(openPR) MANNHEIM. Sind familiengeführte Unternehmen die erfolgreicheren? Hat das traditionelle Generationen-Modell eine Zukunft? Antworten auf diese Fragen wurden auf einer Veranstaltung an der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) am 05. Mai 2015 in Mannheim gegeben. Eingeladen hatte der Regionalkreis Kurpfalz von DIE FAMILIENUNTERNEHMER sowie DIE JUNGEN UNTERNEHMER.
Der Präsident der HdWM, Prof. Dr. Franz Egle, konnte neben den Vertretern der Familienunternehmen zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßen. Egle: „Es ist mir eine besondere Freude, erstmals Gastgeber der Familienunternehmer und der Jungen Unternehmer zu sein“. Im Weiteren stellte Egle deren volkswirtschaftliche Bedeutung heraus: „Familienunternehmen sind das Rückgrat des deutschen Mittelstandes. Ohne diese Familien wäre die ‘Risikoaversion’ der deutschen Erwerbsbevölkerung noch viel höher und die Existenzgründungsquote noch viel niedriger. Wir brauchen mehr Entrepreneure schon deshalb, weil der staatliche Sektor - bei Einhaltung der ‚Schuldenbremse‘ - deutlich weniger Kredite aufnehmen kann. Arbeitsplätze entstehen in Zukunft vor allem in der Privatwirtschaft und hier insbesondere im Mittelstand, also bei den Familienunternehmen. Das ist kein Rückschritt, sondern ein Fortschritt in Richtung einer investitionsfreudigen und innovativen Gesellschaft. Genau das brauchen wir“.
Prof. Dr. Thomas Hermann: Von der Ideengeschichte bis zu aktuellen empirischen Studien
Den Einführungsvortrag hielt Prof. Dr. Thomas Hermann zum Thema „Hidden Champions in Familienbesitz - Auslaufmodell oder Erfolgsmodell?“. Hermann hat zu diesem Thema zahlreiche Schriften veröffentlicht und gilt als ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet. Er konnte aufzeigen, dass Familienunternehmen für zwei der Hauptschwächen unserer heutigen marktwirtschaftlichen Ordnung, die Kurzfristorientierung sowie die Agency-Probleme in managergeführten Publikumsgesellschaften, Lösungen bieten. Dabei schlug er einen weiten Bogen von der Ideengeschichte zu aktuellen empirischen Studien.
Die HdWM, die sich unternehmensnah sieht, kann, so Hermann, den Mittelstand mit seinen zahlreichen familiengeführten Unternehmen, akademisch begleiten. Gerade die Regelung von Unternehmensnachfolgern ist ein derzeit den Mittelstand stark prägendes Thema. Die HdWM wirkt mit ihrem Studiengang „Management und Unternehmensführung“, dessen Studiengangsleiter Hermann ist, ausdrücklich in diese Richtung. Das Sichern von Fach- und Führungskräften im Blick auf den demografischen Wandel stellt einen weiteren Schwerpunkt der Studieninhalte dar. Hermanns Fazit zum Thema: Ja, Familienunternehmen sind weiter ein Erfolgsmodell, sie sind in Summe gesehen die erfolgreicheren Unternehmen!
Dr. Caroline von Kretschmann, Regionalvorsitzende Kurpfalz DIE FAMILIENUNTERNEHMER, ging in ihrem Statement insbesondere darauf eine, dass die Familienunternehmen, bei denen die Einheit von Risiko und Haftung charakteristisch sei, die Wirtschafts- und Finanzierungsstruktur Deutschlands sehr stark und positiv prägen. Das langfristige Denken der Familienunternehmen sowie das über Generationen angesparte Eigenkapital haben dafür gesorgt, dass Deutschland nach der Krise schneller wieder auf die Beine kam als andere Staaten. Familienunternehmen seien die Hidden Champions, die Weltmarktführer in der Nische. Übrigens: Caroline von Kretschmann leitet das Fünf-Sterne-Hotel „Europäischer Hof“ in Heidelberg mit seinen 150 Mitarbeiter/innen in vierter Generation.
Hermann Simon „erfand“ die Definition Hidden Champions
Simon ist Unternehmensberater und Wirtschaftsprofessor. Er ist Gründer der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners sowie Bestseller-Autor und Management-Denker. Simon: „Marktführerschaft heißt für Mittelständler mehr als nur der Größte zu sein. Sie ,führen‘ Kunden, Wettbewerber und ihre Märkte durch einzigartige Standards und sind so für den globalen Wettbewerb der Zukunft gerüstet“. Simon hat den Begriff der Hidden Champions quasi „erfunden“ und deren Erfolgsfaktoren untersucht. Seine Werke sind internationale Bestseller, viele der von ihm untersuchten Unternehmen schon über längere Zeit erfolgreich.
Simons Spezialgebiete: Strategie, Marketing und Pricing. Und natürlich mittelständische Weltmarktführer. Er ist Gründer der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners sowie Bestseller-Autor und Management-Denker. Simon: „Marktführerschaft heißt für Mittelständler mehr als nur der Größte zu sein. Sie ,führen‘ Kunden, Wettbewerber und ihre Märkte durch einzigartige Standards und sind so für den globalen Wettbewerb der Zukunft gerüstet“.
Simon hat den Begriff der Hidden Champions geprägt und deren Erfolgsfaktoren untersucht. Seine Werke sind internationale Bestseller, viele der von ihm untersuchten Unternehmen schon über längere Zeit erfolgreich. An der Schnittstelle von BWL und Unternehmensgeschichte entsteht ein Forschungszweig, der den Erfolg von Hidden Champions unter einer längerfristigen Perspektive betrachtet.
Drei Kriterien für Hidden Champions
Längerfristige Zielsetzungen zeichnen gerade Familienunternehmen aus, die in den letzten 10 Jahren in den Fokus der betriebswirtschaftlichen Forschung gelangt sind. Der Vortrag zeigt auf, welches Erklärungspotenzial die moderne Theorie der Familienunternehmen für den (längerfristigen) Erfolg von familiengeführten Hidden Champions bietet. Ein Einblick in erste an der HdWM verfasste Bachelorarbeiten aus diesem Themenumfeld rundet den Vortrag ab.
Kein Land der Welt hat so viele mittelständische Weltmarktführer wie Deutschland. Simon weiter: „Von den 2734 Hidden Champions, die ich weltweit aufgespürt habe, kommen 1307, das sind 48 Prozent, aus Deutschland. Seit 28 Jahren beschäftige ich mich mit den Hidden Champions. Meine wichtigsten Einsichten: Deutsche Unternehmen sind für den globalen Wettbewerb der Zukunft gut gerüstet. Die Hidden Champions bilden dabei die Speerspitze beim Aufbruch nach Globalia. Selbst die große Krise haben sie mit Bravour gemeistert“.
Für die Aufnahme in die Hidden Champions-Liste gibt es drei Kriterien: Das Unternehmen muss in seinem Markt zu den Top 3 in der Welt gehören oder Nummer 1 auf seinem Kontinent sein, der Umsatz muss unter 5 Milliarden Euro liegen und das Unternehmen muss in der Öffentlichkeit eine geringe Bekanntheit aufweisen. Die Unternehmen sind zwar kaum bekannt, besitzen aber welt- und europaweit herausragende Marktpositionen, die sie sich durch Spitzenleistungen verdient haben. Das gilt nicht nur für etablierte, sondern auch für junge Marktführer, von denen in jüngerer Zeit erstaunlich viele neu entstanden sind internationale Bestseller, viele der von ihm untersuchten Unternehmen schon über längere Zeit erfolgreich. An der Schnittstelle von BWL und Unternehmensgeschichte entsteht ein Forschungszweig, der den Erfolg von Hidden Champions unter einer längerfristigen Perspektive betrachtet.
Ausblick Thiemo Fojkar: Kinderkrippe, Kita, Schule, Bachelor, Master - alles auf einem Bildungs-Campus
Mehrheitsgesellschafter der HdWM ist der Internationale Bund (IB), dessen Vorstandsvorsitzender, Thiemo Fojkar, sagte in seinem Ausblick: "Bildung ist neben anderen Faktoren eine der wichtigsten Säulen unserer deutschen Wirtschaft. Deshalb ist es dem Internationalen Bund als einem der größten Träger der Bildungs-, Jugend- und sozialen Arbeit in Deutschland sehr wichtig, Mehrheitsgesellschafter der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim zu sein. Der IB ist auf gutem Weg, das Gelände beim Neckarauer Übergang zu einem in der Bundesrepublik einmaligen Bildungscampus von der Krippe bis zum Hochschulabschluss an einem Ort auszubauen. Mäzene werden gezielt angesprochen, um sich an der Finanzierung zu beteiligen und somit ein eindeutiges Signal zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Mannheim zu leisten. Ohne diese gezielte Public Private Partnership wäre dieses Großprojekt nicht zu realisieren. Damit wird deutlich, wie wichtig es interessierten Privatpersonen und Unternehmern ist, jungen Menschen eine sehr gute Ausbildung zu ermöglichen, um damit auch die Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar zu stärken. Denn die Wirtschaft und gerade Familienunternehmen benötigen gut ausgebildetes Personal. Der IB wird sich mit vielen Partnern hier besonders engagieren".










