(openPR) Zum Internationalen Frauentag des Jahres 2006, der wie in jedem Jahr am 8. März begangen wird, mangelt es eigentlich nicht an frauenrelevanten Themen. Sind es doch immer noch Millionen von Frauen, denen elementare Menschenrechte, Gleichbehandlung und Mitbestimmung in sozialen und wirtschaftlichen Fragen vorenthalten werden. Weshalb die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eigentlich berufen, um in vorderster Front für die wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen zu kämpfen, sich für das unspektakuläre Thema „Frauen und Sport“ entschieden hat, ist deshalb befremdlich. Das EU-Parlament organisiert am nämlichen Tage eine Diskussionsveranstaltung zur „Zwangsprostitution im Rahmen von weltweiten Sportereignissen“ und hat dabei wenigstens den Finger in einer offenen Wunde, wenn wir an die kommende Fußballweltmeisterschaft in Deutschland denken.
Die Partnerorganisationen der DESWOS, so war es deren Vorbereitungen zu entnehmen, werden sich mit den Frauengruppen den drängenden Themen des Frauenalltags zuwenden und auf der Straße, in öffentlichen Veranstaltungen und bei Versammlungen auf ihre Probleme und Forderungen aufmerksam machen.
Thematische Schwerpunkte sind immer noch ungleicher Lohn für gleiche Arbeit, die schlechten Bildungschancen für Mädchen, die Unterrepräsentation in den politischen Entscheidungsgremien und die Unterdrückung in den traditionell patriarchalischen Familien. Bei unseren indischen Partnerorganisationen, wo die Frauengruppen gut organisiert sind, stehen die jeweils aktuellen Konflikte im Vordergrund. Die Frauen aus den Spar- und Kreditgruppen sind oft auch die Avantgarde einer provokanten bewusstseinsverändernden Bewegung, die Themen wie Ungleichbehandlung in der Arbeitswelt, Mitgiftzwang, Abtreibung weiblicher Föten, Kinderheirat oder Gewalt in der Familie in die Öffentlichkeit tragen.
Das ist nicht immer ungefährlich, denn die Diskussion dieser Themen führt zu Tabubrüchen und irritierenden Provokationen. Für die Frauen sind es aber Themen, die ihnen auf den Nägeln brennen. Die DESWOS, die in ihren Projekten die Qualifizierung und Ausbildung von Frauen zu einem Schwerpunkt gemacht hat, gibt deshalb auch Raum und Zeit für solche Diskussionen und Aktivitäten zum Weltfrauentag. Wenngleich im Curriculum unserer Ausbildungsprogramme dies unter Begriffen wie „Staatsbürgerliche Bildung“ oder „Bewusstseinsbildung über Geschlechterrollen“ ein wenig verklausuliert ist: die Frauen halten diesen Teil des Ausbildungsprogramms für ebenso wichtig, wie ihre fachliche und berufliche Qualifikation. Sie machen am Weltfrauentag, ganz anders als die internationalen Institutionen, mit Vehemenz deutlich, dass dieser Tag gedacht ist, allerorts die Defizite aufzuzeigen, die Frauen weltweit immer noch und jeden Tag aufs Neue erfahren. Und dass wir alle aufgerufen sind, sie zu überwinden. Jeden Tag.
Projekte mit besonderer Orientierung auf Frauenbildung und aktiver Politik zur Gleichstellung können Sie mit der DESWOS fördern.
Auf der Website www.deswos.de finden Sie folgende frauenrelevante Projekte:
Alleinerziehende Mütter Arusha, Tansania
Maurerinnen-Ausbildung in Marathwada, Indien
Landfrauen in Mahaboobnagar, Indien
DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe
für soziales Wohnungs-
und Siedlungswesen e.V.
Innere Kanalstr. 69
50823 Köln













