(openPR) Ob die Weltwirtschaftskrise vor fast hundert Jahren durch die Abschaffung des Zahlungsmittels der Goldzertifikate in den Vereinigten Staaten oder durch diverse andere geldpolitische Eingriffe inkompetenter staatlicher Akteure nach Ende des Ersten Weltkriegs verursacht wurde, sei dahingestellt. Es wurden, wie wir heute wissen, jedenfalls katastrophal folgenreiche Fehler gemacht. Schon 1921 platzte die Spekulationsblase bei Staatsanleihen, Mitte der Zwanzigerjahre dann eine Immobilienblase in den Vereinigten Staaten, und schließlich 1929 die Aktienmarktblase. Die dadurch verursachte Kapitalvernichtung führte dann ab 1930 zur großen Depression mit weltweiter Massenarbeitslosigkeit und vor allem in Deutschland zu den bekannten sozialen und politischen Folgen.
Die von den gegenwärtigen politischen Akteuren zur „Lösung“ der globalen Banken- und Staatschuldenkrise – die sich längst zu einer Krise des weltweiten Finanzsystems entwickelt hat – ergriffenen Maßnahmen lassen befürchten, daß wir auf ein ähnliches Szenario zusteuern. Die eigentlichen Ursachen der Krise werden nicht angegangen. Sie liegen in der unverantwortlichen Deregulation der Finanzwirtschaft, die längst ein Eigenleben unabhängig und auf Kosten der Realwirtschaft führt. Das einzige, was die Politiker bisher unternehmen: dieses todkranke System durch immer neue Liquidität am Leben zu erhalten.
Massenweise frisch gedrucktes Geld, vor allem der FED, fließt so gut wie ausschließlich in die Spekulation und treibt gigantische Blasen, die in wohl gar nicht mehr ferner Zukunft mit einem lauten Knall platzen – und verheerende Schäden in der Finanz- und Realwirtschaft anrichten werden. Dazu ist nicht einmal die Drosselung der Versorgung mit neuem Geld notwendig, obwohl schon Andeutungen dieser Art in der jüngsten Vergangenheit sofort zu kräftigen Zinssteigerungen geführt haben. Eine größere Fehlspekulation mit Derivaten zum Beispiel, eine (bevorstehende) Staatspleite, oder allein die wachsende Angst der Spekulanten vor einem Crash am Aktien- oder Anleihemarkt und die dadurch überspannten Nerven machen anfällig für eine Kettenreaktion panischer Aktionen und Reaktionen.
Der Anschein risikoloser Spekulation an den Anleihemärkten durch das Versprechen unbegrenzten Ankaufs von Anleihen durch die Notenbanken ist das größte Übel und zieht immer mehr Geld an sich, das in der Realwirtschaft und an den Rohstoffmärkten fehlt. Die Schieflage von Banken, die durch unverantwortliche Deregulierung zu Spielbanken degeneriert sind, läßt sich aber nicht durch Fluten neuen Geldes wieder ins Lot bringen. Im Gegenteil: Ohne Re-Regulierung und strikter Beschränkung der Bankentätigkeit auf die Sicherung des Zahlungsverkehrs und der Kreditversorgung wird die degenerative Entwicklung der Banken bis zum Exitus des gesamten Finanzsystems und dem Zusammenbruch des globalen Geldwesens vorangetrieben.
Die insolventen Staaten werden mit den verabreichten Medikamenten ebenfalls nicht kuriert. Sparen auf Kosten der Schwächsten – weil die Reichen den Regierungen sagen, wo’s langgeht – bewirkt nur realwirtschaftliche Schrumpfungsprozesse und steigende Arbeitslosigkeit mit unkalkulierbaren sozialen und politischen Folgen. Verschwendung durch die verantwortlichen Politiker, teure Pfründen für Politiker, Gelegenheiten zur Selbstbedienung auf Kosten der Gesellschaft für politiknahe Kreise, verbreitete Korruption … das sind die wirklichen Übel. Kräftige Steuererhöhungen für hohe Einkommen und Abgaben für große Vermögen sowie eine Abwertung der Währung sind die Mittel, die zur Verbesserung der Lage dieser Staaten eigentlich geboten wären.
Ersteres wollen aber natürlich die Profiteure der Misere und ihre politischen Schutzmächte nicht. Sie spielen deshalb ihr Raffke-Spiel auf Kosten ihrer Mitmenschen ungestört so lange weiter wie man sie gewähren läßt. Währungsabwertung setzt in der Europäischen Union entweder das (zeitweilige) Ausscheiden oder eine Interims-Parallelwährung des Problemstaates voraus. Das lehnen verständlicherweise die betroffenen Länder solange ab, wie sie sich als Mitglieder der Währungsunion bequemer von anderen Ländern, vor allem von Deutschland und vom IWF, alimentieren lassen können. Unverständlicher Weise lassen die politischen Vertreter der so Ausgenutzten sich das gefallen, obwohl sie damit das Allgemeinwohl der von ihnen vertretenen Völker gefährden.
Nach einer vernünftigen nachhaltigen Heilung der seit 2008 offenbaren Krankheit des Finanzsystems sieht es nicht aus. Nicht einmal die Symptome haben die behandelnden Quacksalber im Griff, verstärken sie mit ihren „Lösungs-“versuchen sogar immer weiter, und es ist damit zu rechnen, daß der Patient „Weltwirtschaft“ diese Behandlung nicht überlebt.
Ziehen vielleicht allein die Chinesen aus der Tatsache, daß nur eine Währung, die (so gut wie) nicht politisch manipuliert werden kann, eine stabile Währung ist, die gebotenen Konsequenzen? Ihre immensen Aufkäufe von Gold und Goldproduzenten legen diesbezügliche Vermutungen nahe. Eine goldbasierte Währung, in diesem Fall wäre es der Renminbi, ist wahrscheinlich die einzige noch mögliche Rettung des gesamten Weltwährungs- und Wirtschaftssystems vor dem Zusammenbruch. Wenn diese Vermutung stimmt, würde China die USA als Weltmacht Nummer eins ablösen.
Ob die verantwortlichen polit-ökonomischen Herrscherklassen der wirtschaftlich tonangebenden Staaten der Welt auch zu dieser Einsicht gelangen? Prof. Querulix ist skeptisch. Er traut dem Menschentier nicht viel zu, wenn es um den vernünftigen Einsatz des Verstandes geht. „Solange Macht- und Beutesucht ihm seinen Geist verwirren, muß der Mensch bei seiner Weltgestaltung irren“, dichtet er im Volksmund.
Übrigens: Prof. Querulix publiziert seit über 25 Jahren zeitlos-zeitkritische Aphorismen, Reime und Gedichte. Seine entlarvenden Charakterisierungen des Menschentiers und seines Verhaltens sind bisher in zahlreichen Büchern, eBooks und auf CDs erschienen. Zu seinem 25jährigen Publikationsjubiläum brachte der eVerlag Rüdenauer Edition Autor Digital Ende vergangenen Jahres ein „dickes“ eBook mit zeitlos zeitkritischen Aphorismen, Reimen und Gedichten heraus (1.085 Seiten virtueller Umfang, ISBN 978-3-943788-21-1) und eine inhaltlich noch etwas umfangreichere und um eine kleine Bildergalerie ergänzte CD (ISBN 978-3-943788-27-3). Titel: „Volksmund tut Weis- und Wahrheit“. Sie sind für jeweils 29,95 Euro beim Verlag und in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
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