(openPR) Bewerbungsunterlagen sind heute aufgrund der Vielzahl der Bewerbungsratgeber zunehmend standardisiert und wenig aussagekräftig. Arbeitgeber stehen dann vor der Aufgabe, aus einer Flut meist nichtssagender Einheitsfloskeln und fragwürdiger Selbstdarstellung die passenden Bewerber zu einem persönlichen Gespräch einzuladen.
Personalverantwortliche haben in den vergangenen Monaten immer wieder bestätigt, dass bei den schriftlichen Bewerbungen immer noch grundlegende Fehler gemacht werden. Neben gravierenden formalen Mängeln beklagen sie, dass die schriftlichen Unterlagen oft völlig am Thema vorbeigehen. Die meisten Bewerber zeichnen sich dabei durch eine egozentrische Grundhaltung aus, frei nach dem Strickmuster „Ich bin, ich kann, ich will“. Die Münchener Wirtschaftspsychologin und Karriereberaterin Madeleine Leitner bezeichnet dies frei nach Loriot als das „Erwin-Lindemann-Syndrom“ („Ich bin Erwin Lindemann....“).
Von diesem Syndrom unterscheidet sie zwei Grundtypen: 1. den Bittsteller, der an die Gnade des Arbeitgebers appelliert und 2. den Selbstdarsteller, der zu viele Bewerbungsbücher gelesen hat, in denen er ermuntert wird, selbstbewusst aufzutreten. Er strotzt vor Selbstbewusstsein und schlägt kräftig Schaum. Diese Haltung beklagten mittlerweile 30 Prozent von 1000 befragten Personalverantwortlichen in einer Untersuchung, die von der Outplacementfirma von Rundstedt und Partner durchgeführt wurde.
Beide Typen des „Erwin-Lindemann-Syndroms“ sind aus der Sicht von potenziellen Arbeitgebern allerdings wenig interessant. Während es früher zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch Loyalität gab und der Appell an das Herz noch gelegentlich fruchtete, ist das Verhältnis mittlerweile vorwiegend durch wechselseitiges Nutzendenken gekennzeichnet. Bewerber werden primär unter dem Aspekt betrachtet, ob sie erkennbar zur Problemlösung des Arbeitgebers beitragen könnten. Die Haltung „ich bin, ich kann, ich will“, mit der die meisten Bewerber sich präsentieren, geht also völlig am Interesse der Arbeitgeber vorbei.
Statt Erwin Lindemann zu spielen, sollten Stellensuchende sich Arbeitgebern besser als potenzielle Problemlöser nähern, rät Madeleine Leitner. Doch was genau ist ein Problemlöser? Er zeichnet sich dadurch aus, dass er die Probleme des Arbeitgebers kennt und weiß, wo diesen der Schuh drückt. Und er übt sich nicht in derzeit weit verbreiteten Lobeshymnen auf die angeblichen Fähigkeiten, sondern argumentiert mit glaubhaften Belegen. Glaubhaft ist ein solcher Bewerber vor allem dann, wenn er ähnliche Probleme in der Vergangenheit erfolgreich gelöst hat.
Die Haltung des Problemlösers bedeutet vor allem, dass sich Stellensuchende von der egozentrischen Sichtweise verabschieden und sich stattdessen in die Sichtweise potenzieller Arbeitgeber versetzen sollten. Die Haltung des Problemlösers zeigt sich bereits in der Form und in der Argumentation der schriftlichen Unterlagen, aber auch im Vorstellungsgespräch, natürlich nur dann, wenn man dazu eingeladen wird – Erwin Lindemann wird es dabei wohl schwer haben...
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