(openPR) Intensivmedizin: Dr. M. Müller und Kollegen (Universität Bonn) stellen im aktuellen Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung einen 21jährigen Patienten vor, der nach mehrwöchiger frustraner Behandlung eines super-refraktären Status Epilepticus mit Immunadsorption erfolgreich behandelt werden konnte.
"Neben Patienten mit schwerem Schädelhirntrauma tritt der super-refraktäre Status epilepticus nicht selten bei jungen Patienten auf, die ohne vorherige Epilepsie und aus vollkommener Gesundheit plötzlich therapierefraktäre epileptische Aktivität erleiden. Obwohl es kaum Studiendaten zu einer immunmodulatorischen Behandlung dieser Patienten gibt, deuten Fallberichte darauf hin, dass es sinnvoll ist, dieses Patientenkollektiv frühzeitig mit immunsuppressiven Medikamenten, Immunglobulinen, Plasmapherese oder Immunadsorption zu behandeln.
Dies leitet sich u.a. aus der Beobachtung ab, dass der super-refraktäre Status epilepticus Antikörper-vermittelt verursacht sein kann, z.B. durch anti-NMDA-Rezeptor-Antikörper, und bei solchen Patienten, die bereits sehr erfolgreich immunmodulatorisch behandelt wurden. So ist davon auszugehen, dass auch bisher nicht identifizierte Antikörper einen super-refraktären Status epilepticus bedingen können und diese Erkrankung - trotz fehlendem Nachweis eines pathogenen Antikörpers - immunmodulatorisch behandelbar ist.
Darüber hinaus gibt es experimentelle Daten, die immunogene Mechanismen in der Entstehung eines persistierenden Status epilepticus nahelegen. Die Immunadsorption weist gegenüber der Plasmapherese ein besseres Risikoprofil sowie eine deutlich vereinfachte Anwendung auf ..."
>> Andreas Schwartz (Hrsg.): Arbeitstagung Neurointensivmedizin 2014. Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 1/2014
>> Rolf Bambauer, Reinhard Latza, Ralf Schiel: Therapeutic Plasma Exchange and Selective Plasma Separation Methods - Fundamental Technologies, Pathology and Clinical Results, 4. Edition 2013, Pabst, 580 pages, ISBN 978-3-89967-732-4











