(openPR) Sensible Beobachter des Zeitgeschehens sehen nach den Ergebnissen der Wahlen zum Europäischen Parlament die Befürworter einer Inflationspolitik zwecks Bewältigung der Banken- und Staatsschuldenkrise allmählich endgültig die Oberhand gewinnen. Dies ist ja auch die bequemste Methode des Problemaussitzens und gefährdet die Pfründen der Reichen und Mächtigen am wenigsten. Die EZB-Entscheidung, den Leitzins nochmals minimal zu senken und Einlagen von Banken mit einem Strafzins von -0,1 Prozent zu belegen, hat zwar nur symbolischen Wert. Was aber notwendig folgen wird, ist ein weiterer unbegrenzter Ankauf von Staatsanleihen überschuldeter Staaten und die nochmals erweiterte Versorgung von Banken mit neuem Geld.
Damit steht auch endgültig fest: Die Spekulationsblasen werden weiter wachsen und die Unschuldigen zahlen mit ihren Ersparnissen und ihre privaten Altersversorgung für die Schuldigen. Bankster und andere Spekulaten machen den großen unverdienten Reibach mit spotbilligem Geld und der Abnehme von Spekulationsrisiken durch die Notenbanken. Mit der zu erwartenden Entscheidung des Bundeskabinetts, den Anteil der Versicherten an den Bewertungsreserven der Lebensversicherer mit einem entsprechenden Gesetz entschädigungslos den Versicherungsunternehmen zuzusprechen, wird deutlich gemacht, wohin die nächste Etappe des Krisenaussitzens geht.
Daß die Europäische Union und speziell die Länder der Währungsunion in eine solche Schieflage geraten sind, ist keine Überraschung. Seit vielen Jahren schon zeichnete sich die Möglichkeit einer solchen katastrophalen Entwicklung ab. Als Deutschland generös darauf verzichtete, angemessen auf den mit Betrügereien erschlichenen Beitritt Griechenlands zur Währungsunion zu reagieren und nach Ausbruch der Banken- und Staatsschuldenkrise auch den Verstoß gegen wichtige Bestimmungen der Verträge über die europäische Währungsunion einfach hinnahm, war klar, wohin die Reise gehen würde. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die Ereignisse haben – verstärkt durch die Überschuldung vieler Länder, darunter die USA und Japan – eine Eigendynamik entwickelt, die nicht mehr zu bremsen ist. Auch die sich als Macher fühlen sind nur noch Statisten.
Den sachkundigen und kritischen Beobachtern der Finanzwelt und der Politik ist seit langem klar, daß die Banken- und Staatsschuldenkrise nicht gelöst, sondern nur inflationär ausgesessen werden kann, wenn man ihre eigentlichen Ursachen nicht beseitigt. Dran wird aber nicht gedacht. Weder in Europa noch in den USA oder Japan ist deshalb eine Lösung in Sicht. Es ist wie bei einem riesigen Waldbrand: die Flammen können nicht gelöscht werden. Man muß einen großen Teil des Waldes opfern, damit, sie sich austoben können und allmählich ermatten. Das kann noch viele Jahre dauern und durchaus massenhaftes Elend unter den Menschen verursachen.
Weil die Krise nicht gelöst wird, sondern sich selber lösen muß, sollten die Verantwortlichen Politiker wenigstens endlich darüber nachdenken, wie sie die sozialen und politischen Folgeprobleme in den Griff bekommen wollen. Wenn man Bankster und Gangster schon weiter spekulieren, schachern und manipulieren läßt, weil man zu schwach, zu korrumpiert oder einfach zu dumm ist, ihnen das Handwerk zu legen, sollte man wenigstens wissen, wie man die verheerenden Folgen der ungehemmten Geldvermehrung und die inflationäre Enteignung von Geldsparern und Besitzern von Kapitallebensversicherungen ausgleicht. Schließlich steckt da gewaltiger sozialer und politischer Zündstoff drin, der sehr schnell Entwicklungen hervorbringen kann, die dann nicht mehr beherrschbar sind. Unsere Großeltern haben das vor fast hundert Jahren erlebt.
Geschichte wiederholt sich ja durchaus, obwohl das immer wieder aus Nichtwissen geleugnet wird. Um das zu erkennen, muß man aber von den alltäglichen Arabesken abstrahieren können. “Wie die Erdgeschichte ist auch die Weltgeschichte ein zyklisch verlaufender evolutionärer Prozeß: Weiterentwicklung durch fortgesetzte Wiederholung des in seiner Erscheinungsform variierten Gleichen.“ (Prof. Querulix, Volksmund tut Weis- und Wahrheit kund, Jubiläumsausgabe 25 Jahre Volksmund, eBook, erweiterte und verbesserte 2. Auflage, 29,95 Euro. Als CD, inhaltlich nochmals erweitert und mit zusätzlicher Bildergalerie, ISBN 978-3-943788-27-3, ebenfalls 29,95 Euro.
Es ist absehbar, daß bei Fortsetzung der gegenwärtigen Politik die große Mehrheit der Bevölkerung schon in naher Zukunft nicht mehr über nennenswerte finanzielle Rücklagen verfügen wird und die gesetzlichen Altersrenten für die allermeisten nicht mehr ausreichen werden, ihre Lebenshaltungskosten zu finanzieren, geschweige denn Kosten für Krankheit und Pflege aufzubringen. Es sieht leider – aber für den wachen Beobachter und Kenner von Menschen und Politik nicht überraschend – nicht so aus, als wollten die Verantwortlichen Politiker rechtzeitig die erforderlichen Entscheidungen treffen, um den katastrophalen sozialen und politischen Folgen einer solchen Entwicklung vorzubeugen.
Warum auch den Brunnen mit Schutzgittern versehen, wenn noch keine (oder nur verhältnismäßig wenige) Kinder hineingefallen sind?
Wie geeignete Maßnahmen zur sozialen Stabilisierung aussehen könnten ist unter anderem in einer Studie mit dem Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 9,95 Euro). Obwohl die mit Zahlen unterlegte Studie mit weiteren Vorschlägen für eine zukunftsweisende Reform von Staat und Gesellschaft viel mehr umfaßt als Vorschläge zur Rettung unserer Zivilisation aus einem finanzpolitischen Fiasko, eignen sich ihre Kerngedanken sehr gut als Anregungen für eine aussichtsreiche Krisenbewältigung.
Der Jubiläumsband von Prof. Querulix und die Studie zum Grundeinkommen sind beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen guten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
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