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Optimierung im Unternehmen mit Interim Managern?

Bild: Optimierung im Unternehmen mit Interim Managern?
Udo Janetzki                           Foto: Atelier Dittmar
Udo Janetzki Foto: Atelier Dittmar

(openPR) Im Gespräch: Udo Janetzki, Geschäftsführer,
UJC, Udo Janetzki Consulting - Interim Management & Beratende Ingenieure -

„Optimierung im Unternehmen mit Interim Managern?
Ist das der richtige Weg?“


Warum holen zunehmend Firmen Interim Manager zur Optimierung ins Unternehmen?


Wir machen die Erfahrung, dass inzwischen in Deutschland auch das Instrument der hochqualifizierten Zeitarbeit bekannter ist als vor 5 Jahren. In den mittelständisch geprägten Unternehmen fehlt oft die personelle und fachliche Kapazität und da kommen jetzt zunehmend Interim Manager zum Einsatz. Für die Unternehmen sind die Mandate finanziell und zeitlich gut planbar und in der Regel immer erfolgreich. Externe werden zwar anfangs misstrauisch betrachtet, aber bereits nach kurzer Zeit aufgrund der eintretenden Erfolge integriert. Diese Erfahrungen werden dann in den Unternehmensnetzwerken weiterverbreitet und so wird sich der Markt Interim Management weiter positiv entwickeln.
In den Zeiten des ständigen Wandels in der Wirtschaft mit immer neuen Herausforderungen sind die Nutzenvorteile des Interim Managements als hochflexible und effiziente Lösung von Managementproblemen hervorstechend und werden von einer zunehmenden Zahl von Investoren, Aufsichtsräten, Vorständen und Geschäftsführern anerkannt.

Inwiefern wirkt sich die Optimierung dauerhaft für die Unternehmen aus?

Die Frage richtet sich nach dem dauerhaftem Erfolg eines Interim Manager Einsatzes und damit natürlich nach dem Return on Investment. Postulat unseres Hauses ist es immer, die Betroffenen zu Beteiligten zu machen und gemeinsam die Probleme zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten. In der Praxis zeigt sich diese pragmatische Vorgehensweise in vielen themenbasierten Workshops. Die Kontinuität der eingeleiteten Maßnahmen muss messbar eingebettet werden in ein ziel- und ergebnisorientiertes Kennzahlensystem, um die Erfolge monatlich kommunizieren zu können. Die Messbarkeit und die Einbeziehung der Betroffenen sichert die Nachhaltigkeit des Mandats.

Wie würden Sie eine ergebnis- und zielorientierte Arbeitsweise im Projekt beschreiben?

Ob sie ein Projekt zu managen oder eine Vakanz in einer leitenden Funktion zu überbrücken haben, es ist immer entscheidend, die eingeleiteten Aktivitäten messbar zu machen. In meiner beruflichen Laufbahn und auch in den Interim Management Mandaten habe ich immer sehr erfolgreich auf eine ziel- und ergebnisorientierte Projekt- und Unternehmenssteuerung mittel der BSC gesetzt. Erfolge lassen sich erst nachhaltig kommunizieren, wenn sie monatlich messbar sind. Ein gutes Monitoring der Projekte oder der Führungsaufgaben ist entscheidend für deren Erfolg.

Was verstehen Sie unter BSC?

Die Methode, mittels der balanced scorecard (BSC), einem ausgewogenen Zielsystem, die Unternehmen oder das Projekt zu steuern, kommt aus der amerikanischen Management Literatur, die Begründer Kaplan und Norton sind hier zu nennen, und hat sich seit Jahrzehnten dort durchgesetzt. Aus der Mission zur Vision und zur Strategie des Unternehmens kann man über Zielpyramiden kaskadenförmig abgeleitete und zum Teil abhängige aber auch gegensätzliche Ziele formulieren, die helfen das Unternehmen auf dem Weg zur richtigen Umsetzung der Strategie zu kontrollieren und zu steuern. Ein Kopieren sollte man aber nicht tun, sondern vielmehr kapieren wie die spezifischen Ziele im eigenen Unternehmen zu steuern und zu kommunizieren sind.

Oft sind die Kollegen auf Zeit ein Fremdkörper im Unternehmen. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Vom ersten Tag unseres Engagements ist es wichtig, die Organisation zu verstehen - und damit ist nicht nur die formelle Organisation gemeint, sondern ganz besonders die informelle. Diese ist oft wichtiger als gedacht. Es gilt, in kürzester Zeit eine Lobby und Mitstreiter zu bekommen, die hinter dem Projekt stehen und ihre Chancen sehen, im Unternehmen etwas zu bewegen. Denn oft werden wir gerufen, wenn im Veränderungsprozess ein Stillstand eingetreten ist.
Es beginnt schon mit so einfachen Dingen wie der tägliche Kommunikation. Es gilt das Wir-Gefühl zu stärken. Interim Manager, die das kapiert haben, sind schneller erfolgreich. Es heißt von der 1. Stunde im Unternehmen „Wir müssen“ und nicht „Ihr müsst ...“. Ein interimistisch eingesetzter Manager ist immer Bestandteil des Unternehmens und muss sich auch so verstehen. Egal, wie lange seine Einsatzdauer ist: 3, 6 oder 12 Monate. Erst wenn der letzte im Unternehmen begriffen hat, wie das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, hat der IM gewonnen. Hier hilft die Politik der kleinen Erfolge. Oft ist eine sichtbare Verbesserung kurzfristig um 80% besser als eine 100 %-ige in einem Jahr. Das ist dann schon meistens der Zeitpunkt, den ein Interim Manager gar nicht mehr im Hause erlebt. Solche Erfolge stärken die Akzeptanz des externen Managers.

Wie kommen Unternehmen an die richtigen Interim Manager?

Die Praxis zeigt, dass es hier keinen Königsweg gibt. Oft ist es die Mund-zu-Mund-Propaganda im Unternehmensnetzwerk von befreundeten Unternehmen. Oft ist es die Anfrage bei Interim Management Providern und Sozietäten (wie z.B. der Taskforce AG). Öfters werden Unternehmen auch kalt angeschrieben von Interim Managern oder Providern. Über die Dachgemeinschaft Deutscher Interim Manager DDIM kann ein Unternehmen auch in die Vorauswahl gehen. Dort sind mehrere 100 qualifizierte Kollegen aufgelistet und über Suchfunktionen kann in der Datenbank selektiert werden. Selbst in Google kann man durch die Eingabe der entsprechenden Schlüsselwörter wie z.Bsp. „Interim Manager, Supply Chain, Stuttgart“ geeignete Kandidaten finden.

Wie kommen Sie zu Ihren Mandaten?

Nachdem ich mich nach meiner über 30-jährigen angestellten Managementtätigkeit entschlossen habe, ins Interim Management zu wechseln, habe ich 2009 die vorhandenen Marketing Plattformen analysiert und mich mehrgleisig orientiert.
Erstens bin ich Partner der führenden deutschen Sozietät für Interim und Projekt Management Taskforce AG (www.taskforce.net) in München geworden.
Zweitens habe ich meine Firma Udo Janetzki Consulting (www.udojanetzki.de) über einen eigenen Internetauftritt am Markt positioniert und bin da über Partner Unternehmen oder DDIM und Google leicht zu finden.
Drittens bin ich noch Partner eines Strategie Beratungsunternehmens im Bereich Supply Chain (www.excelliance.de).
Jeder Interim Manager muss natürlich seinen USP herausarbeiten, um an die richtigen Mandate zu kommen.
Ich habe mich aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung in leitenden Positionen in der Supply Chain von bekannten internationalen Markenunternehmen für diesen Bereich entschieden. Dort bin ich nun seit 5 Jahren als Interim Manager, Berater und Coach und „elder statesman Supply Chain Management“ unterwegs. Die Mandate bekomme ich über die erwähnten Kanäle und mein persönliches Netzwerk.

Von Unternehmensseite hört man oft, das Interim Management teuer ist. Wie stehen Sie zu der Aussage?

Es ist ein Vorurteil, dass Interim Management zu teuer ist. Wen man alle Risiken und Nebenkosten einer Festanstellung zum Vergleich heranzieht, steht ein Interim Mandat gut da und hat den unschätzbaren Vorteil, sofort verfügbar zu sein. Kosten müssen immer in Relation zum erwirtschafteten Gesamtnutzen gesehen werden und da verlieren die Vorbehalte schnell an Gewicht. Wenn ein Projekt beispielsweise jetzt startet statt in zwölf Monaten, kommt der ROI auch früher und man geht nicht das Risiko ein, dass man vom Wettbewerb überholt wird. Oft ist es auch deutlich effektiver, ein laufendes Projekt mit einem Interim-Manager fortzuführen, anstatt viele Monate darauf zu warten, bis sich eine passende Führungskraft findet. Der Nutzen muss für den Kunden eindeutig die Kosten übersteigen. Deshalb gilt für unser Haus, dass wir den Auftraggebern immer messbare Resultate liefern, die nicht nur für das Unternehmen wichtig sind, sondern letztlich erst den Einsatz eines Interim Managers rechtfertigen. Wichtig für Unternehmen ist immer die mit dem Interim Manager verhandelte gemeinsame Zielvereinbarung. Sie ist Grundlage des Vertrages und bestimmt auch die Erwartungshaltung des Auftraggebers.

Wie sehen Sie den Interim Management Markt in der Zukunft? Wo sehen Sie die erfolgversprechendsten Hebel für Unternehmen?

Die Einsatzfelder für Interim Management sind vielfältig. Sei es in der Wachstumsgenerierung, der Due Diligence im Rahmen von Firmenübernahmen, bei notleidenden Projekten, bei Führungsvakanzen oder auch in der Restrukturierung oder Sanierung. Es geht immer um Change Management. Dort ist die offene und ehrliche Kommunikation mit allen Beteiligten das wichtigste. Sei es der Betriebsrat, die Mitarbeiter, die Gewerkschaftsvertreter oder auch die Eigentümer, alle stakeholder sollten mit ins Boot genommen werden und gemeinsam sollte in die richtige Richtung gerudert werden.
Der Interim Manager Markt wird sich aufgrund der Herausforderungen der Unternehmen und der demographischen Entwicklung weiter positiv entwickeln. Gerade für qualifizierte, erfahrene Führungskräfte ist es eine interessante berufliche Perspektive. Interim Manager mit einem praxiserprobten langjährigen beruflichen Background sind hier eindeutig im Vorteil.
Wir denken, dass für produzierende Unternehmen die Supply Chain ein ganz wichtiger Hebel ist, um ihre Strategie umzusetzen. Das ist der Bereich im Unternehmen, der über alle Branchen hinweg die teuersten Ressourcen, Mensch, Maschine, Material zu steuern hat und damit der Kostenfaktor und Umsatzgenerator Nr. 1 ist. Lieferservice und Qualität entsteht in dieser Wertschöpfungskette. Dort haben wir die Hebel für Verbesserungen immer erfolgreich ansetzen können. Gerade dieser Unternehmensbereich ist geprägt von vielen Projekten und ständig neuen Herausforderungen, die im Unternehmen nicht immer kurzfristig mit eigenem qualifiziertem Personal bewältigt werden können.


Das Gespräch führte Gerhard Gieschen, Geschäftsführer MCR Unternehmensberatung GmbH, Tübingen

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