(openPR) Warum die Entscheidung der EZB das Lachen aus Amanis Gesicht treibt
Er kann wieder lachen, der kleine Amani. Lange Zeit standen dem sechsjährigen Kongolesen das Leid, die Trauer und der Schmerz im Gesicht, als er auf sich allein gestellt in einem überfüllten Flüchtlingslager am Rande der Stadt Goma weit im Osten der Demokratischen Republik Kongo ums Überleben kämpfte.
Amani ist Vollwaise. Seine Eltern erlitten das gleiche Schicksal wie bereits 6 Millionen Menschen vorher in den Provinzen Nord- und Südkivu an der Grenze zu Ruanda, sie kamen bei einem der vielen bewaffneten Überfälle von Rebellengruppen in ihrem Heimatdorf ums Leben.
Nachbarn brachten Amani nach dem Massaker zu einer Basis der UN-Blauhelme, die ihn in das Flüchtlingscamp Mugunga bei Goma überführten.
Das Leben von Amani wäre nicht mehr viel wert gewesen, wenn ihn nicht der Heimleiter vom Kinderheim „Jua Kwa Watoto“ (Suaheli: Sonne für Kinder) aufgegriffen und mitgenommen hätte.
Mit alleiniger finanzieller Unterstützung durch den Bonner Verein „Sun for Children e.V.“ hat sich der kongolesische Trägerverein „Jua Kwa Watoto“ zur Aufgabe gemacht, Vollwaisenkindern im Krisengebiet Goma ein Zuhause zu geben, den Schulbesuch und eine anschließende Ausbildung zu ermöglichen, Starthilfe für eine berufliche Selbstständigkeit zu geben und damit die Basis für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen. Dafür werden in Goma zwei Waisenhäuser unterhalten und zudem weitere bedürftige Kinder in ihren Familien unterstützt.
Seit diesem Tag lebt Amani in einer familiären Gemeinschaft mit weiteren Mädchen und Jungen in einem der beiden Heime. Das Heimpersonal kümmert sich intensiv um das leibliche und seelische Wohl der Kinder, um eine gute Schulausbildung und nach dem Schulabschluss um eine seinen Fähigkeiten entsprechende Berufsausbildung.
Auch zum gemeinsamen Spielen, Malen, Singen und Musizieren hat Amani genügend Zeit.
Dinge die ihm viel Freude bereiten und ein Lachen im Gesicht hinterlassen.
Doch bald könnte das Lachen aus Amanis Gesicht verschwinden.
Die Ankündigung von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, ab Beginn des Jahres 2015 Staatsanleihen in unbegrenzter Menge anzukaufen, hatte massive Auswirkungen auf den Wechselkurs des Euro zum US-Dollar. Seitdem verlor der Euro gegenüber dem Dollar 20 % an Wert.
Das hat fatale Konsequenzen für Amani, seine Heimgeschwister und das gesamteProjekt.
Denn Amanis Unterkunft, sein Essen, seine Kleidung und seine Schulausbildung werden mit US-Dollar bezahlt, da dieser aufgrund des fehlenden Vertrauens in den kongolesische Franc als Ersatzwährung genutzt wird.
Es sind aber Euro, die durch die Beiträge der 130 Mitglieder, die Spenden, die Erlöse von Flohmarktverkäufen und den Verkauf von afrikanischem Kunsthandwerk zusammen kommen. Diese müssen zunächst in US-Dollar umgetauscht werden, bevor sie nach Goma überwiesen werden können.
Und nun ist das mühevoll eingesammelte Geld mit einem Schlag 20 % weniger wert oder anders ausgedrückt:
Damit Amani und die anderen Heimkinder weiter wie bisher versorgt werden können, müssen eben mehr Euro auf das Vereinskonto wandern und dieses Mehr von ca. 9.000 € pro Jahr ist für den Verein „Sun for Children e.V.“ eine Hürde, die ohne Hilfe von möglichst vielen neuen Mitgliedern und Spendern nicht zu bewältigen ist.
Und so stellen sich Fragen, die vorerst unbeantwortet bleiben:
Was geschieht mit Amani?
Müssen die Kinderheime geschlossen werden?
Wo kann Amani dann untergebracht werden?
Kann die Schulausbildung für Amani fortgeführt werden?
Gibt es eine Berufsausbildung für Amani, so wie für Moise, seinen älteren Heimbruder, der nach der Ausbildung zum Schreiner am Aufbau in Goma mitwirken will?
Oder gehört er in Zukunft zu den Menschen, die aus purer Not ihre Heimat verlassen und versuchen, über das tödliche Mittelmeer nach Europa zu gelangen?
Wenn Sie helfen wollen: www.sunforchildren.de











