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Besser als ihr Ruf: Amerikanische Öl- und Gaspreise bleiben interessant

Bild: Besser als ihr Ruf: Amerikanische Öl- und Gaspreise bleiben interessant

(openPR) 10.12.2014: Angesichts höchst lächerlicher Sparbuch- und Guthabenzinsen haben Kapitalanleger in den letzten Jahren verstärkt in Sachwerte investiert und dabei von ansprechenden Renditen profitiert. Aufgrund des aktuell fallenden Ölpreises sind Anleger nun verunsichert – Grund genug, einen Experten zu fragen: Dr. Sönke Harrsen, Vorstandsvorsitzender der TEXXOL Mineralöl AG ist seit Jahrzehnten im Ölgeschäft und davon überzeugt, dass Investitionen in den amerikanischen Öl- und Gasmarkt auch auf längere Sicht ein gutes Geschäft sind.



In der Tat fällt der Ölpreis seit einigen Wochen weltweit, unter anderem bedingt durch die Überproduktion aus amerikanischen „Fracking“- Bohrungen. Aber, was hingegen wenig beachtet wird, für den amerikanischen Gaspreis trifft dies keineswegs zu; er beträgt bereits seit einiger Zeit weitgehend plus/minus 4 US-Dollar je Mcf.

Experten prognostizieren Anstieg der Ölpreise

Moderne Methoden der Erdölgewinnung haben Vor- und Nachteile. Unbestrittener Vorteil ist die weitere Verfügbarkeit dieser an sich begrenzten Rohstoffe und damit auch die Möglichkeit, an und mit ihnen zu verdienen. Andererseits lässt hohe Verfügbarkeit wiederum die Preise sinken. Dr. Harrsen merkt dazu an, dass der Ölpreis in den USA, zumindest bei den „Fracking“- Bohrungen, tatsächlich an der Rentabilitätsgrenze „kratzt“. Trotzdem immer noch lukrativ, denn insbesondere große Firmen mit Bohrungen in Shale-Formationen wie XTO oder Chesapeak sind über Terminkontrakte zu attraktiven Preisen abgesichert.
Diese Verträge dürften aber weitgehend im nächsten Jahr auslaufen, so dass weniger Bohrungen und damit niedrigere Fördermengen die logische Konsequenz wären. Außerdem ist zu beachten, dass die für Fracking typischen hohen Anfangsförderraten nach 2-3 Jahren ohnehin stärker als bei „Normal“-Bohrungen abfallen.

Ob und in welchem Maße die gegen Russland verhängten Sanktionen zu einem Rückgang der Förderungen führen, lässt sich gegenwärtig noch nicht beurteilen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang aber, dass die Internationale Energieagentur als Interessenvertreter der Öl importierenden Länder unter Hinweis auf den letztendlich begrenzten Schieferölboom vor den Auswirkungen der niedrigen Rohölpreise warnt; die aktuelle Überversorgung versperre den Blick für die Energieversorgung in der Zukunft. Der Ölverbrauch und die Nachfrage nach Ölprodukten wachse weltweit – insbesondere in den asiatischen Entwicklungsländern – unvermindert weiter. Es müsse deswegen weiterhin in neue Erdölbohrungen investiert werden. Das sei aber nur möglich, wenn die Erträge dies wirtschaftlich ermöglichen.
Die Experten sind daher der Meinung, dass mittel- und langfristig mit einem Anstieg der Ölpreise zu rechnen ist; für die Barclay Bank liegt der Rohölpreis künftig bei 90 bis 95 US-Dollar je barrel.

Stabile Verhältnisse bei den Erdgaspreisen

Für Erdgas gibt es wegen der eingeschränkten Transportmöglichkeiten (Pipelines, verflüssigtes Erdgas per Schiff) nicht wie bei Erdöl einen Weltmarkt, sondern nur regionale Märkte. Erdgas ist in Europa doppelt so teuer wie in den USA, in Japan erzielt man sogar den dreifachen Preis. Inzwischen wird in Ausnahmefällen verflüssigtes Erdgas nach Japan verschickt, dies muss aber in jedem Einzelfall von der amerikanischen Bundesregierung genehmigt werden, zudem existieren nur wenige Gasverflüssigungsanlagen.

Die amerikanischen Gaspreise waren aufgrund der gestiegenen Anzahl von Bohrungen und Fördermengen rückläufig, haben sich allerdings – abgesehen von saisonalen Schwankungen – mittlerweile bei 4 US-Dollar je Mcf stabilisiert. Interessant ist, dass dieses Preisniveau auch künftig erwartet wird, wie dies in den Preisen der Nymex (weltgrößte Warenterminbörse) für die kommenden Jahre zum Ausdruck kommt.

Dies deutet darauf hin, dass trotz der hohen Gasproduktion aus Shale–Horizonten in gewissem Umfang durchaus eine tragfähige Kostenstruktur besteht. Hinzu kommt, dass mit zusätzlichem Bedarf zu rechnen ist – interessanterweise weniger im sogenannten Primärbereich (direkte Nutzung des geförderten Erdgases), sondern verstärkt im Sekundärbereich. Hier wird das Erdgas über „ Dampf-Cracker“ zur Herstellung von Ethylen genutzt, beispielsweise als Grundlage von Kunststoffen.
Exxon Mobil verdoppelt derzeit die bisherige Kapazität ihres Dampf-Crackers nahe Port Arthur/Texas, und interessanterweise investiert auch die deutsche BASF derzeit kräftig in entsprechende Anlagen, ebenfalls in Texas.

Inwieweit sich der natürliche Förderabfall nach 2-3 Jahren und die erhöhte Nachfrage auf die Preise auswirkt, bleibt abzuwarten. Sicher aber ist, dass die Global Player etwas von Betriebswirtschaft verstehen, und sich auf Dauer nicht selbst die Preise kaputt machen werden. Und so hört man auch jetzt schon aus Insiderkreisen, dass die großen Öl- und Gaskonzerne auf Grund der gemachten Erfahrungen Anschlussbohrungen nur noch „überlegt“ niederbringen werden.

Interessant für Öl-und Gasinvestoren aus dem Euro-Raum dürfte auch dieser Hinweis sein: Der Wechselkurs des Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar in den letzten Monaten nicht nur marginal verbessert, dadurch erhöht sich entsprechend auch die Euro-Rendite für in US-Dollar erwirtschaftete Öl- und Gaserträge.

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