(openPR) „Von der Leyens gedankliche Entgleisungen...“ Plädoyer für eine zeitgemäße Bildungs- und Erziehungsoffensive
“Anlässlich der Vorstellung des „Bündnisses für Erziehung“ durch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen haben einige kritische Kommentare zu Recht angemerkt, dass das „Bündnis für Erziehung“ von seiner ideologischen Anlage her dem Verfassungsprinzip der weltanschaulichen Neutralität des Staates widerspricht. Leider aber wurde der eigentliche Skandal dieses konservativen Vorstoßes kaum thematisiert. Von der Leyens Erklärungen vor der Presse stellen nämlich nicht nur eine Beleidigung der aufklärerischen Vernunft dar, sondern auch eine Verhöhnung der Opfer christlicher (Heim-) Erziehung.“ »»»
Quelle: Leitkultur-Humanismus >>> zum Beitrag >>>
http://www.leitkultur-humanismus.de/entgleisungen.htm
Kurze Anmerkung (L. Barth):
Auf der nach oben offenen Skala philosophischer (Un-)Tugenden sammelt der Philosoph Salomon weitere wertvolle Punkte mit seinem Statement über die vermeintlich „gedanklichen Entgleisungen“ der Familienministerin von der Leyen. In gewohnter Manier übt sich der Philosoph in der Religionskritik und es sei hier einem „naiven Primatenhirn“ gestattet, zwei der Zehn Angebote des evolutionären Humanismus mit entsprechender Kommentierung in Erinnerung zu rufen:
„Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Es gibt in der Welt nicht „das Gute“ und „das Böse“, sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.
Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest. Durch solche Kritik hast du nicht mehr zu verlieren als deine Irrtümer, von denen du dich besser heute als morgen verabschiedest. Habe Mitleid mit jenen Kritikunfähigen, die sich aus tiefer Angst heraus als „unfehlbar“ und ihre Dogmen als „heilig“ (unantastbar) darstellen müssen. Sie sollten in einer modernen Gesellschaft nicht mehr ernst genommen werden.“
Quelle: Ethische Richtlinien für das 21. Jahrhundert: Die 10 AnGebote des Evolutionären Humanismus.(Aus: Manifest des evolutionären Humanismus). >>>
http://www.schmidt-salomon.de/bruno/human/manangebote.htm
Es bleibt zu hoffen, dass diese Angebote des Humanismus, die aus der Feder des streitbaren Philosophen stammen, nicht bei dem Selbigen in Vergessenheit geraten sind. Mehr Toleranz ist also einzufordern und hierzu gehört ohne Frage auch die Entscheidung des Einzelnen, seinen „Glauben“ nicht nur als „naives Primatenhirn-Konstrukt“ zu begreifen, wie sich Schmidt-Salomon gelegentlich auszudrücken pflegt, sondern auch zu praktizieren, so wie dem Philosophen die Freiheit seines Geistes zu konzedieren ist, seine gedanklichen Konstruktionen einem interessierten Publikum nahe zu bringen. Sofern allerdings der Philosoph sich auf fremdes Terrain bewegt, in dem er gleichsam die Deutungsmacht über das Verfassungsrecht für sich reklamiert, mag er sich ein wenig bescheiden. Aus guten Gründen ist die Auslegung unserer Verfassung nicht mit der Philosophie gleichzusetzen, so dass die Sendboten eines evolutionären Humanismus zwar gehört werden, aber keinesfalls einen Anspruch darauf haben, dass ihre „philosophische Reise“ unmittelbar in dem geschriebenen Verfassungstext oder der ebenso bedeutsamen Verfassungswirklichkeit endet und demzufolge dort ihr Gedankengut einen adäquaten Niederschlag finden wird.
Der Philosoph kann sich aber einstweilen darüber hinwegtrösten, in dem er sich auf weitere Reisen in dem Primatenhirn begibt und vielleicht wird er dabei feststellen, dass nicht er oder sein Geist die Religionskritik formuliert, sondern sein Gehirn, ohne dass es hierbei auf den konkreten Willen ankäme. Dies entlastet freilich den Philosophen von den Konsequenzen seiner tabulosen Kritik, denn nicht er, sondern das Neuronenfeuer in dem Hirn eines Primaten trägt die Verantwortung für den geschriebenen Text. Eine für den Philosophen beängstigende Vorstellung – zugegeben – aber immerhin reizvoll.
Lutz Barth












