(openPR) Peter Dobroschke
Stop&Go
21. November 2014 - 24. Januar 2015
Eröffnung: 20. November 2014, 18.00-21.00 Uhr
In seiner ersten Einzelausstellung in München bezieht sich Peter Dobroschke auf die unmittelbare Umgebung der Galerieräume. Der Blick durch die großen Schaufenster auf den Verkehrsfluss an der Kreuzung Franziskanerstraße und Gebsattelstrasse, wird Teil der Ausstellung „Stop & Go“. Die gezeigten Video- und Fotoinstallationen spiegeln Dobroschkes Blick auf Bewegung und Stillstand in das Innere der Galerie, und spielen mit der Wahrnehmung und den Sehgewohnheiten der Besucher.
Das Geschehen auf der Straße fügt sich visuell und akustisch in die Ausstellung ein, in der man immer wieder gewohntem wie unerwartetem Straßeninventar begegnet. Doppelung, Spiegelung oder Verschachtelung der Bildelemente ist eine Konstante im Werk des Künstlers, der die Wechselwirkung zwischen Wahrheit und Täuschung erkundet. Grenzen verschwimmen und plötzlich gibt es mehrere Realitäten, die sich verschieben und überlagern.
Den Blick richtet der Künstler dabei auf seine persönliche Umwelt und reagiert in seinen Arbeiten auf den Lebens- und Arbeitsraum, in dem er sich bewegt. Ausgangspunkt sind meist zufällige Situationen, wie zwei identische zum Verkauf stehende Autos, eine auf dem Balkon geparkte Matratze, oder eine Luftschlange, die in einem Gitter verheddert zum Stillstand gezwungen wurde. Andere Arbeiten sind das Ergebnis von Beobachtungen, die sich aus einer Routine ergeben. So sind der Weg bzw. die Wegalternativen zwischen Wohnung und Atelier Thema zweier Arbeiten der Ausstellung. Für welchen Weg entscheidet man sich, wenn es mehrere gibt, die gleich lang sind? Ist dann der sprichwörtliche Weg das Ziel? Das Weg zurücklegen bzw. Strecke machen, aber auch der Stillstand vor oder nach der Bewegung evoziert - abstrakter betrachtet - grundsätzliche Überlegungen zu Entscheidungsprozessen und Lebensplanung.
Die fotografierte oder gefilmte Realität wird durch das Festlegen der Bildausschnitte und der Präsentationsform zwar inszeniert jedoch nicht durch Eingriffe verändert oder arrangiert. Man sieht also, was Dobroschke sieht, uns das durch seine Augen. Fragen der Präsentation spielen so eine besonders wichtige Rolle und sind ein zentrales Thema im Schaffensprozess, der untrennbarer Teil des Werks ist. Das „Machen“ der Arbeit ist genau so wichtig wie die Arbeit selbst und bleibt bewusst sichtbar. Gleiches gilt für Aufbau, Abbau und Transport der Werke, die an einigen Stellen angedeutet sind. Alles befindet sich in einem Prozess, ist beweglich und nichts ist endgültig festgelegt. Die Ausstellung ist eine Momentaufnahme für die Peter Dobroschke quasi die Stopptaste gedrückt hat, Luft holt, und dann wieder weiter geht.
Der Künstler:
Peter Dobroschke ist 1977 in Lich geboren. Nach einer Ausbildung zum Holzschnitzer hat er hat an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Universität der Künste in Berlin studiert, wo er Meisterschüler bei Christiane Möbus war. Dobroschke hat mehrere Stipendien und Preise gewonnen; zuletzt den Atelierpreis der Karl-Hofer Gesellschaft und das Georg-Meistermann Stipendium. Seine Arbeiten hat er in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Unter anderem im NBK, Berlin; Forum für aktuelle Kunst, Münster; Lenbachhaus, München; Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Kunsthaus, Essen. Er lebt und arbeitet in Berlin.











