(openPR) „So ein paar gelehrte Zitate zieren den ganzen Menschen“, hat Heinrich Heine sich ironisch über das Zitieren geäußert. Tatsächlich sollen Zitate ja auch nicht den Redner oder Schreiber zieren, indem sie ihn als gut informiert und Belesen ausweisen. Vielmehr sollen sie dessen Botschaft argumentativ untermauern, von anderen entlehnte Gedanken kenntlich machen und die Überzeugungskraft seiner Botschaft stärken.
Aphorismen eignen sich vorzüglich als Zitate. Prof. Querulix hat sie die „Brösel des Wahrheitskuchens“ genannt, weil sie nie die ganze Wahrheit sagen. Meistens thematisieren sie sogar nur einen winzigen Teil der Wahrheit, um den Hörern und Lesern blitzartig die ganze Wahrheit bewußt zu machen. Guten Aphorismen gelingt das. So machen Aphorismen aufmerksam, lenken die Gedanken der Hörer oder Leser auf interessante, charakteristische oder problematische Aspekte der Menschenwirklichkeit.
„Aphorismen sind Kernsätze. Gute Aphorismen sind Kernsätze, bei denen auch die Lüge zu ihrem Recht kommt“, meinte Ernst Gottschalk, Politiker und Mitglied der Frankfurter Ntionalversammlung. Tatsächlich müssen Aphorismen nicht zwangsläufig „die Wahrheit“ vermitteln und schon gar nicht die ganze. Schließlich sind sie Produkte des subjektiven Geistes und deshalb notwendig subjektive Perspektiven der Menschenwirklichkeit. Insofern gehören auch Irrtümer und bewußte Lügen zur „Wahrheit“. Nicht um die Frage „richtig“ oder „falsch“ geht es also, sondern ausschließlich darum, wie „treffend“ ein Aphorismus Hörern oder Lesern einen Gedanken vermittelt.
Obwohl der Dramatiker Ludwig Fulda reimte: „Über manche Gedankenlücke bilden Zitate die Eselsbrücke“, können Zitate niemals eigene Ideen ersetzen. Sie sind lediglich geeignet, eigene Gedanken zu ergänzen, zu verstärken und ihnen nachhaltigere Präsenz im Kopf von Hörern und Lesern zu verschaffen. Nur wenn den Nutzern das klar ist, werden sie Aphorismen nützlich verwenden können.
Montesquieu hat Aphorismen „… die Sprichwörter der gebildeten Leute“ genannt. Tatsächlich werden sich nicht alle Menschen für Aphorismen interessieren, sie mit Interesse lesen und sich von ihnen zum Nachdenken anregen lassen. Noch weniger werden sie beim Schreiben nutzen oder sie gar selbst erdichten. Unerläßlich ist es aber, Aphorismen kritisch zu hören oder zu lesen, und da sind gute Bildung und umfassende Informiertheit sicherlich ein gro0er Vorteil.
Aphorismen können Texte und Reden auch schmücken. Der Arzt, Schriftsteller und Erfinder der Infiltrationsanästhesie, Carl Ludwig Schleich meinte, „Aphorismen schmücken ein Werk wie ein Diamant eine Kette,“ wenn sie gut gewählt sind, möchte man ergänzen.
Schleich machte auch auf die nachhaltige Wirkung von Aphorismen aufmerksam: „Die Jünger Jesu haben seine Aphorismen, nicht seine Predigten behalten.“ Tatsächlich können gut gewählte Aphorismen Lesern und Hörern das Behalten von Kernaussagen eines Textes erleichtern. Gute Redner wissen das zu nutzen.
Aphorismen werden oft und gern zitiert. Dabei lauern viele Fallstricke. Der us-amerikanische Journalist und Satiriker Ambrose Bierce definierte: „Zitat: die fehlerhaft wiedergegebenen Worte eines anderen.“ Und der französiche Dichter Joseph Roux meinte: „Ein gutes Zitat ist ein Diamant am Finger eines geistreichen Menschen und ein Pflasterstein in der Hand eines Narren.“ Bedachtsamkeit bei der Auswahl von Aphorismen ist deshalb dringend anzuraten. Die Erfahrenen und Kenntnisreichen tun sich dabei natürlich leichter. Wahrscheinlich hielt Aristoteles es deshalb für unpassend, daß ein junger Mensch Aphorismen verwendet.
Wer Aphorismen sucht, findet reichlich. Die Kehrseite der Fülle: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Der Alltagsphilosoph Prof. Querulix, der sich regelmäßig mit zeitlos-zeitkritischen Beobachtungen und Kommentaren zum Treiben des Menschentiers zu Wort meldet, hat eine große Zitatensammlung auf CD herausgebracht. Sie enthält einige tausend Aphorismen, Reime und Gedichte mit Bezug zum Zeitgeschehen. Neben seinen eigenen, zum Teil erstmals veröffentlichten Texten, enthält die CD auch Zitate berühmter gesitreicher Denker und Dichter aus zweieinhalb Jahrtausenden sowie eine Sammlung von Sprichwörtern. Zusammen etliche tausend Textminiaturen.
Ergänzt wird die Sammlung von einer kleinen Galerie mit Gemälden und Grafiken.
Die CD „Volksmund tut Weis- und Wahrheit kund – Zeitkritik in klassischen und modernen Aphorismen, Reimen und Gedichten“ (ISBN 978-3-943788-27-3), ist für 29,95 Euro inkl. Versand beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erhältlich.
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