(openPR) Einen mutigen, zukunftsweisenden Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leistete jetzt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) bei der Internationalen Grünen Woche (IGW) 2015 mit seinem Tiertransporter. Nachdem der Verband vor einem Jahr mit seinem Beitrag zur Tiertransportproblematik auf heftige Kritik der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) gestoßen war, präsentierte er bei der diesjährigen Ausstellung realistische Einblicke in das Transportgeschehen für landwirtschaftliche Nutztiere. Dies wurde vom Vorsitzenden der AGfaN, Eckard Wendt, anerkennend zur Kenntnis genommen.
Im vergangenen Jahr hatte der DRV auf einem Transporter mit der schon von weitem deutlich erkennbaren und gut lesbaren Aufschrift „Wir transportieren Tierschutz!“ in eine mit reichlich Sägemehl eingestreute Transportbucht praxisüblicher Größe eine aus Plastikmodellen bestehende Idylle aus einer Sau, einem Eber und zwei niedlichen Ferkeln aus Plastik ausgestellt. Abgesehen davon, dass die Alttiere weniger als halb so groß wie in der Natur waren, ist der gemeinsame Transport von Tieren unterschiedlicher Gewichtsklassen gesetzlich verboten. Offenbar kam es den Organisatoren darauf an, in für die Landwirtschaftslobby üblicher Manier unterschwellig ein positives Stimmungsbild zu vermitteln. Das war ein oft angewandter psychologischer Trick, der von Tierschützern leicht durchschaut wurde, von dem sich die Verantwortlichen beim im Allgemeinen schlecht informierten Durchschnittsbürger eine nicht von kritischen Fragen beeinträchtigte Zustimmung zu Tiertransporten versprachen. Nachdem der AGfaN-Vorsitzende diese „irreführende Art der Darstellung“ täglich mehrfach gegenüber der Standverantwortlichen, Frau Elisabeth Hewicker, als „ schlimme Besuchertäuschung“ gebrandmarkt hatte, wurde die der menschlichen Idealfamilie aus Vater, Mutter und zwei Kindern entsprechende Idylle aus Schweinen immerhin ab dem achten Ausstellungstag nicht mehr gezeigt. Für diesen Sinneswandel dankte Eckard Wendt seinerzeit Frau Hewicker.
Zufällig traf Wendt im September 2014 auf der Norddeutschen Landwirtschaftsschau (Norla) in Rendsburg Frau Hewicker, wo er sie auf den sehr eindrucksvollen Ausstellungsbeitrag des Viehhändlers Temme Struck aus Schnarup-Thumby bei Schleswig hinwies. Dieser hatte in einer Transportbucht zehn Schlachtschweine eingesperrt, um die gesetzlich zulässige Besatzdichte darzustellen, die er auch im persönlichen Gespräch erläuterte. Auch erklärte er anhand von anschaulichen Schautafeln die Probleme, die sich aus der Schließung regionaler Schlachtstätten ergeben, die in der Preisschlacht mit Mega-Schlachthöfen nicht überlebensfähig sind. Die Folge sind längere Transportzeiten besonders aus Schleswig-Holstein. In der geforderten verkürzten Transportzeit von acht auf dann vier Stunden seien die verbliebenen Schlachtstätten nämlich nicht mehr ohne Fahrtunterbrechung mit Entladung und Einhaltung der vorgesehenen Ruhezeiten erreichbar.
Was wegen der nur viertägigen Ausstellung und dem großen Areal in Rendsburg möglich war, wäre in Berlin kaum realisierbar. Deshalb setzte der DRV dort nun Videoaufnahmen von Tiertransporten ein, die von einem Beamer über einen Umlenkspiegel auf den Boden der Transportbucht projiziert wurden. „Diese Art der Darstellung ist aus Sicht der AGfaN ein gelungener Kompromiss, der den Anforderungen des Tierschutzes vollauf gerecht wird, ohne dadurch an Informationswert einzubüßen“, so Wendt gegenüber Frau Hewicker. Es ist zu hoffen, dass der Raiffeisenverband seiner neuen Linie treu bleibt und andere Lobbyverbände der Landwirtschaft endlich ihrerseits ehrliche Darstellungen verwenden werden. Nähere Informationen aus der Sicht des Raiffeisenverbands unter:
http://www.raiffeisen.de/wir-transportieren-tierschutz-bietet-blick-hinter-die-kulissen/
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