(openPR) Es wird derzeit viel gepfiffen im dunklen, vom Sturm verheerten Wald des Weltwirtschafts- und Finanzsystems. Die Verantwortlichen und ihre medialen Kommunikationsverstärker wollen wohl den Völkern weismachen, alles werde bald gut sein, und damit auch die eigene Verzweiflung angesichts des längst außer Kontrolle geratenen Geldsystems dämpfen. Doch niemand weiß Rat, wie man aus der Misere herauskommt, die sich die Politik mit der Entfesselung des Bankstertums infolge neoliberaler Geistestrübung eingebrockt hat. Und niemand kann die sozialen Folgen abschätzen, die auf die Völker zukommen, und die politischen Folgen der sozialen Folgen.
Griechenland steht am Abgrund. Ob es als Faß ohne Boden von seinen Währungspartnern zeitlich unbegrenzt weiter alimentiert wird, ist inzwischen äußerst fraglich. Andere Mitglieder der Währungsunion haben jetzt schon erkennbar geringes Interesse, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen und die Sozial- und Finanzsysteme für eine krisensichere Zukunft zu rüsten. Deutschland exportiert wie verrückt und verschenkt damit wertvolle Ressourcen, die in der Heimat dringend gebraucht werden, um die jahrelang aufgeschobenen zukunftssichernden Reformen und Investitionen endlich zu beginnen. Europa wächst nichtzusammen, es driftet eher weiter auseinander. Die Fehler, die die Politiker entgegen zahlreichen Warnungen von Fachleuten bei der Gründung der Währungsunion gemacht haben, rächen sich jetzt bitter. Die ungenierten Rechtsbrüche im Umgang mit den Schieflagen mehrerer Mitglieder machen die Währungsunion überdies unglaubwürdig und zerstören alle Hoffnungen, die damit geweckt wurden.
Es ist schon sehr grotesk, wie Politiker und Notenbanker mit der hoffnungslos verfahrenen Situation der Geldwirtschaft umgehen. Aber noch grotesker und wegen ihrer sozialen und möglichen politischen Folgen brandgefährlich sind die Handlungen, die sie damit bei den Akteuren der Finanz- und Wirtschaftswelt auslösen. Man kann diesbezüglich wahrhaftig von einer Umwertung aller Werte sprechen: das Flüchtige wird dem Beständigen vorgezogen, das Riskante dem Sicheren, das Rare dem Ubiquitären – und die Dummheit verdrängt die Vernunft.
Anleihen sind maßlos überteuert und werden weiterhin wie verrückt gekauft. Bundesanleihen verzeichnen Kurse über 160 Euro, obwohl sie nachhaltig nur 100 Euro wert sind. Für die meisten Aktien gilt das gleiche. Kleinanleger, die sich in diese Blasen locken lassen, sollten das Risiko hoher Verluste einkalkulieren. Die allerwenigsten Unternehmen sind auch nur annähernd das Geld wert, das die Kurse ihrer Aktien derzeit vorspiegeln. Geldvermögen und damit auch der größte Teil der privaten Altersversorgung wird infolge realer Negativzinsen sukzessive vernichtet. Spottbilliges Geld wird auch zur Finanzierung von Investitionen aufgenommen, die unter normalen Verhältnissen als unwirtschaftlich oder zu riskant unterlassen würden. Nur Gold und auch Silber sind zum Discountpreis zu haben. Aber gerade sie sehen angesichts der sich zuspitzenden Weltfinanz- und Wirtschaftskrise einer wahrhaft glänzenden Zukunft entgegen.
„Man schätzt den Staub, ein wenig übergoldet, weit mehr als Gold, ein wenig überstäubt“, dichtete Shakespeare vor über 400 Jahren in seinem Drama Troilus und Cressida, und erinnert damit an die traurige Tatsache, daß die Menschheit notorisch erfolglos an den immer gleichen Problemen laboriert. Beliebig vermehrbare und bedruckbare Papierschnipsel werden auch heute wieder als wertvoll ausgegeben, während das wirklich wertvolle rare Gold nur noch von wenigen gut Informierten und langfristig Denkenden geschätzt, von den meisten aber geringgeschätzt, heruntergeredet und von skrupellosen Bankstern und Gangstern im Eigeninteresse heruntermanipuliert wird. Verkehrte Welt. Aber sie wird sich wieder zurechtrücken. Wie immer schon in der Geschichte. Der Ruck könnte allerdings diesmal besonders unangenehm kräftig ausfallen.
Offenbar sind finanzstarke Spekulanten an einem niedrigen Goldpreis interessiert und haben dabei sogar die Unterstützung der meisten Notenbanken. Die nämlich möchten, vermutlich im Auftrag der Politik, möglichst viel von ihrem frisch „gedruckten“ Geld in die Anleihemärkte treiben, um so die die Kurse hoch und die Zinsen niedrig zu halten, damit die ausufernden Staatsschulden finanzierbar bleiben. Daß auf diese Weise Kapitalanleger auf ein Minenfeld gelockt und die Sparer enteignet werden, interessiert Bankster und Politiker ebenso wenig wie der so geförderte Zusammenbruch der privaten Altersversorgung. Auch die dadurch zu erwartenden erheblichen sozialen Probleme und in deren Folge auch politische Verwerfungen werden billigend in Kauf genommen.
Bankster und andere Spekulanten sowie die vielen Zocker als Trendverstärker dürfen sich dagegen als Trittbrettfahrer der Geldwertvernichtung freuen, daß soviel Geld in die Aktien- und Anleihemärkte fließt. Aber vor allem den Insidern und den möglichen Nutznießern von Insiderwissen winken üppige Profite, die das hohe Risiko wert sind, das die Spekulanten eingehen. Diejenigen, die am Katzentisch sitzen, werden bluten.
Niemand sollte sich wundern, wenn die gleichen Bankster und Spekulanten, die durch Verkäufe von Gold, das sie von Zentralbanken geliehen haben, bisher den Goldpreis gedrückt und dabei kräftig verdient haben, auch von dem mittel- bis langfristig unvermeidlich stark steigenden Goldpreis profitieren würden. Denn Gold ist in den letzten Jahrzehnten sogar trotz Kursdrückerei im Vergleich zu den hochgejubelten Aktien die bessere Geldanlage gewesen. Gelingt es den Kursausbruch nach oben (mit Leerverkäufen bzw. Verkäufen geliehenen Notenbankgoldes?) noch eine Zeit lang zu verhindern oder gar den Kurs noch weiter zu drücken, winken Bankstern noch zusätzliche hohe Milliardengewinne. Die Dummen werden die Sparer, Besitzer von Kapitallebensversicherungen und die „kleinen“ Aktien- und Anleihenspekulanten sein.
Niedrige Goldkurse sind derzeit auch für China vorteilhaft. Denn China ist der größte Goldnachfrager am Markt. Es scheint sich in den vergangenen Jahren einen riesigen Goldschatz zugelegt zu haben. Auch hat China zahlreiche Goldminen und Beteiligungen an Goldminen gekauft, die von einem höheren Goldpreis in Zukunft profitieren würden. Das deutet auf eine langfristig angelegte Strategie, deren weitere Umsetzung der us-amerikanischen „Elite“ mehr als nur Bauchschmerzen verursachen könnte. Vermutlich plant das Reich der Mitte, den US-Dollar mit einem goldunterlegten Renminbi als Weltleit- und Reservewährung abzulösen. China und einige große US-Bankster hätten insofern derzeit gleiche Interessen. Langfristig orientierte Anleger in Gold und Goldminenaktien dürfte das aber nur am Rande interessieren. Die Zeit – sprich: die unaufhaltsam fortschreitende Finanz- und Schuldenkrise – arbeitet sowieso für sie.
Aber nicht nur Geld und Gold beschäftigen die Gemüter, wenn auch die Finanzwirtschaft der Auslöser für die drohende Weltwirtschaftskrise sein wird. Die Welt ist auch politisch in gefährlich große Unordnung geraten. Zwischen 50 und 70 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Armut und Kriegen oder suchen einfach ein besseres Leben. Klar, daß die Probleme der Menschen in anderen Weltgegenden nicht in Europa oder gar allein in Deutschland gelöst werden können. Aber gelöst werden müssen sie, und zwar so schnell wie möglich. Dabei wird sich der zivilisierte Teil der Menschheit mit ganzen Horden von Schwerverbrechern auseinandersetzen müssen, die aus Flucht und Vertreibung zurzeit Milliardenprofite ziehen.
Der innere Friede im eigenen Land ist umso wichtiger, je unfriedlicher die Welt ist. Dabei ist die fortschreitende soziale Desintegration in Europa ein Sprengsatz mit Zeitzünder. Man sollte nicht einfach abwarten, weil „noch nichts Schlimmes“ passiert ist. Über die inzwischen tiefe Kluft zwischen Arm und Reich – auch in Deutschland sind rund 12 Millionen Menschen sogar nach offiziell definierten Maßstäben arm – sehen die Politiker immer noch ganz unbekümmert hinweg. Sie werden es – angetrieben durch eine Wirtschaftslobby, die unverhohlen Ausbeutung als unverzichtbar für Exporterfolge und steigende Profite bezeichnet – vermutlich so lange tun, bis es für einen friedlichen Ausgleich zu spät ist. Aber das wäre sehr dumm, vor allem, weil unser Land angesichts der äußeren kriegerischen und wirtschaftlichen Turbulenzen innere Ruhe und Stabilität dringend nötig hätte. Aber „die Welt wäre nicht diese Welt, wenn sie von klugen Köpfen geschaffen worden wäre“, gibt Prof. Querulix zu bedenken.
Dennoch soll hier eine Studie erwähnt werden, die zeigt, wie mehr Gemeinsinn und mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland möglich wären und dazu noch eine kräftigere und nachhaltigere Binnennachfrage, die volkswirtschaftlich unsinnige Exportrekorde überflüssig machen würde. Sie trägt den Titel: „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft.“ Die mit Zahlen unterlegte Studie (ISBN 978-3-943788-18-1) ist als eBook (PDF) für 9,95 Euro beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) und in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
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