(openPR) Angela Merkel zum Trotz – deutsche Frauen sind in Führungspositionen noch immer wenig vertreten. Dafür wird zum Teil eine objektive Benachteiligung verantwortlich gemacht. Oft stehen sie sich aber auch selbst im Weg.
Die Münchner Diplom-Psychologin Madeleine Leitner betreut seit vielen Jahren Menschen in beruflichen Orientierungssituationen. Dabei treten immer wieder Frauen an sie heran, die im Gegensatz zum gängigen Vorurteil sogar mit Rückendeckung ihrer Firma alle Chancen haben, in Top-Führungspositionen aufzurücken. Auch Frauen, die solche exponierten Positionen bereits inne haben, leiden trotz ihres offensichtlichen Erfolgs unter ständigen Selbstzweifeln und Ängsten. Trotz bester Chancen stehen sie sich karrieretechnisch selbst im Weg.
Die eigentliche Ursache für diese Blockaden liegt bei genauerer Betrachtung immer in der Biografie dieser Frauen, und zwar in den Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit gemacht hatte. Bei ihren Klientinnen fand Madeleine Leitner unter anderem folgende Konstellationen:
1. Überforderung
Manche Frauen werden aufgrund bestimmter Konstellationen zu früh mit zu viel Verantwortung konfrontiert und entwickeln daraus ein Grundgefühl ständiger Überforderung. Sie haben ständig Angst, ihre Aufgaben nicht zu schaffen. Diese Ängste vermeiden sie, indem sie Aufgaben übernehmen, die unter ihren eigentlichen Möglichkeiten liegen.
2. Ausgrenzung
Bei Jungen und Männern ist es aufgrund ihrer Wettbewerbsorientierung positiv besetzt, wenn sie „besser“ als andere sind und aus der Masse herausragen. Begabte Mädchen müssen im Gegensatz dazu befürchten, aufgrund ihrer Andersartigkeit von ihrer peer-group ausgegrenzt zu werden – sei es aus Unverständnis oder aus Eifersucht und Neid. Sie nehmen sich daher auch schon früh zurück und passen sich an. Beim Schritt in eine exponierte Führungsaufgabe tritt diese Angst wieder auf und hindert sie bei ihrer Karriereplanung, insbesondere, wenn sie innerhalb eines bestehenden Teams aufsteigen sollen. So bleiben auch sie unter ihren Möglichkeiten.
3. Eine problematische Geschwisterkonstellation
Die Ursachen für das Vermeiden exponierter Führungsaufgaben liegen auch häufig in einer prägenden Konstellation von Geschwistern. So wurde die „kleine Schwester“ bei ihrem wesentlich älteren Bruder und dessen Freunden immer abgelehnt. Auch als Erwachsene vermied sie trotz bester formaler Qualifikation und entsprechender Aufstiegschancen, den nächsten Karriereschritt zu tun. Sie hatte früh gelernt, dass sie „nicht mit den Jungs mitspielen darf“.











