(openPR) Früher sammelte man Pretiosen und Kunstwerke, um sich daran zu erfreuen. Heute wird oft nur gesammelt, um zu spekulieren. In den „Fliegenden Blättern“, einer humoristischen, satirischen illustrierten Wochenschrift, die zwischen 1845 und 1929 in München erschien, wird behauptet, der echte Sammler sei eine Mischung aus Bettler und Räuber.
In einem Gedicht charakterisiert Prof. Querulix verschiedene Sammlertypen:
Sammlertypen
Urahn Sammler suchte nur nach Nahrung,
um seines kargen Lebens Unterhalt zu finden.
Heute sammeln, das zeigt die Erfahrung,
die Menschen aus ganz andern Gründen.
Der Hamsterer zum Beispiel meint, er müsse
für sich und seiner Kinder Zukunft sorgen.
Drum häuft er vieles an in seiner Hütte
und hofft, daß es im Werte steigt bis morgen.
Des Freundes schöner Dinge bunte Sammlung
all das, was seine Sinne freut, enthält.
Er fragt nicht nach dem Wert und der Entwicklung,
sondern trägt zusammen, was gefällt.
Der Bewahrer dagegen, aufs höchste beglückt,
sammelt, um Schätze der Menschheit zu erhalten.
Beharrlich trägt er zusammen Stück um Stück,
kann schließlich ein schönes Museum verwalten.
Der Forscher sammelt, analysiert und berichtet,
um Wissenschaft in das Sammelgebiet zu bringen.
Er ist der Menschheit nicht weniger verpflichtet
und erwirbt besondere Kenntnis von den Dingen.
Der Eitle trachtet, häufig mit Besessenheit,
nach dem Besitz von Seltenheiten, Unikaten,
um sein Gefühl der Minderwertigkeit
mit seinen Schätzen zu verjagen.
Der verkappte Händler mehrt sein Kapital.
Für Schnäppchen jagt er um die halbe Welt.
Wenig zahlen, viel kassieren – wofür ist ihm egal;
allein sein Vorteil ist es, der ihm zählt.
Der Geizige schlußendlich häuft die Dinge an,
nicht weil zum Sammeln es ihn triebe.
Nur weil er sich nicht trennen kann,
scheint es als ob auch er das Sammeln liebe.
In diesen Charakteren findet Mensch sich wieder
oder fügt vielleicht noch seine Mischung zu.
Urahns Sammeltrieb schlägt sich auf alle Fälle nieder
die zeitgemäße Anwendung kommt nur hinzu.
Was treibt den Sammler, dem wir heute zugekehrt?
Wir wissen’s nicht. Ist auch ganz gleich,
denn wichtig ist allein: er reitet unser Steckenpferd
und macht damit auch unser Sammlerleben reich.
(Sammlerfreund)
Die Typologie ist sicherlich nicht vollständig. Wahrscheinlich können manche Sammler auch ihren Typus wechseln wie ein Chamäleon, wenn die Situation dies erfordert. Zum Bettler werden Sammler mitunter, wenn sie auf der Jagd nach einem Objekt ihres Begehrens fündig geworden sind, der Besitzer dieses Schatzes aber keine Neigung zeigt, es herzugeben. Da hilft dann kein Bitten Betteln und Bieten. Das ist verständlicherweise unbefriedigend, aber das beste und billigste Vorgehen für den Sammler ist in solchen Fällen, sich einfach damit abzufinden.
Der Umgang mit den Räubern unter den Sammlern ist nicht so einfach. Selbstverständlich sollten Sammlungen gut gesichert und ausreichend versichert sein. Dennoch ist es schmerzlich, wenn seltene Stücke nach einem Raub oder Diebstahl nicht wiederbeschafft werden können. Da hilft dann auch die Entschädigung durch eine Versicherung nicht. Gegen manche Räubereien kann man sich auch gar nicht sichern.
Hilflos sind wir beispielsweise angesichts der Verheerungen, die die Bande der goldkursdrückenden Bankster in einer Goldmünzensammlung anrichten kann. Und das nur, um den US-Dollar am Leben zu erhalten und den Vereinigten Staaten weiterhin die Finanzierung ihrer Schulden auf Kosten anderer Staaten zu ermöglichen. Es sieht zwar nicht so aus, als ob die Sammler zusehen müßten wie der Wert ihrer Schätze sukzessiv vernichtet wird. Damit müssen wohl eher die Sparbuchsparer und die Besitzer von Kapitallebensversicherungen rechnen.
Sammler die ihre Sammlertätigkeit stark mit pekuniären Interessen verbinden, sind vielleicht Spekulanten, meistens aber nur Menschen, die ihr Sein durch das definieren, was sie Haben, keine Räuber. Das scheint ein Relikt des ursprünglichen Sammeltriebs des Menschen zu sein, der ihm ursprünglich zur Sicherung seines Lebensunterhalts gedient hat. Deshalb treibt viele Sammler heute noch der Erwerbstrieb an und das Verlangen, Rücklagen für schlechte Zeiten zu bilden. Der Fabeldichter Aesop riet vor zweieinhalb Jahrtausenden auch dazu: „Bereite dich im Glück auf das künftige Unglück, sammle und rüste in guten Tagen auf die schlimmen.“
Der Sammlerfreund gibt auf seiner WebSite zahlreiche Beispiele, woran sich Sammlerherzen erwärmen. Echte Sammler leben in ihrer eigenen glücklichen Welt. Sie betteln nicht, spekulieren nicht, schachern nicht, erfreuen sich an ihren Sammlerstücken ganz unabhängig von deren materiellen Wert. Sogar Sammeln zum Nulltarif ist auf vielen Sammelgebieten möglich. Durch Tauschen kann eine Sammlung oft ohne finanziellen Aufwand erweitert werden. Nur seltene und begehrte Sammlerstücke kosten Geld; im Extremfall sind sie Investitionsgegenstände oder Spekulationsobjekte. Aber muß man denn alles haben, um glücklich zu sein?
Das Einzige, was der Sammler unbedingt für sein Hobby mitbringen muß, ist Zeit, Zeit, um im Internet, in einschlägigen Zeitschriften, auf Sammlerbörsen und auf Flohmärkten zu stöbern, zu recherchieren, sich zu informieren und nach Begehrtem zu suchen. Aber das ist für ihn kein Opfer, sondern macht gerade sein Sammlervergnügen aus.
Der Sammlerfreund (www.sammlerfreund.de) freut sich über Ihren Besuch.
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