(openPR) Übergewichtige Erwachsene haben es nicht leicht, dicke Kinder oft noch viel schwerer: Bewegung macht keinen Spaß mehr. In der Schule werden sie wegen ihres Gewichts gemobbt. Rechtzeitiges Gegensteuern ist deshalb unabdingbar.
Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland ist mittlerweile zu dick. Die Zahl der übergewichtigen Schulanfänger hat sich in den letzten 25 Jahren sogar verdoppelt. Gründe, warum der Nachwuchs in Deutschland immer runder wird, kennt Dr. Maximilian von Pichler viele. Er ist Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Asklepios Klinik Burglengenfeld und Experte in der Behandlung von Adipositas – also krankhafter Fettleibigkeit. „Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen für Übergewicht – egal in welchem Alter“, sagt der Mediziner. Schlechtes Essverhalten werde meist schon von zu Hause vorgelebt. „Zudem rutschen die Kinder mit jedem Kilo mehr in einen Teufelskreis, dem man nur schwer wieder entkommt.“ Die Extra-Pfunde verhindern ausreichend Bewegung, die Kinder nehmen weiter zu und bewegen sich noch weniger. Krankheiten, an denen sonst nur Erwachsene leiden, sind häufig die Folge. Dazu zählen Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Gelenkerkranken. „Viele dieser Beschwerden verschwinden auch dann nicht mehr, wenn das Kind wieder abgenommen hat“, so Dr. von Pichler.
Damit es gar nicht erst soweit kommt, rät der Experte zu einem regelmäßigen Essensrhythmus mit drei Mahlzeiten und zwei kleineren Zwischenmahlzeiten, zum Beispiel Obststücke oder Gemüsesticks. Außerdem sollten Eltern darauf achten, dass sich der Nachwuchs regelmäßig bewegt und nicht zu viel Zeit vor Fernseher oder Computer verbringt. Damit sich ein natürliches Hungergefühl einstellt und die Verdauung richtig arbeiten kann, sind Essenspausen wichtig. „Diese Punkte zu beachten heißt nicht, dass jedes Kind spindeldünn sein oder werden muss; aber für die weitere Entwicklung sollte das Gewicht in einem gesunden Rahmen bleiben.“ Denn ist man erst einmal in der Spirale von ständiger Gewichtszunahme, fällt es schwer, wieder den Weg hinaus zu finden.
„Studien haben gezeigt, dass aus dicken Kindern meist auch dicke Erwachsenen werden“, so Dr. von Pichler. Die Kilos werden immer mehr, bis sich das Übergewicht zur Krankheit Adipositas entwickelt. „Davon sprechen wir Mediziner von einem Bodymass-Index ab 40. Der errechnet sich, indem man das Gewicht durch die Körpergröße im Quadrat teilt. “ Sei das der Fall, helfe oft nur noch ärztliche Unterstützung, um Gewicht zu reduzieren. Am Adipositas-Zentrum in Burglengenfeld setzt man dazu auf ganzheitliche Behandlung. Neben dem Ärzte-Team kümmern sich Psychologen, Ernährungsberater und ein speziell zertifizierter Adipositas-Physiotherapeut um die Patienten.
Bleibt als letzter Ausweg nur noch eine Operation, wird die Methode individuell auf den Patienten abgestimmt. „Danach kommt es auf die Mithilfe des Betroffenen an“, weiß der Chefarzt. „Der Wille, seine Gewohnheiten komplett zu ändern, muss vorhanden sein.“ Nur dann seien ein dauerhafter Erfolg und ein gesünderes Leben möglich.





