(openPR) Hessenstiftung und Flechtwerk2+1 kooperieren für Kinder mit zwei Elternhäusern. 10.000,- Euro Anschubhilfe stellt die Stiftung zur Verfügung.
Bensheim, München, 14.05.2014. Anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai 2014 gaben die hessenstiftung –familie hat zukunft und die Flechtwerk2+1 gGmbH ihre Zusammenarbeit bekannt, um zeitgemäß auf familienpolitische Herausforderungen zu antworten. Angesichts der verschiedenen Familienkonstellationen nach Trennung oder Scheidung richten beide Organisationen ihr Augenmerk auf das Kindeswohl und den Wunsch des Kindes nach bleibendem Kontakt und Umgang. Kinder und getrennt lebende Eltern brauchen stabile Bindungen und die Gewissheit, dass jeder von ihnen auch weiterhin in das Beziehungsgeflecht einer tragenden Gemeinschaft eingebunden ist.
Durch die Zusammenarbeit wird die hessenstiftung – familie hat zukunft „Hessenpate“ für das Flechtwerk-Besuchsangebot für Kinder mit zwei Elternhäusern. In den nächsten Wochen sollen Jugendämter und Familiengerichte in Hessen verstärkt über das Besuchsprogramm von Flechtwerk2+1 informiert werden, das getrennt lebende, besuchende Väter und Mütter in ihrer Elternschaft stärkt.
Das Programm steht auf drei Säulen:
?Flechtwerk2+1 bietet Vätern und Müttern nach Trennung oder Scheidung bundesweit kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten, damit sie ihr Kind in einer entfernten Stadt besuchen können.
?Flechtwerk2+1 vermittelt am Besuchsort ein „Kinderzimmer auf Zeit“. Kinder können mit Papa oder Mama ungestört basteln, kuscheln oder spielen - fast wie zuhause!
?Flechtwerk2+1 stärkt getrennt lebende Väter und Mütter durch individuelles Elterncoaching und praktische Hilfen im Alltag.
Gesucht werden für Hessen weitere Gastfamilien, d.h. Interessierte, die Übernachtungsmöglichkeiten bereitstellen können. Durch das kostenfreie Angebot der Gasteltern kann für getrennt lebende Väter und Mütter die Besuchsschwelle gesenkt und ihr Armutsrisiko gemindert werden. Informationen finden sich unter www.mein-papa-kommt.de bzw. www.flechtwerk2plus1.de
Für den Vorstand der hessenstiftung – familie hat zukunft begrüßte Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, die Zusammenarbeit für die weitere Verbreitung des Flechtwerk2+1 Besuchsangebots und sagte: „Wir halten das Angebot für eine gelungene Form der Familienselbsthilfe, weil Familien sich ehrenamtlich für andere einsetzen und Beziehungsmöglichkeiten zwischen Kindern und Eltern eröffnen, die sonst vielleicht verschüttet würden. Deswegen unterstützt die Hessenstiftung die Initiative gern mit einer Anschubförderung in Höhe von 10.000,- Euro.“
Jobst Münderlein, geschäftsführender Gesellschafter der FLECHTWERK 2+1 gGmbH, erkannte gerade in Hessen einen großen Bedarf für das bundesweite Angebot: „Wir können jetzt schon 400 Kindern die Besuche ihrer getrennt lebenden Eltern ermöglichen dank der über 500 Gasteltern. Mit einer gezielten Werbung in einem zentralen Flächenland wie Hessen kommen wir dem Ziel näher, bis Ende 2015 ein Gastgebernetz von 1.500 Personen vorzuhalten.“ Die Gründerin und Gesellschafterin von Flechtwerk2+1, Annette Habert ergänzte: „Es darf uns nicht egal sein, unter welchen Bedingungen Kinder nach der Trennung mit ihren Eltern verbunden bleiben. Sie brauchen ein Flechtwerk mit der Perspektive ‚2+1‘.“
Neben den regelmäßigen Besuchen ist es für Eltern in Trennungssituationen besonders schwierig, die Beziehung zu ihrem Kind über Distanz aufrechtzuerhalten und zu pflegen. Dafür bietet Flechtwerk2+1 ein dreimonatiges individuelles Elterncoaching per Telefonhotline an.
Die hessenstiftung – familie hat zukunft berät Politik und Gesellschaft, um eine familienfreundlichere Gesellschaft zu erreichen. Sie fördert in zahlreichen Maßnahmen mit Partnern der öffentlichen Hand und des gemeinnützigen Sektors ein sicheres und zukunftsorientiertes Lebensumfeld für Kinder und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem Ziel, Lust auf Familie zu machen, fordert und fördert die Hessenstiftung neue Familienformen in ihrer Partnerschafts- und Erziehungskompetenz und will Familien mehr Zeit füreinander geben. Gleichzeitig tritt sie dafür ein, dass Kinder in Hessen Geborgenheit und Schutz in der Familie erleben, ihre Kompetenzen für die Zukunft entwickeln können und in ihrer Sicht ernst genommen werden. Ein besondere Blick gilt dabei den Trennungsfamilien. Die hessenstiftung – familie hat zukunft wurde 2001 vom Land Hessen als Stiftung privaten Rechts gegründet.
Die Flechtwerk 2+1 gGmbH wurde 2012 von Annette Habert und Jobst Münderlein gegründet. Das Kernprojekt von Flechtwerk2+1 ist seit 2008 unter dem Slogan „Mein Papa kommt“ bekannt geworden. Die Vermittlung kostenfreier Übernachtungsmöglichkeiten für Väter und Mütter, die ihr Kind nach einer Trennung oder Scheidung in der Ferne besuchen wollen, wurde 2012 von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem startsocial Bundespreis ausgezeichnet. Der Claim „Für Kinder mit zwei Elternhäuser“ setzt konsequent den Ansatz der Flechtwerk-Arbeit um. Er nutzt das gute alte Bild des "Elternhauses", beschönigt aber nicht die Brüche und Verwundungen, die es im Zusammenhang mit der Trennung des Elternpaares gibt.











