(openPR) Der Traum von der ersten eigenen Wohnung – jeder junge Erwachsene träumt ihn einmal. Die Zeit zwischen neu gewonnener Unabhängigkeit und noch vorhandener Unsicherheit ist spannend. In Sundern machen sich junge Menschen mit Behinderung gerade auf den Weg, den Traum von der eigenen Wohnung zu verwirklichen. Bei einer Bildungsveranstaltung im Rathaus sammelten sie jetzt Ideen und erarbeiteten erste Konzepte für zwei neue Wohnangebote für Menschen mit Behinderung.
Die Veranstaltung war Teil des Projekts „Sundern mittendrin“. Bei diesem Projekt bearbeiten das Josefsheim Bigge und die Elterninitiative Integrativer Wohnverbund für Menschen mit Behinderung (IWB Sundern) seit September vergangenen Jahres das Thema Inklusion im lokalen Umfeld. Wie kann das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung gelingen, bei dem alle gleichermaßen an der Gesellschaft teilhaben? Das ist die Kernfrage, um die es dabei geht.
50 Teilnehmer waren zu der Veranstaltung mit dem Titel „Meine Wohnung“ ins Rathaus gekommen: gerade erwachsen gewordene Menschen mit Behinderung, ihre Eltern und Angehörigen. Einen halben Tag lang diskutierten sie darüber, welche Anforderungen behindertengerechter Wohnraum erfüllen muss, und sammelten Ideen, wie das eigene Zuhause individuell gestaltet werden kann.
Klar, dass die Wohnungen ausreichend groß sein müssen: Wer mit einem Rollstuhl manövriert, braucht mehr Platz, höhenverstellbare Möbel, eventuell ein Pflegebett und ein entsprechend ausgestattetes Badezimmer. Die Teilnehmer dachten auch an die Details. So erleichtern zum Beispiel automatische Abschalthilfen für elektrische Geräte oder das Licht Menschen mit Behinderung den Alltag in den eigenen vier Wänden. Und ein Wasseranschluss direkt am Hauseingang ist hilfreich bei der Reinigung des Rollstuhls, wenn dieser unterwegs schmutzig geworden ist.
Bei der Gestaltung der eigenen Wohnung waren die Wünsche so individuell wie die Menschen. „Eine Playstation mit einem Fußballspiel und schwarz-gelbe Tapeten“ notierte ein Teilnehmer. „Ein braunes Sofa, ein bisschen kariert, und Platz für meine Plattensammlung“ ein anderer. Ein dritter wünscht sich „eine weiße Wand, an der ich Autogrammkarten aufhängen kann.“ Gemeinsam ist allen Teilnehmern, dass sie neben ihrem persönlichen Wohnraum auch Wert auf einen Gemeinschaftsraum legen, in dem sie sich treffen, miteinander reden und etwas unternehmen können.
„Die Ergebnisse dieser Veranstaltung fließen nun in die weitere Planung unserer Wohnangebote für Menschen mit Behinderung in Sundern ein“, sagt Diana Solbach, Projektleiterin im Josefsheim Bigge. So soll an der Kurzen Straße eine Haus-Wohngemeinschaft für Menschen mit und ohne Behinderung entstehen. „Ab dem Frühjahr werden sich die Architekten mit den Wünschen der Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen beschäftigen“, kündigt Diana Solbach an. „Baubeginn soll dann im September sein.“ Im Stadtzentrum wird das Josefsheim weitere Wohnungen anmieten und behindertengerecht ausstatten – ein weiterer Schritt zur Verwirklichung des Traums von der ersten eigenen Wohnung.











