(openPR) MECKENBEUREN-LIEBENAU - Täuschung von Angehörigen über die Todesursache ihres Betreuten, Hinhaltetaktiken seitens der Behörden und traumatisierte Bewohner: Das alles hat Diakon Josef Friedel vom Kulturkreis Meckenbeuren (Abteilung Heimatgeschichte) im Laufe seiner Recherchen über die Liebenauer Euthanasieopfer erfahren. In seinem Vortrag "Dem Vergessen entrissen. Schwierigkeiten und Hürden bei der Dokumentation der Schicksale der ermordeten Liebenauer Bewohner" am Montag, 27. Januar um 16:30 Uhr im Schlosssaal der Stiftung Liebenau berichtet er darüber.
Gegen das Vergessen
Diakon Josef Friedel hatte die Geschichte der Liebenauer Deportierten in einem dreiteiligen Projekt aufgebarbeitet: Zunächst erhob er die Grunddaten der Ermordeten. Dann folgte mit der Publikation "Gegen das Vergessen" eine Einordnung in die historischen Zusammenhänge. In einem dritten Schritt entstand eine zweibändige Dokumentation, die alle verfügbaren Materialien zu den Ermordeten enthält: von Datenblättern bis zu Briefen von Eltern, die von den Nazis bewusst über den Tod ihrer Angehörigen getäuscht wurden. Diese Dokumentation steht im Zentrum des Vortrags.
Ängste und Traumata
Friedel war von 1974 bis 2000 als Heimleiter und im Pastoralen Dienst der Stiftung Liebenau tätig. Von Bewohnern hatte er immer wieder Berichte aus der Zeit der Euthanasie gehört - die Ängste und Traumata wahrgenommen. Sie haben ihn nicht losgelassen. Im Ruhestand fand er als passionierter Heimatgeschichtler schließlich die nötige Zeit, die Ereignisse zu dokumentieren, den Schicksalen der Ermordeten mit der nötigen Hartnäckigkeit bei Ämtern und Behörden nachzuforschen und sie so dem Vergessen zu entreißen.
Euthanasiegedenken in Liebenau
Vortrag: "Dem Vergessen entrissen. Schwierigkeiten und Hürden bei der Dokumentation der Schicksale der ermordeten Liebenauer Bewohner".
Montag, 27. Januar 2014 um 16:30 Uhr
Schlosssaal der Stiftung Liebenau
Meckenbeuren-Liebenau
www.stiftung-liebenau.de











