(openPR) In einer spannenden Gegenüberstellung zeigt die Galerie Rieder in München Malerei von Manuel Rumpf (*1987 in München) und Fotografie von Patricia Schwoerer (*1976 in Villingen/Schwarzwald).
Beide Künstler thematisieren Orte am Rand von Urbanität und Zivilisation.
Die Bilder von Manuel Rumpf dokumentieren entindividualisierte Bereiche im urbanen Raum, Stadtlandschaften, Peripherien, Autobahnen. Losgelöst von Identität, Relation und Geschichte sind sie unbewohnt und weisen nur vereinzelt Spuren von Menschen auf.
Die zivilisationslose Umgebung wird während der Fahrt durch die Fensterscheiben von Fahrzeugen wahrgenommen. Die Betonung liegt auf der Flüchtigkeit von Zeit, der visualisierten Mobilität, der Bewegung und Geschwindigkeit.
Zwischen dem statischen Innenraum des Mobilen und dem dynamischen Außenraum, gekenn-zeichnet durch Straßen und Landschaften, entstehen starke Gegensätze. Das Fahrzeuginnere gewährt seinen Insassen Schutz vor einer unwirtlichen, durch Regen, Nacht und Nebel gezeichneten Umwelt.
Die dunkelfarbige Ölmalerei kontrastiert Lichtpunkte, Strukturen, Spiegelungen und signifikante Elemente, die Straßenbeleuchtung und Scheinwerfer andeuten. Als expressive helle Spuren und Zeichen gliedern sie die Dunkelheit, definieren im Dialog mit der Farbe den Raum.
Die fotografisch determinierte Arbeit transferiert Manuel Rumpf durch reale Ausschnitte in die Malerei und gestaltet dadurch seine autonome intuitive Wahrnehmung in eine neue subjektive Wirklichkeit.
Patricia Schwoerer hat sich zunächst als Fotografin für renommierte Modeschöpfer wie Issey Miyake, Dior Homme und Cartier einen Namen gemacht. Parallel beschäftigt sie sich, inspiriert durch Reisen nach Bolivien, Grönland und Norwegen, intensiv mit den Motiven Landschaft und Natur.
Auf äußerst subtilen Pigmentabzügen, die sich durch lichtweißes Kolorit auszeichnen, gibt sie diese faszinierenden Regionen wieder.
Der vergrößerte Bildausschnitt verleiht der Darstellung Abstraktion; er hält das Unsichtbare fest, veranschaulicht das diesen Landschaften immanente eigentümliche Licht, ihre absolute Leere, die erhabene unendliche Weite des Raums.
Der transluziden überbelichteten Helligkeit ist ein meditatives, auratisches Moment inne, das zugleich die kolossale Größe und Gewalt der Eisberge und -schollen verdeutlicht.
Die weißen Oberflächen offenbaren differenzierte Strukturen von Wasser, Eis und Schnee, machen sie, variiert durch Formen, Linien, Kurven und Lichtreflexionen, visuell und haptisch erfahrbar.
Patricias Schwoerers Arbeiten lassen den Betrachter an der Unberührtheit, Einzigartigkeit und Einsamkeit dieser Natur unmittelbar teilhaben.
13. März bis 30. April 2015
Eröffnung am 12. März von 18.00 bis 21.00 Uhr













