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Europa kämpft gegen Adipositas

19.05.201518:32 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Kampagne: Fettleibigkeit als Krankheit anerkennen – Chirurgie als Behandlungsoption zur Sekundärprävention schwerer Krankheitsfolgen



Neustadt/Brüssel, 15.05.2015 – Fettleibigkeit hat sich zu einer Epidemie entwickelt, die nicht nur die Gesundheit der Betroffenen stark beeinträchtigt, sondern auch die Volkswirtschaft belastet. Übergewicht und seinen gravierenden Folgen muss die dringend notwendige Aufmerksamkeit verschafft werden. Darum veröffentlicht die Europäische Adipositasgesellschaft (European Association for the Study of Obesity, EASO) zum Europäischen Adipositas Tag 2015 die Ergebnisse einer Umfrage , die sie in Zusammenarbeit mit der Strategieberatungsagentur Opinium und mit Unterstützung des internationalen Medizintechnikherstellers Medtronic in sieben Ländern durchgeführt hat. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist zeitgleich der Start einer europaweiten Kampagne gegen Adipositas, an der sich auch die Covidien Deutschland GmbH, ein Unternehmen der Medtronic plc, beteiligt. Im Rahmen der Kampagne möchte das Unternehmen auch einen Beitrag zur Aufklärung hinsichtlich der Behandlungsmethoden leisten. Chirurgische Eingriffe sollten eine Standardoption für die Behandlung von starkem Übergewicht werden, da sich durch die Gewichtsreduktion schwere Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck lindern oder gar heilen sowie die Kosten ihrer Behandlung vermeiden lassen. Die Einschätzung, dass chirurgische Eingriffe unter bestimmten Voraussetzungen eine angemessene Behandlungsmethode darstellen, wird laut EASO-Umfrage von 72 Prozent der Deutschen geteilt.


Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig oder fettleibig. Besonders alarmierend ist, dass auch Jugendliche zunehmend unter Fettleibigkeit leiden. Die Folgen sind verheerend. „Adipositas wird leider gerne in die Lifestyle-Ecke gestellt“, so André Schmidt, bei Covidien zuständig für Bariatric and Metabolic Surgery, Advanced Surgical Technology. Die EASO-Umfrage bestätigt dies: 73 Prozent der Bevölkerung sehen Übergewicht als ein Problem des Lebensstils an. „Das Ziel muss es aber sein, dass die Regierungen erkennen, dass es sich bei Adipositas um eine echte Erkrankung handelt“, so Schmidt weiter.

Operation kann Übergewicht reduzieren und Diabetes behandeln

Vielfach werde das Problem aus einem rein ästhetischen Blickwinkel betrachtet und Betroffene würden stigmatisiert. „Ihnen wird vorgeworfen, schuld zu sein an ihrem Zustand. Ein disziplinierter Lebenswandel, so meinen Viele, reiche aus, um den Zustand zu ändern. So leicht ist es aber nicht“, mahnt Jörg Vollmann, Geschäftsführer von Covidien Deutschland. Vielmehr steckten Betroffene in einem Teufelskreis: Durch das starke Übergewicht sei es ihnen meist kaum möglich, Sport zu treiben, der neben einer Diät Voraussetzung für eine Gewichtsabnahme ist. Außerdem ist das Risiko für Diabetes, Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und des Bewegungsapparates erhöht.

Für viele Patienten sei deshalb eine bariatrische Operation der letzte Ausweg, so Vollmann weiter. Dabei kann eine OP auch wesentlich dazu beitragen, einen Typ-2-Diabetes, unter dem in Deutschland rund 10 Millionen Menschen leiden, zu lindern oder gar zu heilen. Das haben verschiedene wissenschaftliche Studien ergeben. „Nicht nur Lebensqualität und Körpergefühl verbessern sich also, auch andere schwere Krankheitsbilder sind damit zu behandeln“, erklärt Vollmann. An Typ-2-Diabetes und dessen Folgen sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle.

Adipositaschirurgie hilft Sparen

Covidien Deutschland unterstützt die Forderungen der EASO und der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG), eine ganzheitliche nationale Gesundheitsstrategie zu implementieren. „Die Politik hat das Problem der Adipositas-Epidemie zwar erkannt. Der richtige Ansatz fehlt aber noch. Es ist wichtig und richtig, dass zahlreiche Anstrengungen unternommen werden, das Entstehen von Adipositas zu vermeiden. Genauso wichtig ist es unserer Meinung aber auch, in die Sekundärprävention zu investieren. Denn wir dürfen die Menschen nicht vergessen, die bereits im hohen Maße betroffen sind“, mahnt Vollmann. Er plädiere deshalb dafür, Adipositaschirurgie unter bestimmten Voraussetzungen in das neue Präventionsgesetz aufzunehmen.

Eine Operation wird von Arzt und Patient erst erwogen, wenn andere Maßnahmen wie Ernährungs- und Bewegungstherapie keinen Erfolg gebracht haben. Dies müssen sie gegenüber den Krankenkassen nachweisen, die nach Einzelfallprüfung eine Operation bewilligen oder ablehnen. „Wir unterstützen zu 100 Prozent, dass strenge Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Wenn konservative Methoden versagen, dann muss nach unserer Meinung aber schnell und mit wenig bürokratischem Aufwand der OP zugestimmt werden“, betont Jörg Vollmann.

Die Kosten für das Gesundheitssystem sind oftmals ein wichtiger Faktor in der Diskussion um die richtigen Maßnahmen zur Eingrenzung der Adipositas-Epidemie. Letztlich belasten jedoch insbesondere gescheiterte Diätversuche und ihre Konsequenzen wie chronische Folgeerkrankungen und Arbeitsausfall das Gesundheitssystem. Auch das Health Technology Assessment (HTA) der Bundesrepublik Deutschland kommt zu dem Schluss, dass „[…] alle bariatrischen Operationsverfahren kosteneffektiv gegenüber konservativen Methoden oder keiner Behandlung“* sind. Jörg Vollmann: „Es ist in erster Linie eine ethische Frage, wie wir als eine der reichsten Industrienationen mit den Betroffenen umgehen. Aber auch die Gesundheitskosten und die volkswirtschaftlichen Implikationen sind ein Argument für Adipositaschirurgie als Sekundärprävention.“

*Bockelbrink, A., et al.: Medizinische und ökonomische Beurteilung der bariatrischen Chirurgie (Adipositaschirurgie) gegenüber konservativen Strategien bei erwachsenen Patienten mit morbider Adipositas. DIMDI, Köln 2008

"Obesity An Underestimated Threat: Public perceptions of obesity in Europe" ist eine der größten Studien zur Wahrnehmung von Adipositas und krankhaftem Übergewicht weltweit. Die Daten wurden in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien und Italien durch die Strategieberatungsagentur Opinium in Zusammenarbeit mit der European Association for the Study of Obesity (EASO) und mit der Unterstützung von Medtronic erhoben. Weitere Infos: http://easo.org/perception-survey/summary-of-all-countries/survey-de
Auswahl von Länder-spezifischen Ergebnissen der Umfrage:

– Der Anteil von Menschen, die sich als übergewichtig oder adipös bezeichnen, ist höher in Italien (45 Prozent) und Großbritannien (44 Prozent), aber niedriger in Deutschland (36 Prozent) und Frankreich (38 Prozent).
– Die Zufriedenheit mit dem eigenen Gewicht ist in Deutschland am höchsten (55 Prozent) und am niedrigsten in Dänemark (40 Prozent), Großbritannien (41 Prozent) und Italien (41 Prozent). Die Zufriedenheit ist außerdem größer unter Männern (49 Prozent) als unter Frauen (42 Prozent).
– Vor allem Menschen in Großbritannien (94 Prozent) und Dänemark (84 Prozent) sagen, das Adipositas ein Ergebnis des eigenen Lifestyles ist.
– In Frankreich erachten mehr Menschen (43 Prozent) eine genetische Störung als mögliche Ursache für Adipositas. In Großbritannien tun dies nur 25 Prozent.
– Nur in Großbritannien (51 Prozent) wird in Adipositas eine größere Gesundheitsgefahr als in Rauchen gesehen. In Frankreich glauben das nur 39 Prozent.
– In Frankreich erachten mehr Menschen (55 Prozent) Stress als Faktor, der die Ausbildung von Adipositas begünstigen kann, als in Großbritannien (38 Prozent).
– In Frankreich (81 Prozent) und Belgien (79 Prozent) denken mehr Menschen, dass ein chirurgischer Eingriff manchmal die richtige Behandlung von Adipositas darstellt, als in Großbritannien (63Prozent). Dennoch sind chirurgische Eingriffe in Großbritannien als Behandlungsart von Adipositas am häufigsten (87 Prozent).

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