(openPR) „Der zweite Blick“, so lautet der Titel der kommenden Ausstellung in der GALERIE SUPPER, Baden-Baden, in welcher mit Marc Junghans (*1966, Fotografie), Joerg Eyfferth (*1957, Malerei), Thomas Ruff (*1958, Fotografie) sowie Philipp Weber (*1974, Malerei) Untersuchungen des Blicks vorgenommen werden.
Welche Zweifel, Unsicherheiten und damit einhergehende Befragungen des Gesehenen vollziehen sich bei der Betrachtung von Bildern?
Früher galt es als Aufgabe der realistischen Malerei das Geschehene malerisch zu verifizieren, die Realität sollte nicht geschönt überspielt werden sondern unbeschönigt unmittelbar widergespiegelt werden. Auch die frühe Fotografie sollte als Momentaufnahme der Wirklichkeit das Gesehene reproduzieren. Bilder wurden zu dem was – mit einem Blick – geglaubt wurde.
Heute verschmelzen diese Grenzen – wie in unserer Ausstellung treffen malerische Fotografie auf fotorealistische Malerei.
Die Realität des Bildes eröffnet sich erst beim eigentlichen persönlichen zweiten Blick des Betrachters, dort wo der objektive Blick zum subjektiven wird. Es ist die Handlungsmacht des Betrachters welchem Darstellungsmodus er letztlich mehr Glauben schenkt, hervorgerufen durch die Ausdruckskraft des Bildes, das uns zum Sehen auffordert, in einem Modus, der das Dargestellte nicht mehr eindeutig verorten lässt. Es ist die zweidimensionale Rekonstruktion einer verloren gegangenen Wirklichkeit.
Seien es die malerischen Bilder eines Junghans, die sich erst bei näherer Betrachtung als Fotografien entpuppen. Oder ein schönes Model, das uns herausfordernd gleich einem Modefoto anblickt, sich gleichwohl als hyperrealistische Malerei Webers entblößt. Gemalte Spiegelungen sind es bei Eyfferth, die auf das Nebeneinander von virtuos gemalten Stofflichkeiten treffen; realistische Gegenstände die sich im Unort des Spiegels im Nichts, der Wirklichkeit enthoben, zu befinden scheinen. Oder Ruff, der über überdimensionierte und weichgezeichnete Bildpixel wohlbekannter Motive das Bewusstsein für das Sehen verändern möchte.
Sind dies Annäherungen an die Wirklichkeit? Oder eher Augentrügereien, die dazu auffordern genauer hinzuschauen, um auf diese Weise dem Betrachter neue Ansichten des Realen zu ermöglichen.
Sowohl das fotografische als auch das malerische Bild werden zum analytischen Modell des Sehens. Die zweidimensionale Fläche dient nicht mehr dem Abbild der Wirklichkeit sondern wird zur Projektionsfläche von Sehnsüchten und Träumen, die dazu einladen erst auf den „zweiten Blick“ gelesen zu werden.
Marc Junghans wurde 1966 in Weinheim an der Bergstraße geboren, seit diesem Jahr dürfen wir ihn in unserem Galerieprogramm begrüßen. Mit seinen eindringlichen Bildern formt er seine ganz eigene fotografische Bildsprache, für ihn ein persönliches Ausdrucksmedium, welche dem Betrachter eine ganz individuelle und subjektive Wahrheit vor Augen führt.
Joerg Eyfferth wurde 1957 in Witzenhausen/Werra geboren, nach einer Ausbildung zum Lithographen, macht er sich autodidaktisch die Malerei zu eigen und arbeitet seit 1993 als freischaffender Künstler. Nach einer Gastdozentur 2005 an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau wird er 2006 in die Frankfurter Künstlergesellschaft aufgenommen und ist seit 2008 Dozent an der Fachoberschule für Gestaltung Hanau. Seine Arbeiten werden von der Galerie Supper und der Galerie Ulrich Gering, Frankfurt am Main, international vertreten.
Philipp Weber wurde 1974 in Rostock geboren. Von 1996 bis 2000 studierte er an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Rob Scholte und Prof. Kurt Haug. Gefolgt von einem Studium an der Universität der Künste Berlin, wo er bei Prof. Wolfgang Petrick 2002 als Meisterschüler absolvierte, bildet er bis heute seine malerische Bildsprache in hyperrealistischer Manier aus. Seine erste Ausstellung als freischaffender Künstler hatte er 2002 in der Galerie Hofmann + Kyrath, Berlin. Seit 2003 wird er international von der Galerie Ulrich Gering, Frankfurt am Main vertreten.
Thomas Ruff wurde 1958 in Zell am Harmersbach geboren und studierte von 1977-1982 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf in der Klasse Bernd und Hilla Becher. Neben seinen Kommilitonen Thomas Struth und Andreas Gursky zählt er zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen Deutschlands. Von 2000 bis 2006 hatte er eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf inne. Seine Arbeiten werden von der Johnen Galerie, Berlin sowie Galerie Rüdiger Schöttle, München, international vertreten.
Showroom:
Arzt, Patricia Thoma, Patricia Waller, Monika Thiele, KEHL, Andreas Lau, Benjamin Appel












