(openPR) Mehr als 60 Jahre sind seit dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem Sturz des faschistischen Terrorregimes von Benito Mussolini vergangen. Mehr als 60 Jahre, in denen Italien Zeit gehabt hätte, seine eigene Geschichte aufzuarbeiten und sich von der Ideologie des Faschismus zu verabschieden. Geschehen ist nichts von alledem.
Im Gegenteil, noch immer gibt es Politiker, die ungestraft, den Duce Mussolini, als größten Staatsmann des Jahrhunderts bezeichnen, oder das Terrorregime der Faschisten verharmlosen, indem sie behaupten, dass es politische Gegner einfach in den Urlaub geschickt hätte.
Besonders schlimm ist die Situation aber in Südtirol, denn wer hierzulande durch unsere Städte und Dörfer fährt, wird beinahe an jeder Straßenecke auf Faschistische Relikte stoßen, die noch immer den Faschismus und die Unterdrückung der Südtiroler verherrlichen.
Das Siegesdenkmal, die Beinhäuser, das Mussolinirelief, der Kapuziner Wastl, die faschistischen Ortsnamen und unzählige weitere Relikte, sind dabei nur die Spitze des faschistischen Eisberges in Südtirol.
Bis heute weigert sich der italienische Staat, diese Schandflecken zu entfernen, oder gar nur zu dokumentieren und so haben diese Relikte nicht die Funktion von Mahnmalen, sondern erfüllen noch immer ihren propagandistischen Zweck.
Anstatt sich von diesen Relikte zu distanzieren und sie endlich zu entfernen, werden sie von einem großen Teil der Italiener jedoch als identitätsbildend und Zeugnisse der „glorreichen“ Vergangenheit empfunden.
Würden derartige Denkmäler in Deutschland oder Österreich stehen, würde es wohl zu einem internationalen Skandal kommen. Nicht so aber in Südtirol, denn hierzulande wird die Verherrlichung des Faschismus sogar noch vom italienischen Staat gefördert, der erst in diesen Tagen, das Siegesdenkmal in Bozen, mit großem Aufwand restaurieren lässt.
Diese Relikte sind nicht nur eine Schande für ein „demokratisches“ Land, sondern auch eine Beleidigung für uns Südtiroler, da sie zum Zwecke der Italienisierung und Demütigung unseres Landes gebaut wurden.
Die Junge Union der Union für Südtirol, will diese Verherrlichung des Faschismus und die damit verbundene Beleidigung und Demütigung der Südtiroler, nicht länger hinnehmen und fordert daher die sofortige Beseitigung aller faschistischen Relikte in Südtirol.
„Italien hatte über 60 Jahre Zeit, diese Schandflecken zu entfernen, jetzt ist unsere Geduld am Ende. Wir Südtiroler werden uns nicht länger die täglichen Beleidigungen, die von diesen Denkmälern ausgehen, gefallen lassen und fordern daher deren sofortige Schleifung. Wir können und werden auch keine Rücksicht mehr auf die Gefühle derjenigen Italiener nehmen, die an diesen faschistischen Relikten hängen, denn Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Auf die Gefühle von uns Südtiroler hat auch nie jemand Rücksicht genommen und wer heute, in einem „demokratischen“ Land, noch immer in der Verherrlichung des Faschismus, seine Identität zu finden glaubt, hat ohnehin keine Rücksichtnahme verdient,“ so Sven Knoll, Jugendkoordinator der Union für Südtirol.
In einer groß angelegten Pressekonferenz, hat die Junge Union der Union für Südtirol, heute Vormittag, auf dem Gerichtsplatz in Bozen, zu Füßen des Mussolini Reliefs, ihre Kampagne zur Beseitigung der Faschistischen Relikte vorgestellt.
Der Presse wurde dabei das Plakat zur Aktion vorgestellt, welches in den kommenden Wochen in ganz Südtirol und in Innsbruck zu sehen sein wird.
Das Plakat, das unter dem Motto steht: „Südtirol - noch immer von Italien gedemütigt“, zeigt eine kleine Auswahl der schlimmsten Faschistischen Relikte in Südtirol und unterstreicht dabei die Forderung der Jungen Union, nach deren endgültigen Beseitigung.
Zeitgleich wurde der Presse auch eine Homepage vorgestellt, welche von der Jungen Union erstellt wurde. Unter der Internatadresse: www.faschistische-relikte.bz.st können sich alle Interessierten darüber informieren, welche Relikte es in Südtirol eigentlich gibt und kurz etwas über deren Entstehung und Bedeutung erfahren.
Im Zuge dieser Aufklärungskampagne, wird die Junge Union in den kommenden Monaten auch im ganzen Land Vorträge und Diskussionsabende veranstalten. Den Auftakt dazu bildet eine große Podiumsdiskussion am Mittwoch 3. Mai auf der Uni in Innsbruck.
Podiumsdiskussion:
Faschistische Relikte in Südtirol
Was tun damit?
Mittwoch 3. Mai
19:30 Uhr
Uni Innsbruck (GeiWi)
Hörsaal 4
Begleitend zur Aktion in Südtirol, wird die Junge Union auch eine Anfrage im Europaparlament stellen, um in Erfahrung zu bringen, wie die staatlich geförderte Verherrlichung des Faschismus in Südtirol, mit dem europäischen Gedanken von Minderheitenschutz und Demokratie zu vereinbar ist. Anlass dazu bietet ganz aktuell auch die Äußerung des Europarates, welcher mit großer Sorge ein Aufflammen von faschistischem und nationalsozialistischem Gedankengut in Europa feststellt.
„Nachdem Italien von sich aus nicht bereit ist, diese Faschistischen Schandflecken zu entfernen und endlich auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, werden wir Italien eben international, wegen seiner inakzeptablen Verherrlichung des Faschismus, bloßstellen“, so Sven Knoll.
Mit dieser groß angelegten Kampagne, möchte die Junge Union der Union für Südtirol, die Bevölkerung wachrütteln und auf die noch immer andauernde Demütigung durch die Faschistischen Relikte hinweisen.
Kein einziges der Relikte, die in der Zeit des Faschismus in Südtirol errichtet wurden, wurde vom italienischen Staat aus Einsicht über das Unrecht der Faschisten entfernt. Hätten die Südtiroler nicht Denkmäler wie den „Aluminium Duce“ einfach in die Luft gesprengt, sie würden wohl mit Sicherheit noch heute stehen.
In all den Jahren hat Italien kein einziges Wort der Entschuldigung und keine einzige Geste der Wiedergutmachung an die Südtiroler gerichtet.
Vor allem aber, hat Italien nichts aus seiner eigenen Geschichte gelernt.
Was für ein Armutszeugnis!









