(openPR) Blick man auf die Weltlage, vergeht einem jeder Optimismus. Zahlreichen Kriege toben, deren Ende nicht abzusehen ist und die sich sogar auszuweiten drohen. Die terroristische Gefahr nimmt weltweit besorgniserregend zu. Die EZB versucht geradezu verzweifelt, das Gespenst einer Deflation unter unbegrenzten Mengen frischen Geldes zu ersticken. Dabei ruiniert sie mit realen Negativzinsen die Sparguthaben und die privaten Altersversorgungen von Millionen Menschen und verleitet Investoren und Spekulanten zu äußerst gewagten Entscheidungen.
Die weltwirtschaftliche Lage, entspricht in Summa bei weitem nicht dem, was Konjunkturforscher, Analysten und Politiker en Medienkonsumenten an „Fakten“ auftischen, und das Finanzsystem ist allein schon wegen des Billionengeschäfts der Banken mit Derivaten genauso anfällig für einen Kollaps wie zuvor. Eigentlich wäre es an der Zeit, sich zu besinnen und sich auf das Schlimmste einzustellen.
Aber nichts dergleichen geschieht. Die Spekulanten tanzen weiter auf dem Vulkan. Anleihen haben schwindelerregende Kurse erreicht, Aktien werden auf Grund von Zahlen aus der Vergangenheit und bloßen Hoffnungen für die ungewisse Zukunft zu absurden Kursen gekauft. Immobilien werden außer von Kapitalflüchtlingen aus Südeuropa, vor allem aus Griechenland, sowie auch spekulativ – und der zur Zeit (noch?) – günstigen Finanzierung von Deutschen gekauft.
Nur Gold und Silber, die einzigen seit Jahrtausenden bewährten Wertaufbewahrungsmittel, werden zum Discountpreis gehandelt und sollen nach den Vorstellungen mancher Leute noch billiger werden.
Verkehrte Welt oder einfach Ausdruck einer vollkommen außer Kontrolle geratenen massenpsychotischen Gier und Unvernunft?
Daß die Kurse für Aktien angesichts weltweit eher begrenzter Aussichten auf wirtschaftliches Wachstum bereits überzogen sind, dürfte jedem Sachkundigen klar sein. Die Frage für die Spekulanten ist deshalb: Schaffe ich rechtzeitig den Ausstieg, wenn meine Mitspieler die Nerven verlieren? Diejenigen, die Anleihen zu den gegenwärtigen Kursen gekauft haben, stehen vor dem gleichen Problem. Denn Anleihen werden zum Ablauftermin nur zum Nennwert eingelöst. Da muß einer rechtzeitig verkauft haben, damit ihnen nicht die Hunde beißen. Immerhin können Anleihespekulanten aber darauf hoffen, daß die EZB ihnen die Anleihen zu überhöhten Kursen abkauft. Damit haben sie eine Chance mehr als die Aktienspekulanten.
Schlechter sieht es schon für Immobilienspekulanten aus, die ihre Objekte bis zur Halskrause zu günstigen Konditionen mit Krediten finanzieren. Steigen die Zinsen – und das kann mitunter sehr schnell gehen – und müssen sie dann umschulden, kann es sehr eng werden, so eng nämlich, daß viele zum gleichen Zeitpunkt verkaufen müssen und dann die Preise purzeln.
Wer auf Edelmetalle setzt, ist entweder Zocker, den nur die Kursschwankungen interessieren, oder er ist psychisch und finanziell so stark und unabhängig, daß er langfristig denken und handeln kann. Selten sind sie, solche Menschen, die ebenso immun gegen den Herdentrieb wie gegen die Meinungen von „Analysten“ und anderen Berufenem oder nicht Berufenem „Experten“ sind.
Anekdotisch erwähnt, sei die hier die Antwort eines Mannes, der mehr als 60 Jahre lang recht gut vom Zocken an Aktien- und Rohstoffbörsen gelebt hat, auf die Frage, wie weit der Goldkurs noch sinken könne. Ein Kurs, sagte er, kann eigentlich jeden Wert erreichen, wenn nur genug Spekulanten ihn dahin treiben. Mit genügend Papiergold (verbriefte Forderungen auf Gold, deren Einlösung allerdings – wie sich gezeigt hat – problematisch werden kann) ist das ohne weiteres möglich. Nur echtes Gold wird man kaum zu jedem Preis kaufen können.
Wie riskant der Papierersatz für physische Ware bei Leerverkäufen oder beim Spekulieren mit Put-Optionen werden kann, weiß der erfahrene Spekulant. Er sollte deshalb seine Emotionen im Griff haben und nie die Realitäten aus den Augen verlieren. Wenn die Produktionskosten einer äußerst knappen Ware 1.000 Euro betragen, wird man sie auf längere Sicht nicht billiger kaufen können. Die Börsenkurse können aber eine Zeit lang durchaus eine vollkommen andere Wirklichkeit vorspiegeln. 1+1 ergibt immer zwei, hat der Altmeister der Spekulanten, André Kostolany, oft gesagt, auch wenn die Börsen mitunter 1+5-4 oder 1-7+8 rechnen.
„Eine Hausse stirbt, wenn der Gier der Spekulanten der Atem ausgeht, eine Baisse läuft sich tot, wenn sich die Angst der Spekulanten in der Gewöhnung verliert – ein Beispiel für die Zyklik organischen Lebens wie auch Moden, Wetter und Klima.“ Dieses und viele andere zeitlos-zeitkritische Aphorismen sowie Reime und Gedichte und eine kleine Bildergalerie finden Sie auf der CD „Volksmund tut Weis- und Wahrheit kund“ (ISBN 978-3-943788-27-3). Sie ist für 29,95 Euro einschließlich Versandkosten beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) zu haben.
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