(openPR) Der faschistische Diktator Benito Mussolini ist Ehrenbürger der Marktgemeinde Tramin an der Weinstraße. Die Gemeinderäte der UNION FÜR SÜDTIROL in Tramin stießen bei ihren Recherchen auf einen Beschluss des Traminer Gemeinderates aus dem Jahre 1924, wonach am 16. Mai jenes Jahres „Seiner Exzellenz" die höchste Auszeichnung der Gemeinde verliehen wurde. Mittels Beschlussantrag, der bereits eingereicht wurde, wollen die vier Traminer Unions-Gemeinderäte, Peter Geier, Stefan Zelger, Markus Trebo und Christine Kofler Weis nun den Widerruf des Beschlusses anstreben.
Die vier Unionler sind überzeugt, dass es gerade für Südtiroler Gemeinden, die wie keine anderen unter dem Joch des Faschismus gelitten haben, untragbar sei, Mussolinis Ehrenbürgerschaft weiterhin aufrechtzuerhalten und distanzieren sich von dem Beschluss. „Dass der größte aller Faschistenbonzen noch immer die Ehrenbürgerschaft von Tramin besitzt ist ein Kuriosum, das auf mangelnde Vergangenheitsbewältigung hinweist", so Fraktionssprecher Stefan Zelger, "allerdings scheint eine ehrliche Auseinandersetzung schwierig, in einem Land, dass auch 61 Jahre nach Mussolinis Tod immer noch von faschistischen Relikten durchzogen und dessen menschenverachtendes Gedankengut noch immer mehr als nur salonfähig ist", so Zelger weiter.
Da Mussolini in jenen Maitagen 1924 auch in den Unterlandler Gemeinden Montan und Kurtatsch die Ehrenbürgerschaft verliehen bekam, gehen die Unions-Gemeinderäte davon aus, dass noch mehrere Südtiroler Gemeinden einen zweifelhaften Ehrenbürger in ihren Analen führen könnten. Die Traminer UNION ruft daher alle Gemeindevertreter auf die Ehrenbürgerschaft Mussolinis zu prüfen und gegebenenfalls zu revidieren.
Stefan Zelger
UNION FÜR SÜDTIROL
Ortsgruppe Tramin











