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Gemeinsam gegen die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut

16.10.202409:58 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Gemeinsam gegen die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut
Armut in Deutschland hat viele Gesichter (© freepik.com)
Armut in Deutschland hat viele Gesichter (© freepik.com)

(openPR) Dresden, 16. Oktober 2024. Für wirksamere Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut hat sich die Caritas im Bistum Dresden-Meißen ausgesprochen. Allein in Sachsen lebten allein etwa 110.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Armut oder seien armutsgefährdet. „Die Schere zwischen arm und reich geht immer mehr auseinander“, sagt Mechthild Gatter, Abteilungsleiterin Fachberatung und Sozialpolitik im Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen, anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober.

Armutsrisiken breiteten sich auch in Deutschland aus, verfestigten sich und werden von Generation zu Generation „vererbt“, so Gatter. Armutsbekämpfung brauche die Sicherung und den Ausbau sozialer Infrastruktur. „Es braucht einfach zugängliche Begegnungs- und Beratungsangebote. Es braucht leicht erreichbare Angebote der Gesundheitsversorgung und der Nachbarschaftshilfe sowie eine bezahlbare Verkehrsinfrastruktur.“

Bildungspaket kommt bei den Menschen nicht an

Konkret kritisiert die Caritas, dass das so genannte Bildungs- und Teilhabepaket bei den betroffenen Menschen nach wie vor nicht ankomme. So gelte das seit über zehn Jahren geltende Angebot als zu bürokratisch. In der jetzigen Form blieben Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen bei Bildung und Teilhabe vorenthalten. Zugleich entstünden sehr hohe Verwaltungskosten, so Mechthild Gatter. „Um die Teufelskreise aus Stigmatisierung, schlechter Gesundheit, geringer Teilhabe, schlechten Bildungschancen, Verschuldung zu durchbrechen, reichen Transferzahlungen allerdings auch nicht aus.“

So fordere die Caritas auch zunehmende Anstrengungen beim sozialen Wohnungsbau. Bezahlbarer Wohnraum sei wichtige Voraussetzung bei der Armutsprävention, so Mechthild Gatter. Der Bestand an Sozialwohnungen geht jedoch seit Jahrzehnten zurück. „Wir brauchen mehr Unterstützung beim Bau von sozialem Wohnraum. Wohnungslosigkeit betrifft auch immer mehr Familien und damit auch Kinder“

Stärkere Anerkennung der Pflege durch Angehörige

Die Caritas weist zudem darauf hin, dass die Altersarmut in den nächsten Jahren zunehmen wird. Sie hat häufig ihre Ursache darin, dass in bestimmten Phasen keine Rentenbeiträge eingezahlt werden. Für Frauen öfter als Männer, denn geschlechterstereotype Rollenerwartungen sind weiter sehr vital. Mechthild Gatter: „Wenn die Mutter zum Pflegefall wird, reduziert viel öfter die Tochter oder Schwiegertochter die Erwerbstätigkeit als der Sohn.“

Für die nächsten Jahre schätzen Fachleute einen dramatischen Anstieg der älteren Menschen, die von ihren Familienangehörigen gepflegt werden. Die verbesserte Anerkennung familiärer Pflege in der Rente wird damit zu einem dringenden Thema armutspräventiver Pflege- und Rentenpolitik. Die Caritas im Bistum Dresden-Meißen berät Menschen bei der Existenzsicherung, bei Überschuldung, begleitet Betroffene beim Umgang mit Ämtern und unterstützt bei der Durchsetzung von rechtlichen Ansprüche

Caritas begeht traditionelle Armutswochen

Der Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut, der seit 1992 begangen wird, soll insbesondere die weltweite Armutsbekämpfung in den Blick nehmen. Traditionell werden an diesem Tag die Armutswochen der Caritas in Deutschland eröffnet. Sie dauern bis zum 17. November, dem christlichen „Welttag der Armen“, den Papst Franziskus 2016 zum ersten Mal ausgerufen hat. In diesem Jahr steht er unter dem Leitwort „Das Gebet des Armen steigt zu Gott empor“.

Kontakt: Mechthild Gatter, Abteilungsleiterin Fachberatung und Sozialpolitik, Tel. 0351 4983734, E-Mail: gatter@caritas-dicvdresden.de

Stichwort:Armut in Deutschland
In Deutschland wird die so genannte relative Armut erhoben, also nach dem Einkommen im Vergleich berechnet. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die monatlich über weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Haushaltseinkommens (Median-Einkommen) verfügen. 2022 befanden sich 14,7 Prozent der Bevölkerung, etwa 12,2 Millionen Menschen, in dieser Situation. 2021 waren es noch 16 Prozent.

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