(openPR) Platinum-News.De: Je mehr Bewusstsein Sie in Bezug auf Ihre eigenen Denkmuster erlangen, desto schärfer wird auch Ihre Wahrnehmung von Denkmustern in Ihrer Umgebung. Jedes Denkmuster hat seinen spezifischen, nicht nur verbalen Ausdruck, an dem Sie es erkennen können – metaphorisch auf der Ebene der Sprache selbst oder durch äußere Symbole, die von einer bestimmten Art, die Welt zu sehen, zeugen. Am offensichtlichsten zeigt sich das in der Kleidung: Klischiert, aber trotzdem typisch ist auch heute noch in vielen Fällen der berufliche Dresscode: gestreifte Blusen, knielange Etuiröcke und Perlenketten bei Juristinnen und Frauen in gehobenen Positionen der Wirtschaft, „existentialistisches“ Schwarz bei Theatermachern. Der Anteil der männlichen Anzugträger steigt proportional zum professionellen Status, bei Männern kommt außerdem auch noch das Auto der gehobenen Klasse als – gerade in Deutschland – wichtiger Symbolträger dazu.
Neben den professionellen gibt es altersspezifische und weltanschaulich geprägte Stile: Ein typischer Look von Frauen ab sechzig in Deutschland sind karierte Karottenhosen mit losen Blusen oder Pullovern darüber, die die Taille verdecken, dazu eine dauergewellte Kurzhaarfrisur. Beispiele für den ideologisch-politischen Stil sind Rastazöpfe bei linksautonom und/oder ökologisch eingestellten jüngeren Leuten, das allgemein bekannte Punk-Outfit, das sozialen Protest ausdrückt (heute schon etwas verjährt) oder Glatzenträger mit Springerstiefeln und Bomberjacken, die eine nationalistische und rechtsradikale Gesinnung zur Schau stellen – um nur die offensichtlichen und aktuellen zu nennen.
Aber gerade die scheinbar weltanschaulichen Codes sind ein gutes Beispiel dafür, dass Sie darauf achten sollten, ein offenes Auge und einen offenen Geist zu behalten: Denn gerade hier zeigt sich mehr und mehr die Tendenz zum Pop, d.h. ursprüngliche Bestandteile dieser Stile werden nurmehr in einem modischen Zusammenhang zitiert und sagen nichts mehr aus über eine politische oder ethische Gesinnung. Jeder dritte junge Mann trägt heute einen mehr oder minder ausgeprägten „Irokesen“ auf dem Kopf, und wenn Sie Jugendliche mit entsprechendem T-Shirt fragen, wer Che Guevara oder die Rote-Armee-Fraktion waren, erhalten Sie keine sehr informative Antwort. Aber auch bei Leuten, die sich der ideologischen Aussage ihrer Kleidung bewusst sind, sagt das noch nichts aus über ihre menschlichen und professionellen Qualitäten.
Versuchen Sie deshalb, einen alternativen Blick auf äußere Symbole zu entwickeln. Der schwarz gekleidete Theatermacher drückt vielleicht gar keine Gesinnung aus, sondern ist gerade in Trauer. Der Manager wirft sich, kaum dass er zuhause ist, in Fleece-Shirt und Jogginghose und hasst den Dresscode seines Berufs eigentlich – schließen Sie also nicht vorschnell vom Äußeren auf den Charakter. Nehmen Sie vielleicht lieber die äußere Erscheinung als ein Zeichen wahr, das Ihnen bestimmte Hinweise auf die Person gibt, und überprüfen sie dann anhand anderer Merkmale, ob Ihr Eindruck zutrifft oder nicht, ob Sie den äußeren Eindruck mit der Person als kongruent oder als gegensätzlich empfinden.
Das bewusste Prüfen solcher symbolischen Muster ermöglicht auch einen bewussten Umgang damit: Versuchen Sie immer, die Absicht herauszufinden, die hinter Haltung und Handlung Ihres Gegenübers steckt. So können Sie adäquat darauf reagieren.
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