(openPR) „Täuschung ist sicherlich typisch für die Menschen.“ Diese Feststellung ist von dem römischen Dichter Terenz überliefert, der vor ca. 2.200 Jahren lebte. Wir Konsumenten wissen aus leidvoller Erfahrung, daß wir ständig mit Übergriffen profitgieriger Warenanbieter auf unseren Geldbeutel rechnen müssen.
Aber warum eröffnen Politiker den Warenanbietern überhaupt die Möglichkeit der Verbrauchertäuschung? Sollten die Politiker die Verbraucher nicht vor Täuschung und Irreführung schützen? Wäre das nicht ihre Aufgabe als gewählte Volksvertreter? Läge das nicht in ihrer Verantwortung?
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Lobby der Profithaie den Abgeordneten die Feder geführt hat, als sie im Frühjahr 2009 die Standardgrößen bei Lebensmittelverpackungen abgeschafft und damit den Warenanbietern erlaubt haben, ein Verwirrspiel mit Verpackungsgrößen anzufangen. Damit die Käufer für exakte Preisvergleiche keinen Taschenrechner brauchen, ist allerdings vorgeschrieben, Grundpreise für je 100 Gramm des jeweiligen Verpackungsinhalts anzugeben. Preisvergleiche wurden also nicht unmöglich gemacht, sondern nur erschwert.
Auch Preiserhöhungen lassen sich jetzt besser kaschieren. Die Verpackung bleibt zum Beispiel gleich groß, auch der Preis wird nicht verändert. Nur der Inhalt der Verpackung wird verringert. Das entdeckt der Käufer aber nur, wenn er sich die Mühe macht, trotz gleich groß gebliebener Verpackung die aufgedruckte Inhaltsmenge zu prüfen und den Grundpreis zu vergleichen.
Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?
Dieser – freundlich ausgedrückt – Schildbürgerstreich des Gesetzgebers ist einer der zahlreichen Beweise dafür, daß Politiker als Hüter und Förderer des Allgemeinwohls notorisch versagen. Maßgeblich für politisches Handeln sind vielmehr die Sonderinteressen politiknaher Lobbyvereine, die innerhalb und außerhalb der Parlamente ihre Agenten haben. Die legitimen Interessen der Bevölkerung – der Wähler eben dieser Politiker! – werden dafür bedenkenlos geopfert. Die Demokratie ist zur Lobbydemokratur verkommen. Am besten geht es in dieser staatlichen Verfallsform denen, die Politiker vor den Karren ihrer Interessen spannen können.
„Staat buchstabiert man heute so: Schulden, Teuerung, Abgaben, Ausbeutung, Täuschung“, seufzt Prof. Querulix und drückt damit wohl treffend Empfindungen aus, die er mit Millionen seiner Mitmenschen teilt.
Der Verbraucherrat des Deutschen Instituts für Normung (DIN) hat bereits 2012 Erzeugnisse in Fertigpackungen systematisch untersucht und kam zu dem Ergebnis, daß sich ein Irreführungspotenzial des Verbrauchers ableiten läßt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Dutzende Mengen- und Preisschwankungen dokumentiert, die den Käufern nicht ohne weiteres auffallen. Das ist deshalb sehr bedenklich, weil der Gesetzgeber sowieso schon geringfügige Abweichungen zwischen den auf der Verpackung angegebenen und den tatsächlich darin enthaltenen Menge toleriert. Wird diese erlaubte Toleranz systematisch ausgenutzt, ergeben sich schnell unverdiente zusätzliche Millionenerlöse.
„Der ideale Konsument der Zukunft ist der Goldesel, der nichts frißt, aber unaufhörlich Dukaten in die Taschen der Warenanbieter und Dienstleister scheißt.“ (Prof. Querulix) Das Dumme ist nur, daß die Profite der Warenanbieter von der Kaufkraft und der Kauflaune der Konsumenten abhängen. Letztere wird durch gesetzlich ermöglichte, ja geradezu herausgeforderte faule Tricks sicherlich nicht gefördert.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Seine Beobachtungen und Kommentare hält er in kurzen Texten fest. Sie sind als eBooks in bisher fünf Bänden im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort wie in allen guten (Internet-)Buchhandlungen für je 9,95 Euro erhältlich.
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