(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Die Zweiklassengesellschaft beim Wetter über Deutschland zeigt sich pünktlich zum heutigen kalendarischen Frühlingsbeginn auf ihrem Höhepunkt. Darauf machen die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd. aufmerksam.
Während der Südwesten bei strahlendem Sonnenschein standesgemäß Tageshöchstwerte zwischen 12 Grad und 15 Grad zu verzeichnen hat, frösteln im Norden und Nordosten die Menschen bei Werten, die um 10 Grad niedriger liegen. Zudem macht dort eine hochnebelartige, oft geschlossene Bewölkung das letzte Fünkchen Hoffung zunichte, wenigstens einen Hauch von Frühlingsgefühl aufkommen zu lassen.
An den kommenden beiden Tagen wandert die Luftmassengrenze langsam weiter nach Südosten, sodass das Wetter im Norden besser wird, aber bis auf weiteres kalt bleibt.
In der Mitte und im Süden muss die Sonne hingegen den Rückzug antreten und lässt die Temperaturen schon morgen um einige Grad sinken. Dort, wo es auch mal länger regnet, werden kaum noch 6 Grad, sonst im Südwesten nochmals Werte um 10 Grad erreicht.
Aber auch übermorgen orientierten sich die Temperaturen nicht nach oben - aufgrund der von Norden einsickernden Kaltluft.
Die jahreszeitbedingt eingeleitete Umstellung über der Nordhemisphäre wird von den Modellen nur unzureichend erfasst und kann kaum vorausberechnet werden - Ergebnis sind dauernd wechselnde Modellvorhersagen, die die Ermittlung eines klaren mittelfristigen Trends kaum zulassen.
Verschärfend zur ohnehin schwierigen Phase der jahreszeitlichen Umstellung wirkt sich das Patt über unserem Raum aus. Kalter Luft westlich von Tief Elona über Nordwestrussland, die bis zum Norddeutschen Tiefland vorangekommen ist, steht milde Luft östlich von Tief Friedegunde vor der französischen Küste gegenüber. Diese ist in die Südhälfte eingesickert. Aber keine der beiden Luftmassen und Drucksysteme kann klare Verhältnisse schaffen - sie sind zu schwach oder zu weit weg.
So konnte sich bei uns eine östliche Strömung einstellen, zu der die Luftmassengrenze über dem Norden parallel liegt. Immerhin hat eine schwache Hochdruckbrücke zwischen Hoch Ingo über Grönland und einem schwachen Hoch über Südosteuropa bis gestern überall freundliches Wetter gebracht. Diese ist sozusagen das Zünglein an der Waage. So lange sie sich über uns hinweg südostwärts erstreckt, bleibt es südlich davon mild und nördlich davon kalt.
Zwar soll die Kaltluft an den kommenden beiden Tagen vorübergehend weiter nach Süden Richtung Alpen vordringen, doch das Problem ist damit noch lange nicht gelöst. Der Kampf zwischen dem nicht weichen wollenden Winter im Norden und dem von Südwesten beharrlich vorrückenden Frühjahr geht ab Freitag vermutlich in die nächste Runde, denn die Luftmassengrenze reicht über dem Ostatlantik weiter nach Westen. Dort werden neue Tiefs in Wellen versuchen, den Frühling nach Nordosten voranzutragen.
Ob, inwieweit und wann das gelingt, ist noch weithin offen. In jedem Fall müssen wir diesen harten Kampf mit viel Regen bezahlen. Sollte die kalte Luft den äußersten Norden unseres Landes nicht preisgeben, dann drohen nördlich der Wellentiefs- an der Grenze zur milden Luft weiter südlich - kräftige Schneefälle. Im Süden und in der Mitte müsste hingegen mit einer neuen Hochwasserwelle gerechnet werden, sollte am Wochenende keine Entscheidung fallen und der Kampf über unserem Raum vertaget werden, der Kampf damit also in weitere Runden fortgesetzt werden.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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Herr Florian Hirschmann
meteoXpress Ltd.
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