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Übergewicht: Frauenärzte fordern konkrete Maßnahmen von der Politik

30.11.201609:56 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Mit Zuckersteuer und Lebensmittel-Ampel gegen Adipositas

Köln. Übergewicht und Adipositas breiten sich unter der Bevölkerung in Deutschland unaufhaltsam aus. Normalgewichtige Erwachsene sind hierzulande längst in der Unterzahl. Unter zu vielen Pfunden leiden aber nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Die Folgen des Phänomens sind für Jung und Alt schwerwiegend, denn Fettleibigkeit (Adipositas) ist ein Auslöser für Dutzende schwerer Erkrankungen. „Dass Politik und Gesellschaft dem Problem der Fettleibigkeit weiterhin nicht mit der gebotenen Konsequenz begegnen, obwohl vielfaches Leid entsteht und das deutsche Gesundheitssystem alljährlich mit zweistelligen Milliardenkosten belastet wird, ist nur als Ausdruck fehlenden Handlungswillens zu interpretieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn, Frauenarzt Dr. Jürgen Klinghammer. Die 600 Mitglieder starke Ärzteorganisation aus Nordrhein-Westfalen fordert im Kampf gegen Übergewicht erneut konkrete Maßnahmen von der Politik. Wie zuletzt die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte spricht sich die GenoGyn u.a. für die Einführung einer Zuckersteuer auf stark zuckerhaltige Getränke aus.



Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2014 sind zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und gut die Hälfte der Frauen (53 Prozent) in Deutschland übergewichtig. Etwa jeder vierte Erwachsene im Land (23 Prozent Männer, 24 Prozent Frauen) gilt sogar als adipös (stark übergewichtig) - Tendenz steigend. Der Anteil von Menschen mit extremer Adipositas (BMI über 40) hat sich zwischen 1999 und 2013 gut verdoppelt. Deren Zahl lag laut aktuellem DAK-Versorgungsreport Adipositas 2014 bei 1,3 Millionen Betroffenen. Unter den Kindern und Jugendlichen sind geschätzte 20 Prozent übergewichtig, gut ein Drittel davon adipös. Das höchste Risiko für Übergewicht haben diejenigen, deren Eltern übergewichtig sind. Laut RKI sind zudem Jungen und Mädchen aus sozial benachteiligten Familien dreimal so häufig adipös wie der Nachwuchs aus Familien mit hohem Sozialstatus.

„Bei geringer körperlicher Aktivität wird zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig gegessen“, so GenoGyn-Vorstand Dr. Klinghammer zu den Hauptursachen. Auch zu wenig und unregelmäßiger Schlaf sind mit Gewichtszunahme verbunden. Die Folgen der Volkskrankheit sind dramatisch. „Nicht nur für orthopädische Erkrankungen erhöht sich das Risiko, sondern gleichermaßen für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie Bluthochdruck, und des Stoffwechsels, wie Diabetes mellitus, sowie für zahlreiche Krebsarten und auch für psychische Erkrankungen“, sagt der Kölner Frauenarzt. Nachgewiesen hat die Wissenschaft ein größeres Risiko für folgende Krebsarten in Verbindung mit Übergewicht: Diese betreffen Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Brust, Eierstöcke, Gebärmutterkörper, Leber, Nieren, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Hirnhaut und Lymphsystem. Erwachsene, die bereits im Jugendalter einen zu hohen Körperfettanteil hatten, haben ein höheres Risiko, an diesen Krebsarten zu erkranken, als jene, die erst in späteren Jahren Fett ansetzen. Einst typische Erkrankungen von Erwachsenen wie Diabetes Typ 2, Leberverfettung, Arteriosklerose, Hypertonie oder Gelenkschäden müssen inzwischen schon bei Kindern behandelt werden.

Nicht zuletzt fördert Übergewicht bei Männern und Frauen die Unfruchtbarkeit; die Gefahr von Frühgeburten und Fehlbildungen steigt ebenfalls. Durch die sogenannte fetale Programmierung beeinflussen Ernährung und Hormonhaushalt der Mutter überdies schon im Mutterleib lebenslang die Gesundheit ihrer Kinder. „Das gilt gleichermaßen für den Schwangerschaftsdiabetes, der vor allem bei übergewichtigen Schwangeren auftritt und nicht nur unmittelbar gravierende Komplikationen für Mutter und Kind mit sich bringt, sondern die genetische Prädisposition des Kindes für Adipositas und Diabetes begünstigt“, so Dr. Klinghammer. Jede zweite Frau mit Schwangerschaftsdiabetes erkrankt darüber hinaus im Laufe der nächsten zehn Jahre an einem dauerhaften Diabetes mellitus.

In der Primärprävention von Übergewicht und Fettleibigkeit übernimmt die GenoGyn seit Jahren Verantwortung, hat Hunderte von Ärzten in Präventionsmedizin ausgebildet. Frühzeitige Patientenberatung in Fragen der Ernährung und des gesamten Lebensstils sind Teil ihrer frauenärztlichen Vorsorge. „Die gesetzgeberische Weichenstellung ist indes überfällig“, sagt GenoGyn-Vorstand Dr. Klinghammer und mahnt die Einführung einer Zuckersteuer an. Frankreich, Finnland, Belgien, Ungarn, China und Mexiko erheben sie bereits, 2018 will Großbritannien folgen. Das deutsche Agrarministerium lehnt sie ab. „Selbst die Lebensmittelkennzeichnung mit einem einfachen Ampelsystem, die wir seit Jahren fordern, wird auf Druck der Lebensmittelindustrie verhindert“, kritisiert der Frauenarzt. Jüngste Forderungen des WHO-Regionalbüros Europa, digitale Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt, die vor allem auf Kinder zielt, wirksam zu regulieren, unterstützt die GenoGyn. Das gilt auch für die Forderung der DAK nach besseren Konzepten der Adipositastherapie im Rahmen der GKV-Regelversorgung. „Appelle reichen nicht, wir brauchen endlich ein konkretes Maßnahmenpaket, um dem Übergewicht zu begegnen.“

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