(openPR) „5S“ ist im Grunde ein sehr komprimierter Begriff für Ordnung und Sauberkeit. Richtig in der Praxis angewendet und verstanden, besteht aus folgenden Schritten:
1. Sortieren: Alles unnötige wird aussortiert
2. Systematisieren: Alles bekommt seinen festen Platz
3. Sauberkeit: Es wird einmal grundgereinigt
4. Standard: Reinigungspläne und Checklisten werden erstellt
5. Selbstdisziplin: Bewertung der Arbeitsplätze
5S ist, wie viele Anwender gerade auch aus den kleinen und mittelständischen Betrieben immer wieder berichten, eine gute Maßnahme, um die Mitarbeiterbeteiligung voran zu bringen, da diese so mit ihren eigenen Ideen ihren Arbeitsplatz nachhaltig und spürbar verbessern können.
Mitarbeiter mitnehmen
Ein Produktionsleiter will 5S einführen, räumt aus diesem Grund einen Werkzeugschrank auf und machte ihn sauber. Dann zeigt er diesen Schrank seinen Mitarbeitern und meint, dass ihre Arbeitsplätze ab sofort genauso auszusehen hätten. Nachdem die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze aufgeräumt hatten, funktionierte dies ungefähr zwei Wochen, dann kehrte der alte „Schlendrian“ wieder ein, nichts hat sich zum Besseren gewandelt.
Der Fehler? Die Mitarbeiter werden nicht mitgenommen. Es wird nur vom Vorgesetzten „von oben herunter“ angewiesen, also angeordnet. Hier ist der negative Effekt noch nicht so groß. Da 5S noch nie richtig eingeführt wurde, kann man spätestens jetzt überlegen, sich eingehender mit der Methode auseinander zu setzen und sie professionell anzugehen.
Negative Meinungen ausblenden
Nehmen wir an, „5S“ wird in der ersten Pilotabteilung richtig eingeführt. Die Mitarbeiter werden eingebunden, ihre Vorschläge aufgenommen. Erste Verbesserungen werden sofort umgesetzt, es entstehen also kleine Optimierungen, wenn man so will.
Einziges Problem dabei: Die Geschäftsführung beauftragt einen ohnehin schon zu 90 Prozent ausgelasteten Mitarbeiter, die „5S-Aktion“ verantwortlich zu begleiten, also auch den Maßnahmenplan zu verfolgen, „5S“ in weiteren Abteilungen einzuführen und die Mitarbeiter über den Verlauf ständig und umfassend zu informieren.
Da der Mitarbeiter nicht neben seiner Hauptarbeit genug Zeit für diese zusätzliche Aufgabenstellung hat, versandet das Projekt schneller als man meinen könnte. Die Einführung in anderen Abteilungen verschiebt sich ständig, die Mitarbeiter der Pilotabteilung werden nicht über die ausstehenden Verbesserungen informiert und verlieren damit automatisch das Interesse.
Der Fehler: Die Geschäftsführung wollte an der falschen Stelle sparen, sie war nicht bereit, einen Mitarbeiter für das Projekt entsprechend freizustellen. Hier ist der Effekt nun weit negativer als im vorstehenden Beispiel. Bei einem weiteren Versuch, „5S“ einzuführen, werden die Mitarbeiter nun sagen „Hatten wir schon, hat nichts gebracht“. Es wird also immer schwieriger für das Unternehmen, dieses Werkzeug zu installieren und dabei wäre es recht einfach, würde man nur die Grundvoraussetzungen kennen und akzeptieren.
Mit gutem Beispiel voran
Schauen wir uns eine dritte Situation an. Auch hier wird in der Pilotabteilung alles richtig gemacht, ein Mitarbeiter wurde entsprechend für „5S“ freigestellt. Die Mitarbeiter wurden also auch über den Verlauf umfassend informiert, und viele der vorgeschlagenen Verbesserungen wurden bereits zügig eingeführt. Hier war nun das Problem das mittlere Management, in unserem Fall der Meister. Da er nicht davon überzeugt war, machte er nicht aktiv mit, er verweigerte sich nicht erkennbar, aber es wurden immer die Tagesprobleme vorgeschoben, warum dies und jenes nicht gemacht werden konnte, warum die Zeit wieder mal fehlte. Die Folge: Der „5S-Beauftragte“ lief zwangsweise auf und kam nicht weiter. Die Geschäftsführung griff nicht ein, da der Meister angeblich unersetzbar war. Auch hier ist die Ursache für das Scheitern direkt bei der Unternehmensleitung zu suchen.
FAZIT
Der Erfolg oder Misserfolg liegt auch hier immer an der Führung. Wer ein „5S“- oder ein ähnliches Projekt vorhat, sollte sich damit voll und ganz identifizieren und die Wege ebnen, dass am Ende auch der Erfolg erkennbar ist. Wer dagegen weder die personellen noch die finanziellen Ressourcen bereitstellt, sollte sich erst gar nicht an einem solchen Projekt versuchen, es ist zum Scheitern verurteilt.




















