(openPR) Offshore-Windkraftwerke produzieren mehr Störungen und Kosten als Energie. Die notwendigen Höchstspannungs-Trassen sind zunehmend umstritten - und von der Realisierung weit entfernt. Soll sich die Energiewende in überschaubarer Zeit durchsetzen, bietet sich nur eine Möglichkeit: Dezentrale Energieproduktion in Reichweite der Abnehmer. Dies ist nicht das Geschäft der Großkonzerne, sondern regionaler Akteure. Eine Gruppe ausgewiesener Praktiker beschreibt in einem Handbuch konkret und detailliert nicht nur Blaupausen, sondern auch einschlägige Erfahrungen: "Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben".
Die Energiegenossenschaft - jeweils getragen von regionalen Investoren, Banken, Stadtwerken u.a. - sind keine Goldgruben; sie bieten jedoch die Möglichkeit, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region selbst zu belassen, statt sie an externe Kapitalgesellschaften zu exportieren. Vor allem für ländliche Regionen kann dies entscheidende Strukturverbesserungen auslösen.
"Der Vertrieb der produzierten Leistungen ist bei Energiegenossenschaften vergleichsweise einfach. In der Regel stellen Wind-, Wasser und Solarenergieanlagen Strom als Ausgangsprodukt zur Verfügung, der dank entsprechender Regelungen im Erneuerbare Energien-Gesetz zu festen Vergütungssätzen verkauft wird. Hier trifft man auf den in der freien Wirtschaft eher seltenen Fall, dass sich die Genossenschaft als Investor auf einen langfristig stabilen Absatzmarkt verlassen kann. Dieser Aspekt steht durchaus in der Kritik derjenigen Teile der Wirtschaft, die sich ständigen Marktveränderungen anpassen müssen.
Zur Ehrenrettung dieser Art der Energiegewinnung" betont Uwe Kühn in seinem Beitrag zum Handbuch, "dass die Einspeisetarife so gewählt sind und auch ständig angepasst werden, dass die Amortisationszeit der eigentlichen Anlageinvestition im Mittel bei 12 bis 15 Jahren liegt." Unternehmen, die sich ständig wechselnen Anforderungen stellen müssen, können nur mit wesentlich kürzeren Amortisationsfristen kalkulieren.
Wind, Wasser, Sonne sind kostenlose Energiequellen. Doch bei der Produktion von Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen muss sich eine Energiegenossenschaft den Risiken und Belastungen des Einkaufs stellen. Daher wird diese Produktionsform langfristig eher kritisch gesehen.
Georg Pachta-Reyhofen stellt die bisher wenig bekannte Möglichkeit zur Diskussion, "Erdgas mithilfe regenerativer Energie zu erzeugen. Technisch ist dies durch das sogenannte Power-to-Gas-Verfahren möglich. Dahinter steckt die Umwandlung überschüssigen Stroms in synthetisches Erdgas. Dabei kann dieses Gas - genau wie fossiles Erdgas - über das bestehende Versorgungsnetz transportiert und in Haushalten, Autos und Bussen eingesetzt werden. Alternativ ist die Rückwandlung zu Strom in Gas- und Blockheizkraftwerken möglich. Neue Stromtrassen sind dafür nicht nötig ..."
>> Wolfgang George, Thomas Berg (Hrsg.) Regionales Zukunftsmanagement, Band 5: Energiegenossenschaften gründen und betreiben. Pabst, 232 Seiten, ISBN 978-3-89967-729-4













