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Armut bedeutet mehr als nur ein geringes Einkommen

16.12.201418:43 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Experten des Forschungszentrums Demografischer Wandel ordnen aktuelle Armutszahlen ein

Wie das Statistische Bundesamt heute in einer Pressemitteilung bekanntgab, ist jede/r fünfte Bundesbürger/in (20,3 %) im Jahr 2013 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen gewesen. Dieser Wert liegt über dem Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung, den das Statistische Bundesamt im Oktober 2014 mit 16,1 % bezifferte. Der Grund für die unterschiedlichen Werte ist die breitere Definition von Armut, die nicht nur auf dem Einkommen der Haushalte, sondern auch auf deren materieller Ausstattung und Erwerbssituation basiert. „Dieses Konzept von Armut ist zu begrüßen, da es Armut als ein Phänomen begreift, das nicht nur auf Einkommen reduziert werden kann“, erklärt Prof. Dr. Andreas Klocke, Leiter des Forschungszentrums Demografischer Wandel (FZDW) an der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS).



Der Soziologe wünscht sich für die Zukunft folgenden Entwicklungsschritt bei der Erfassung von Armut: „In die Berechnung von Armutsquoten sollte auch eingehen, ob die Person sich selbst bzw. den Haushalt, in dem sie lebt, als arm ansieht.“ Eine solche „subjektive Armut“ gehe in einigen Fällen mit einer weitaus stärkeren psychischen Belastung einher als ein Leben unterhalb der Armutsschwelle, das von den Betroffenen aber teilweise nicht als ein Dasein in Armut empfunden wird. „Menschen, die sich plötzlich wirtschaftlich stark verschlechtert haben, fühlen sich arm, obwohl ihr Einkommen noch deutlich oberhalb der Armutsschwelle liegen mag. Umgekehrt gibt es Menschen, die sich nie als arm bezeichnen würden, obwohl ihr Einkommen ein prekäres Niveau aufweist“, erläutert Klocke.

Hierauf deuten Ergebnisse des Forschungsprojekts „Armut in Frankfurt“ hin, das Andreas Klocke gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Sven Stadtmüller und Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences in den zwei Frankfurter Stadtteilen Westend und Gallus durchgeführt hat. Demnach empfindet rund jede fünfte befragte Person den Haushalt, in dem sie lebt, als arm oder sehr arm – ein Wert, der den üblicherweise kommunizierten Armutsquoten weitgehend entspricht. Innerhalb jener Personengruppe, die ihren Haushalt als arm empfindet, variiert das Einkommen aber immens: „Bei den befragten Personen, die ihren Haushalt als arm empfinden, reicht das bedarfsgewichtete Nettoeinkommen des Haushalts von 500 bis 2.000 Euro“, ergänzt Sven Stadtmüller. Dies zeigt, dass Armut nicht allein mit Bezug auf das Einkommen wahrgenommen wird. Die Pressemitteilung vom 10.12.2014 zu den Ergebnissen des Forschungsprojekts findet sich unter www.frankfurt-university.de/presse.

Das Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW) der Frankfurt University of Applied Sciences hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Folgen der älter werdenden Gesellschaft interdisziplinär zu untersuchen. Im Vordergrund stehen dabei die entsprechenden Probleme in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen. Infos zum Forschungszentrum unter www.fzdw.de.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW), Prof. Dr. Andreas Klocke, Telefon: 069/1533-2188, E-Mail: E-Mail; Sven Stadtmüller, Telefon: 069/1533-3187; E-Mail: E-Mail.

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