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Kulturdenkmal: Rinderauktionshalle in Berlin

09.07.201412:52 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Kulturdenkmal: Rinderauktionshalle in Berlin
Neubelebung einer Industriebrache, von Eric Mozanowski
Neubelebung einer Industriebrache, von Eric Mozanowski

(openPR) Neubelebung einer Industriebrache - Baudenkmalsanierung und Nutzungskonzept für erfolgreiche Belebung der Rinderauktionshalle in Berlin - von Eric Mozanowski, Stuttgart Eric Mozanowski, Immobilienexperte und Autor "Investieren in Denkmale" informiert in regelmäßigen Diskussionsbeiträgen über Kulturdenkmale in Deutschland. Die historische Bedeutung der Berliner Rinderauktionshalle stellte eine besondere Herausforderung für die Neubelebung eines Kulturdenkmales dar. Der Stuttgarter Immobilienexperte Eric Mozanowski erläutert den Teilnehmern die Problematik: "Eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung der Rinderauktionshalle schien mit den bisherigen Konzepten nicht möglich. Der Betrieb als sogenannte Manufakturen Halle mit Flächen für traditionelles Ladenhandwerk, Manufakturen, Marktstände und Gastronomie wurde bereits nach vier Jahren eingestellt. Anschließend sollte in der Halle ein Freizeit-, Sport- und Wellnesscenter entstehen. Dieses Projekt konnte jedoch nicht in die Tat ungesetzt werden. Daraufhin sollte die Riesenhalle zu einem Zweiradcenter umgebaut werden." Die Sanierung und Umnutzung war Bestandteil verschiedener Ideenwettbewerbe. Nach erfolgreicher Sanierung und Instandsetzung zog "Deutschlands größter Fahrradhandel" Firma Zweirad-Stadler ein.



Kulturdenkmal und Denkmalschutz Rinderauktionshalle: Historische und geschichtliche Bedeutung

Die Rinderauktionshalle hat als Teil des Zentralen Berliner Vieh- und Schlachthofes eine beachtliche stadthistorische Bedeutung. Die 1879/80 errichtete Anlage war für die Versorgung einer Zwei-Millionen-Stadt ausgelegt. Der Viehhof hatte als Umschlagplatz darüber hinaus auch eine überregionale Bedeutung: Um 1900 war er der bedeutendste Handelsplatz für Nutztiere innerhalb Europas. Der Arzt und Schriftsteller Alfred Döblin hat dieser Institution ein literarisches Denkmal gesetzt. In seinem Roman Berlin Alexanderplatz (1929) schrieb er über den Betrieb:

"Der Schlachthof in Berlin. Im Nordosten der Stadt zwischen der Eldenaer Straße über die Thaerstraße weg über die Landsberger Allee bis an die Cotheniusstraße die Ringbahn entlang ziehen sich die Häuser, Hallen und Ställe vom Schlacht- und Viehhof. Er bedeckt eine Fläche von 47,88 ha gleich 187,50 Morgen, ohne die Bauten hinter der Landsberger Allee hat das 27.083.492 Mark verschluckt, woran der Viehhof mit 7 Millionen Mark, der Schlachthof mit 19 Millionen 410.648 Mark beteiligt ist. Viehhof, Schlachthof und Fleischgroßmarkt bilden ein untrennbares wirtschaftliches Ganzes. [...] Im Betrieb beschäftigt 258 Beamte, darunter Tierärzte, Beschauer, Stempler, Hilfstierärzte, Hilfsbeschauer, Festangestellte, Arbeiter. Verkehrsordnung vom 4. Oktober 1900, Allgemeinbestimmungen, Regelung des Auftriebs, Lieferung des Futters. Gebührentarif: Marktgebühren, Liegegebühren, Schlachtgebühren, Gebühren für die Entfernung von Futtertrögen aus der Schweinemarkthalle. Die Eldenaer Straße entlang ziehen sich die schmutzig grauen Mauern [...]. Gelbe Verwaltungsgebäude, ein Obelisk für Gefallene aus dem Krieg. Und rechts und links langgestreckte Hallen mit gläsernen Dächern, das sind die Ställe, die Warteräume. Draußen schwarze Tafeln: Eigentum des Interessenverbands der Großschlächtereien von Berlin e. V. Nur mit Genehmigung sind Bekanntmachungen an dieser Tafel gestattet, der Vorstand. An den langen Hallen sind Türen, schwarze Öffnungen zum Eintrieb der Tiere, Zahlen dran, 26, 27, 28. Die Rinderhalle, die Schweinehalle, die Schlachträume: Totengerichte für die Tiere, schwingende Beile, du kommst mir nicht lebend raus. [...] Auf der anderen Seite ziehen sich die Gleise der Ringbahn 15 Kilometer. Aus den Provinzen rollt das Vieh ran, Exemplare der Gattung Schaf, Schwein, Rind aus Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Westpreußen."

Konzeptentwicklung mit der Denkmalbehörde

Das in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde Berlin-Pankow entwickelte Konzept sah vor, die Fläche in Lager und Verkaufsraum nur einmal zu teilen, so dass auf der Nordseite ein Verkaufsraum mit einer Fläche von 7.660 Quadratmetern entstehen sollte. Ziel war es, das Gebäude im gesamten Verkaufsbereich wieder als Halle und Industriedenkmal für die breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Im Lagerbereich, der auch als durchgängiger Raum konzipiert war, wurde das Mittelschiff freigehalten, während die Nebenräume (Technik-, Büro- und Sozialräume) an den Rändern der Halle angeordnet wurden. Dadurch konnte auch hier der großräumige Halleneindruck erhalten werden.

Ideen Sanierung und Nutzungskonzept

Eric Mozanowski (http://www.immobilien-news-24.org) über damalige Überlegungen zur Sanierung, Erhaltung und dem Nutzungskonzept: "Auch das Äußere des Gebäudes sollte so gestaltet werden, dass die Dimension des Gebäudes ersichtlich bleibt. Die einst offene Halle sollte an der Nordseite eine um zwei Meter hinter der ersten Stützachse zurückliegender Stahlglasfassade erhalten, so dass hier der alte offene Charakter erhalten und ein Blick ins Innere möglich ist. Die übrigen Außenwände sollten dagegen als geschlossene Fassade ausgeführt werden, die allerdings auch anderthalb Meter hinter die alte Stützachse zurücktritt, damit das originale Bild der Halle mit ihren originalen Stützen und Dachüberständen erhalten blieb."

"Um schließlich auch dem Besucher einen ursprünglichen Raumeindruck vermitteln zu können, plante man den Haupteingang in der Mitte der Nordfassade, so dass beim Betreten sich das Dach erst in zwölf Meter Höhe wölbt und die Hallenlänge von 120 Metern zentral überblickt werden kann. Zu diesem Zweck sollte das acht Meter breite Mittelschiff über die gesamte Länge der Verkaufsfläche von Ladeneinrichtung freigehalten werden", so Immobilienexperte Eric Mozanowski.


V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski
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