openPR Recherche & Suche
Presseinformation

ApoBank-Kreditvertrag: Zinsänderungsklauseln oft unwirksam

(openPR) In zahlreichen Kreditverträgen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank wurden in der Vergangenheit variable Zinssätze vereinbart. Zum Teil auch in Form sogenannter Cap-Darlehen, in denen Zinsober- und Untergrenzen vereinbart wurden, innerhalb derer der variable Zinssatz dem Marktzins oder einem Referenzwert (z.B. EURIBOR) folgen sollte. Die hierzu in den Kreditverträgen der ApoBank enthaltenen höchst unterschiedlichen Klauseln sind, wie zahlreiche Gerichte festgestellt haben, häufig fehlerhaft.



Wie das Landgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 21.11.2014 (Az.: 8 O 253/13) einmal mehr festgestellt hat, benachteiligen Zinsanpassungsklauseln einer Bank einen Kunden dann unangemessen, wenn sie nur das Recht des Kreditinstituts enthalten, Erhöhungen ihrer eigenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, nicht aber auch die Verpflichtung, bei gesunkenen eigenen Kosten den Zins für die Kunden zu. Eine wirksame Zinsänderungsklausel liegt danach nur dann vor, wenn die Anpassung an einen aussagefähigen Referenzmarktzins gebunden ist, konstant wiederkehrende Prüfungs- und Anknüpfungspunkte sowie eine konkrete Anpassungsmarge und -höhe festgelegt sind. Darüber hinaus darf die Klausel nicht nur das Recht der Bank enthält, Anpassungen zu Ihren Gunsten vorzunehmen, enthalten, sondern muss die Bank auch zu Anpassungen zu Gunsten der Kunden verpflichten. Diesen Anforderungen genügen die von der ApoBank verwandten Kreditverträge vielfach nicht.

Die Folge unwirksamer Zinsänderungsklauseln ist, dass die überzahlten Zinsen von der Bank nebst darauf gezogener Nutzungen (5%-Punkte über dem Basiszins) an den Darlehensnehmer zu erstatten sind. Bei überzahlten Kontokorrentzinsen kann eine Neuberechnung des Kontokorrentverlaufs unter Zugrundelegung des zutreffend ermittelten Zinssatzes zu einem günstigeren Ergebnis führen. Dabei ist auch zu beachten, dass viele Banken über die Jahre hinweg die Marge bei den Krediten – also den Aufschlag auf den Referenzzins – für den Kunden unerkannt erhöht haben. Hierzu waren sie nicht berechtigt. Darüber hinaus werden Zinsbegrenzungsprämien (auch CAP-Prämien genannt) nicht geschuldet und sind verzinst zu erstatten.

Bank muss Kunden 233.000 € zahlen

So wurde eine Bank im Jahr 2011 verurteilt (LG Duisburg, 1 O 124/11), einem Kunden, der mit ihr im Jahr 1997 zwei Darlehensverträge über jeweils 700.000 DM zu einem variablen Zinssatz mit Mindest- und Höchstzinsvereinbarung abgeschlossen hatte, mehr als 233.000 € zu zahlen, weil die Zinsanpassungsvereinbarungen unwirksam waren.

Bank muss Kontokorrentkredit neu berechnen

Das Landgericht Düsseldorf (13 O 334/11) verurteilte eine Bank, einen Kontokorrentvertrag nach exakten Vorgaben des Gerichts neu zu berechnen und so der Entwicklung des EURIBOR anzupassen. Auslöser war, dass die Zinsänderungsvereinbarungen in den mit der Bank geschlossenen Kreditverträgen unwirksam waren und dass die Bank Zinssenkungen an den Kunden nicht oder verspätet weitergegeben hat. Der Gesamtschaden des Kunden belief sich auf mehr als 175.000 €.

Wir prüfen, ob die in Kreditverträgen mit der ApoBank enthaltenen Zinsanpassungsklauseln wirksam sind und setzen die Ansprüche der Kreditnehmer durch.

Artikellink: https://nittel.co/kanzlei/bankrecht/zinsaenderungsklauseln-in-kreditvertraegen-der-apobank-in-zahlreichen-faellen-unwirksam.html

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 843112
 733

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „ApoBank-Kreditvertrag: Zinsänderungsklauseln oft unwirksam“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

Alno Anleihe - Schadenersatz gegen Ex-Vorstände
Alno Anleihe - Schadenersatz gegen Ex-Vorstände
Im Juli 2017 hat der Küchenhersteller Alno AG Insolvenz angemeldet. Bereits seit längerem bestand der Verdacht, dass das Unternehmen schon deutlich früher insolvenzreif war. Dieser Verdacht hat jetzt ein im Auftrag des Insolvenzverwalters erstelltes Wirtschaftsprüfergutachten bestätigt: Die Alno AG war bereits 2013 zahlungsunfähig. Seitdem wurde durch die früheren Vorstände die Insolvenz verschleppt. Anleihen hätten nicht zurückgezahlt werden können Nach dem Gutachten hätte die Alno AG also schon rund vier Jahre früher Insolvenz anmelden müs…
Bild: Anwaltshaftung: Anwaltspfusch beim DarlehenswiderrufBild: Anwaltshaftung: Anwaltspfusch beim Darlehenswiderruf
Anwaltshaftung: Anwaltspfusch beim Darlehenswiderruf
Anwalt führt aussichtslose Klage auf Kosten seiner Mandanten Auf rund 25.000 € beläuft sich mittlerweile der Schaden, den die Eheleute E. ihrem ehemaligen Anwalt zu verdanken haben. In einem Interview in der Lokalzeitung stellte er sich als Spezialist für den Widerruf von Verbraucherdarlehensverträgen dar. Im Fall der Eheleute E. zeigte er wenig Expertise. Kreditverträge, bei denen unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt Fehler der Belehrung festzustellen waren, erklärte er für widerruflich, andere, bei denen ihm nicht einmal ein Vertrag mit …

Das könnte Sie auch interessieren:

MPC-Fonds: Deutsche Apotheker- und Ärztebank erneut wegen Falschberatung zu Schadenersatz verurteilt
MPC-Fonds: Deutsche Apotheker- und Ärztebank erneut wegen Falschberatung zu Schadenersatz verurteilt
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank wurde vom Landgericht Frankenthal zur Rückabwicklung von Beteiligungen an zwei MPC Fonds verurteilt. Eine Mandantin der Heidelberger Anlegerkanzlei Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht, die auf Anraten eines Mitarbeiters der ApoBank im November 2005 35.000 USD in die MPC Sachwert Rendite Fonds Opportunity GmbH & Co. KG und im Oktober 2006 24.000 € in die MPC Reefer-Flottenfonds GmbH & Co. KG investiert hatte, erhält danach vollen Schadenersatz. Das Landgericht stützt seine Entscheidung darauf…
Anlegerschutz aktuell: Müssen apoBank und Medicon Schadensersatz leisten?
Anlegerschutz aktuell: Müssen apoBank und Medicon Schadensersatz leisten?
Anspruch auf Rückabwicklung der Immobiliengeschäfte aufgrund verdeckter Rückvergütungen („Kick-Backs“) / Rechte der geschädigten Anleger und Bankkunden Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (kurz: apoBank) aus Düsseldorf muss sich darauf einstellen, mit Schadensersatzforderungen ihrer Kunden überzogen zu werden. Hintergrund sind staatsanwaltliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen gegen die Geschäfts-führer und Mitarbeiter der Licon-Gruppe (Leipzig), mit der die apoBank über die Tochter-gesellschaft Medicon im Bereich Kapit…
Bild: Bundesgerichtshof entscheidet über die Zinsberechnung in PrämiensparverträgenBild: Bundesgerichtshof entscheidet über die Zinsberechnung in Prämiensparverträgen
Bundesgerichtshof entscheidet über die Zinsberechnung in Prämiensparverträgen
… geschlossen werden. Der Bundesgerichtshof hat in Übereinstimmung mit den Vorinstanzen entschieden, dass die in verschiedenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Kreditinstituten abgedruckten Zinsänderungsklauseln unwirksam sind, weil sie nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweisen. Die Zinsen sind somit weder von …
Bild: Ärzte investieren in PV Dachanlagen in DeutschlandBild: Ärzte investieren in PV Dachanlagen in Deutschland
Ärzte investieren in PV Dachanlagen in Deutschland
In einer neuen Zusammenarbeit zwischen der Apobank und der 8Stars Capital GmbH konnte eine Situation geschaffen werden, dass Ärzte und Arztberufe über die Apobank als Investoren in PV-Dachanlagen gesondert unterstützt werden. Im Einzelfall ist hier sogar eine Finanzierung der PV Projekte bis zu 100% der Investitionskosten möglich. Trotz mehrerer Absenkungen der Einspeisevergütungssätze für Solarstrom in Deutschland ist die Investition in Dachprojekte nach wie vor eine lohnenswerte Unternehmung. Mit dem Hintergrund der durch die Finanzkrise…
Bonitätsorientierte Zinsanpassung und -klauseln optimal gestalten
Bonitätsorientierte Zinsanpassung und -klauseln optimal gestalten
„Zinsänderungsklauseln in der Praxis“ am 15. November 2007 in Frankfurt/Offenbach Spätestens seit dem Inkrafttreten der SolvV im Januar 2007 gilt für die Mindest-Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten: Je besser die Schuldnerbonität, desto weniger Eigenkapital muss das Kreditinstitut für dieses Einzelgeschäft vorhalten. Zinsänderungsklauseln sollen …
Deutsche Apotheker- und Ärztebank setzt auf den AdviceManager von C1 FinCon
Deutsche Apotheker- und Ärztebank setzt auf den AdviceManager von C1 FinCon
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank), größtes genossenschaftliches Primärinstitut in Deutschland, hat den AdviceManager von C1 FinCon eingeführt. Mehr als 500 Berater, Wertpapierexperten und Analysten der apoBank werden zukünftig in der Wertpapierberatung mit dieser integrierten Plattform arbeiten. Mit der Einführung des AdviceManagers hat die apoBank verschiedenste, bislang voneinander unabhängige Einzelapplikationen durch eine neue, integrierte und zentral versorgte Plattform ersetzt. Die Bank strebt hiermit innerhalb der Wertp…
Kreditbearbeitungsgebühren von der Apobank zurückfordern
Kreditbearbeitungsgebühren von der Apobank zurückfordern
Banken müssen nach den aktuellen BGH-Urteilen recht zweifelsfrei zu Unrecht erhobene Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite an ihre Kunden zurückzahlen. Mit diesen Forderungen muss auch die Apotheker- und Ärztebank (Apobank), rechnen, die nach Informationen des Branchen-Magazins "Apotheke adhoc" jahrelang ebenfalls Gebühren für Darlehensverträge erhoben hat. Gerade die Apobank ist vom letzten BGH-Urteil betroffen, das eine Erstattungspflicht auch für ältere als bislang festgelegte Kreditverträge eindeutig definiert hatte. Rechtsanwälti…
MPC MS Santa-P Schiffe: ApoBank zu Schadenersatz verurteilt
MPC MS Santa-P Schiffe: ApoBank zu Schadenersatz verurteilt
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank wurde vom Landgericht Karlsruhe zur Rückabwicklung von zwei Schiffsfondsbeteiligungen im Nennwert von 50.000 € verurteilt. Zwei Mandanten von Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht, die auf Anraten eines Mitarbeiters der ApoBank im April 2005 in den MPC-Fonds MS Santa-P Schiffe investiert hatten, erhalten danach vollen Schadenersatz. Das Landgericht stützt seine Entscheidung darauf, dass die Bank ihre Kunden nicht über die an sie fließenden Provisionszahlungen in Höhe von 14% bezogen auf die Ba…
apoBank kooperiert mit PlanetHome - Direkte Abwicklung von Immobiliengeschäften über den Bankberater
apoBank kooperiert mit PlanetHome - Direkte Abwicklung von Immobiliengeschäften über den Bankberater
München, 3. April 2007. Experten sind sich einig: Immobilien bleiben in den kommenden Jahren hoch attraktiv. Um ihre Kunden auch in diesem Bereich optimal begleiten zu können, kooperiert die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) exklusiv mit PlanetHome, einem der größten Immobilienvermittler Deutschlands. "Wir wollen unseren Kunden einen Komplett-Service rund um die Immobilie bieten. Durch die Kooperation mit PlanetHome können wir über die reine Immobilienfinanzierung hinaus nun auch Käufe und Verkäufe von Immobilien vermitteln", komme…
Bonitätsorientierte Zinsanpassung und -klauseln optimal gestalten
Bonitätsorientierte Zinsanpassung und -klauseln optimal gestalten
Zinsänderungsklauseln sollen Fälle abdecken, in denen sich die Schuldnerbonität während der Darlehenslaufzeit verändert und damit eine Anpassung des Kundenzinses erforderlich wird. In diesen Fällen kommen die Kollegen oft zuerst in die Rechtsabteilung. Was tun? Die Experten des Seminars „Zinsänderungsklauseln in der Praxis - Bonitätsorientierte Zinsanpassung …
Sie lesen gerade: ApoBank-Kreditvertrag: Zinsänderungsklauseln oft unwirksam