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In 80 Jahren um die Welt

19.05.201511:20 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: In 80 Jahren um die Welt
Das Cover des ersten Bandes der Monumenta Serica (c) Institut Monumenta Serica.
Das Cover des ersten Bandes der Monumenta Serica (c) Institut Monumenta Serica.

(openPR) Die renommierte sinologische Fachzeitschrift Monumenta Serica feiert am 3. Juni an ihrem Redaktionssitz in Sankt Augustin bei Bonn ihr 80-jähriges Bestehen. Gegründet in Peking von dem Steyler Missionar und Sinologe Pater Dr. Franz Xaver Biallas, gelangte das herausgebende Institut Monumenta Serica (IMS) über die Stationen Japan und USA schließlich an seinen heutigen Standort. Dort beherbergt es auch eine sinologische Bibliothek mit 92.000 Bänden. Zum Jubiläum lädt das Institut Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit ein.



Biallas war 1935 als Professor an die neu gegründete Katholische Fu Jen Universität gekommen. Mit der Zeitschrift Monumenta Serica („Chinesische Denkwürdigkeiten“) wollte er ein akademisches Forum für chinesische Wissenschaftler und in China tätige westliche Sinologen schaffen. Großen Wert legte er auf die chinesisch-westliche Zusammenarbeit in der Redaktion, die thematische Breite, die alle Aspekte der chinesischen Kultur umfassen sollte, und auf die Publikation von Beiträgen in verschiedenen Sprachen (Englisch, Deutsch und Französisch).

Gründer erlebt nur den 1. Band
Biallas erlebte nur die Publikation des ersten Teilbandes der Zeitschrift, denn im Mai 1936 starb er an Flecktyphus. Seine Steyler Mitbrüder führten die Monumenta Serica fort. Bis 1949 erschienen in Peking 13 Bände. Aufgrund der eigenen Forschungstätigkeit der Herausgeber und Redakteure entwickelte sich die Redaktion der Zeitschrift zu einem sinologischen Institut gleichen Namens.

Am Ende des chinesischen Bürgerkrieges im Herbst 1949 gelang es den Steyler Missionaren, die umfangreiche Redaktionsbibliothek weitgehend unversehrt nach Japan zu überführen. Monumenta Serica wurde bis 1955 in Tokio und danach an der Katholischen Nanzan-Universität in Nagoya herausgegeben. Chefredakteur Pater Dr. Heinrich Busch nahm 1963 die Einladung der University of California in Los Angeles (UCLA) an, das Institut Monumenta Serica als Teil des East Asian Languages and Cultures Department der UCLA in den USA anzusiedeln. Monumenta Serica XXIII erschien 1964 als erster amerikanischer Band.

Wissenschaftliche Kompetenz der Steyler Missionare in Sankt Augustin gebündelt
Den Weg nach Sankt Augustin fanden Institut und Zeitschrift im Jahr 1972. Da dort bereits die – heute staatlich und kirchlich anerkannte – Philosophisch-Theologische Hochschule der Steyler Missionare ansässig war, bündelte der Orden auf dem Klostergelände seine wissenschaftliche Kompetenz. Zusätzlich zum IMS wurden das Institut Anthropos und das Missionswissenschaftliche Institut in Sankt Augustin angesiedelt.

1992 wurde Pater Professor Dr. Roman Malek zum Direktor und Chefredakteur des IMS ernannt. Seitdem widmet sich das Institut neben der Publikation der Zeitschrift und seiner Buchreihen Monumenta Serica Monograph Series und Collectanea Serica auch der Veranstaltung von Ausstellungen, wissenschaftlichen Konferenzen und Vorträgen. Seit 2012 ist Pater Professor Dr. Zbigniew Wesolowski Chefredakteur und Pater Dr. Piotr Adamek Direktor des Instituts.

Durch Kriegs- und Revolutionswirren sowie die Umzüge über drei Kontinente hinweg konnte die Zeitschrift nicht jedes Jahr veröffentlicht werden. Die nächste Ausgabe, Band 63 in zwei Teilbänden, ist für Juni und Dezember 2015 geplant. In ihrer Erscheinungsform passt sich die Monumenta Serica den neuen Möglichkeiten an: Seit Januar wird sie durch den britischen Verlag Maney Publishing gedruckt und erscheint erstmals auch in digitaler Form. Inhaltlich ist sie der Idee ihres Gründers Biallas treu geblieben und umfasst alle Fachgebiete von Archäologie, Geschichte, Sprache, Literatur, Philosophie, Religion und Kunst sowie alle Epochen des kaiserzeitlichen China.

Das 80jährige Bestehen wird in einem Festakt am 3. Juni um 18.00 Uhr im Museum „Haus Völker und Kulturen“ (Arnold-Janssen-Straße 26, 53757 Sankt Augustin) gefeiert. Der renommierte Sinologe und Direktor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, Prof. Helwig Schmidt-Glintzer, würdigt dabei den Beitrag der Zeitschrift zur akademischen Forschung in dem Vortrag „Die Neuvermessung einer alten Kultur. Monumenta Serica und die wissenschaftliche Beschäftigung mit China und seinen Nachbarn“. Interessierte sind herzlich willkommen und werden gebeten, sich unter E-Mail anzumelden.

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