(openPR) Weimar, 10.04.2006. Die integrative Kita Hufeland des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda e.V. bietet für Kinder mit cerebralen Bewegungsschäden als einzige integrative Kita in Deutschland konduktive Förderung an.
Györgyi Wlassits, die in Budapest ausgebildete Konduktorin erzählt, dass „vor zwei Jahren ein Junge in die Gruppe kam, der halbseitig gelähmt ist, nicht laufen konnte und jetzt läuft. Ein anderer ist selbständig geworden, putzt sich die Zähne, schmiert sich ein Brot und läuft mit Stützen.“ Unabhängigkeit von Hilfsmitteln und Personen ist ein wichtiges Ziel der konduktiven Förderung. Ebenso die Förderung von Konzentration und Wahrnehmung. Ab April ist Kunsttherapie geplant. Dabei werden die Kinder Farben und Strukturen entdecken.
Statt Einzelförderung wie bei Logopädie oder Krankengymnastik üben die Kinder in Gruppen und können so voneinander lernen. Vielen Übungen werden Lieder zugeordnet. „Das Singen ist besonders wichtig“, betont Györgyi Wlassits. „Dabei werden Rhythmusgefühl, Konzentration und Sprache gefördert und Spastiken gelockert. Eltern erzählen, dass ihre Kinder auch zu Hause die Übungen machen, wenn sie die Lieder hören.“ Jeden Tag spricht die Konduktorin mit den Eltern. Diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig, denn die Kinder sollen das Erlernte auch nach dem Tag in der Kita anwenden.
Die konduktive Methode, die von dem ungarischen Arzt Andràs Petö entwickelt wurde, vereint die Förderung von Entwicklung, Lernen, Sprache und Bewegung. Die Bewegungsstörung ist laut Petö eine Lernbeeinträchtigung und durch eine optimale Förderung können Kinder Bewegungen erlernen. „Nicht die Fehler werden korrigiert, sondern das Fehlende wird erlernt. Unsere Arbeit ist eine Mischung von verschiedenen Therapieformen mit Pädagogik.“ erklärt Györgyi Wlassits.
Das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. ist ein freier gemeinnütziger Verein, der Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen aus der Stadt Weimar, dem Kreis Weimarer Land und dem Landkreis Sömmerda Begleitung und Unterstützung bietet. Dazu zählen Werkstätten, ambulante Dienste, Wohnheime, integrative Kindertageseinrichtungen, Frühförderung sowie Tages- und Begegnungsstätten.







