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Biogasbranche: „Bundesregierung setzt Energiewende in den Sand“

16.04.201415:47 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Biogasbranche: „Bundesregierung setzt Energiewende in den Sand“
EUWID Neue Energien 16/2014 ist am 16. April erschienen
EUWID Neue Energien 16/2014 ist am 16. April erschienen

(openPR) Während sich Industrieverbände zufrieden und erleichtert über den Kabinettsentwurf zur EEG-Novelle gezeigt haben, überwiegt bei den Herstellern und Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien die Ernüchterung. Zu sehr steht das Dokument unter dem Eindruck der seit geraumer Zeit geführten Kostendiskussion.



Eine dynamische Ausbauperspektive, wie sie die Unternehmen mit ihren in Zeiten blühender Geschäfte aufgebauten Kapazitäten benötigen würden, bietet die Novelle des wichtigsten Energiewende-Gesetzes nicht. Insbesondere in der Bioenergiebranche sieht man kaum mehr eine Zukunft in Deutschland. Der Kabinettsbeschluss sei „verheerend“ und die Bundesregierung setze damit „die Energiewende in den Sand“, hieß es etwa von Seiten des Biogasrats.

Die wöchentlich erscheinende Fachpublikation EUWID Neue Energien widmet der EEG-Novelle auch in der jetzt erschienenen Ausgabe 16/2014 einen Sonderteil. Insgesamt informiert die jüngste Ausgabe mit 67 Nachrichten und Analysen sowie einer Vielzahl von Tabellen und Graphiken kompakt über den aktuellen Status der Energiewende in Deutschland. (Eine kompakte Übersicht über alle Themen der Ausgabe finden Sie hier: http://www.euwid-energie.de/printausgabe/aktuelle-ausgabe.html)

Der Kabinettsentwurf beinhaltet wenige greifbare Verbesserungen für die Bioenergiebranche, zu den Lichtblicken zählen die Weiterführung der Flexibilitätsprämie für den Bestand und der die Beibehaltung des Luftreinhaltebonus (eine detaillierte Analyse des Kabinettsentwurfs im Biomassebereich können Abonnenten von EUWID Neue Energien bereits jetzt hier abrufen).

Kritik kommt aber nicht nur aus dem Bioenergiebereich. Die Solarbranche etwa zweifelt an der Verfassungskonformität der Regelungen im Bereich des Eigenverbrauchs. Zweifel an der rechtlichen Ausgestaltung der Regelungen zum „Neustart der Energiewende“, wie ihn Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD) propagiert, gibt es auch mit Blick auf die Länderöffnungsklausel bei der Windkraft. Der Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, ließ im Gespräch mit EUWID durchblicken, dass man insbesondere die bayerische Vorgehensweise mit Blick auf den Abstand von Windenergieanlagen zu Wohngebieten für juristisch nicht haltbar hält.

Ein wichtiger Kritikpunkt an der EEG-Novelle liegt auch in einer fehlenden Ausrichtung des gesetzlichen Rahmens an den Bedürfnissen eines auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystems. Die Speicherung von Energie wird ausgespart, die Rolle der Bioenergie als Systemdienstleister in einem künftigen Energiesystem wird massiv beschränkt, auch für Biomethan sehen die Branchenverbände keine Perspektive. Die Fragen, wie ein stabiles Versorgungssystem gestaltet werden kann, wenn fluktuierende erneuerbare Energien im Strommarkt innerhalb der kommenden zehn Jahre eine dominierende Rolle im Strommarkt übernehmen, sind zunächst einmal nicht beantwortet.

Stattdessen geht es einmal mehr um die Begrenzung der Kosten der Energiewende. Dieses Ziel ist für sich genommen nicht zu beanstanden, allerdings sind Zweifel angebracht, inwieweit die gewählten Schritte diesem Ziel dienen. Zum einen geht der mit Abstand größte Kostenblock auf Vergütungsversprechen aus der Zeit des Photovoltaikbooms zurück, als eine hohe garantierte Vergütung bei dramatisch gesunkenen Systemkosten zu hoher Rendite und damit zu einem Zubau auf sehr hohem Niveau geführt hat. Würde sich ein solcher Zubau heute wiederholen, würde das nur einen Bruchteil der Kosten des historischen Zubaus nach sich ziehen.

Das zeigt bereits ein Blick auf die Vergütungssätze: Erhielten Betreiber einer neuen 8-kWp-Solaranlage vor fünf Jahren noch eine auf 20 Jahre garantierte Vergütung in Höhe von 43,01 ct/kWh, so beträgt dieser Vergütungssatz für Neuanlagen im April 2014 noch 13,28 ct/kWh, also weniger als ein Drittel. Auch in anderen Erzeugungsbereichen hat die im EEG angelegte Degression die Kosten deutlich sinken lassen. Einzig der Ausbau der Offshore-Windkraft ist aus heutiger Sicht ein Kostenrisiko, von dieser Technologie verspricht sich die Politik aber eine besonders wichtige Rolle im Zuge der Energiewende. Das Kostenargument wurde insoweit mit Blick auf den Offshore-Ausbau ein Stück weit ausgeblendet.

Wird der Block der Bestandskosten als gegeben angenommen, dann geht es um die Kosten von Reinvestitionen und Neubau am Kraftwerksmarkt. Hier ist es dann aber nicht damit getan, Investitionen in erneuerbare Energien aufzusummieren und mit den „Kosten“ der Energiewende gleichzusetzen. Vielmehr ist ein Vergleich zwischen verschiedenen Handlungsoptionen erforderlich.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Vergleich zwischen den Systemkosten, die ein weitgehend auf erneuerbaren Energien und ein eher fossil geprägtes Stromversorgungssystem im Jahr 2050 verursachen würde. Genau dieser Frage ist das Hamburger arrhenius-Institut nachgegangen. Die Studie zeigt, dass der „vermeintlich einfachste Ansatz, im Status-quo zu verharren und damit eine Kostenstabilisierung oder gar -senkung zu erreichen, zu kurz greift“. Der Verzicht auf die Energiewende bedeutete dabei vor allem auch hohe Kosten für den Betrieb eines konventionellen Kraftwerksparks durch den erforderlichen Einkauf entsprechender Brennstoffe.

EUWID Neue Energien 16/2014 vom 16. April informiert unter anderem über folgende Themen:

-> Kretschmann zur EEG-Novelle: „Erwarten von Bundesregierung, dass sie Zusagen einhält"

-> Vorleistungsfonds könnte EEG-Umlage entlasten

-> Expertenkommission sieht Licht und Schatten bei der Energiewende in Deutschland

-> Mecklenburg-Vorpommern will an Beteiligung der Bürger an Energiewende festhalten

-> Bosch-Software soll bis 2017 mehr als 1.000 Bioenergieanlagen virtuell bündeln

-> Viessmann übernimmt PV-Geschäft von Schüco

-> Rekordjahr beim Windkraftzubau: Über 1.000 Anlagen mit knapp 3 GW neu errichtet

-> Meiningen: Bürgermeister will aus Erdwärmeprojekt aussteigen

-> Baden-Württemberg: Regierungspräsidium gibt Mittel für Kleinwasserkraft frei

Unternehmensmeldungen (Auswahl): CropEnergies, aleo solar, Enercon, RWE Innogy, Younicos, Solar-Fabrik, SKF, Senvion, Vattenfall, Dii, Tschopp, Fruytier, ERDA, Leclanché

Graphiken und Tabellen (Auswahl): Großhandelspreise Getreide/Ölsaaten, Renixx World, Onshore-Windkraft-Neuinstallationen, Windenergieeinspeisung, Marktdaten Windkraft, Solareinspeisung, Rohstoffpreise, Heizölpreise

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