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Von der Leyens Märchenstunde: Christliche Erziehung

21.04.200608:48 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Von der Leyens Märchenstunde: Christliche Erziehung
IBKA e.V. - gemeinnütziger Verein
IBKA e.V. - gemeinnütziger Verein

(openPR) Das am 20.04.2006 vorgestellte 'Bündnis für Erziehung', initiiert von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, soll Massnahmen zur 'besseren' Kindererziehung auf das Basis 'christlicher Werte' erarbeiten.

Hierzu erklärt der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA): Das von der Bundesregierung zu verantwortende Bündnis stellt einen Verfassungsbruch dar, da mit der Zielstellung 'christlicher Werte' die weltanschauliche Neutralität des Staates missachtet wird. Ein wesentliches Element des modernen demokratischen Staates ist die Trennung von Staat und Religion. Eine Erziehung zu christlichen Werten kann keine Aufgabe eines religiös-weltanschaulich
neutralen Staates sein.

Die nachgeschobene Einladung an Vertreter des muslimischen und jüdischen Glaubens degradiert diese zu Erfüllungsgehilfen christlicher Vorgaben. Konfessionsfreie hingegen - immerhin ein Drittel der Bevölkerung - kommen weiterhin im eng bekreuzten Horizont der Ministerin nicht einmal vor.

'Wir fordern die Bundestagsabgeordneten auf, genau zu prüfen, ob die Projekte des 'Bündnisses für Erziehung' weltanschaulich neutral sind. Falls tatsächlich die angekündigte staatliche Förderung christlicher Missionsarbeit stattfindet, sollten dafür keine Haushaltsmittel bewilligt werden', sagt der IBKA-Vorsitzende Rudolf Ladwig.

Hintergrund:
Die Ausgrenzung von Nichtchristen war kein Versehen. Die Initiative der Ministerin zielt darauf, sich als Kulturkämpferin einer 'christlichen Leitkultur' ideologisch zu profilieren.

Zur Begründung einer staatlichen Förderung christlicher Mission führt
die Ministerin an: 'Eltern suchen oftmals angemessene Antworten auf die Fragen der Kinder: Wo komme ich her, wer bin ich, wo gehen Menschen nach dem Tode hin? Darauf kann nicht ausserhalb eines religiösen Kontextes geantwortet werden.' Philosophische Fragen werden damit, als lebten wir im Mittelalter, einem Antwortmonopol von Religion zugeordnet - und zwar der Christlichen! Von der Leyen unterstrich, dass auf christlichen Werten die gesamte hiesige Kultur basiere. In einer pluralen Gesellschaft müsse zunächst die eigene Position klar sein. Erst dann könne man sich gegenüber anderen Werten öffnen.
Damit werden auch die Kinder der Nichtchristen gegen den Willen der Erziehungsberechtigten zu Missionsobjekten deklariert. Der stolze Hinweis der Ministerin, auf die dominierende Stellung ihrer kirchlichen Bündnispartner im Kindergartensektor, wirkt da nur noch zynisch.

Der Staat basiert tatsächlich jedoch auf den säkularen Grundwerten, welche erst gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden mussten und teilweise erneut durch sie gefährdet werden - siehe Zensurbestrebungen zur Satire "Popetown".

Zu der Säkularitätsverdrängung tritt auch noch ein unkritisches Weichzeichnerbild: der ethische Gehalt etlicher - insbesondere von der katholischen Kirche vertretenen - Moralauffassungen u.a. zu Frauenrechten und Homosexualität ist in Wahrheit grundrechtsfeindlich und nicht etwa vorbildlich.

Was meint die Ministerin überhaupt, wenn sie von 'christlichen Werten'spricht? 'Die Kirchen [...] verknüpfen auch in besonderer Weise soziale und moralische Ansprüche. Werte wie Respekt, Verlässlichkeit, Vertrauen und Aufrichtigkeit sind Leitplanken, die unseren Kindern helfen, ihren Weg ins Leben zu finden", sagt Ursula von der Leyen.
Die genannten Begriffe sind aber gar keine Werte, sondern Sekundärtugenden, Benimmregeln und Beziehungsfragen, welche mit Religion und anderem viel und wenig zu tun haben können.
Das Fundament des von der Leyen'schen Kulturkampfes ist also hohl. Wer dies erkennt, sollte dem verfassungsfeindlichen 'Bündnis zur staatschristlichen Erziehungsmission' eine Absage erteilen.

Weiterer Artikel zum Thema:

http://ibka.org/artikel/miz98/werte.html

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