Wald.
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