openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Tierschutz: Bedeutsamer Paradigmenwechsel in NRW

08.01.201408:27 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tierschutz: Bedeutsamer Paradigmenwechsel in NRW
Das Foto zeigt ein Hahnenküken das während eines Fachkursus zum Schnabelkürzen verendete. © AGfaN
Das Foto zeigt ein Hahnenküken das während eines Fachkursus zum Schnabelkürzen verendete. © AGfaN

(openPR) Der vom nordrheinwestfälischen Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) zum 1. Januar 2014 verfügte Erlass gegen das Töten männlicher Küken der Legehennen-Linien, der nach einer zwölfmonatigen Übergangsfrist ab 1. Januar 2015 wirksam wird, ist ein weiterer Schritt zu einem neuen Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren. Er findet die ungeteilte Unterstützung seitens des Tierschutzfachverbands Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN). Tiere seien nicht nur „Produktionsmittel“, sondern Mitgeschöpfe. „Sie sind deshalb gemäß § 1 des Tierschutzgesetzes zu respektieren und dürfen nicht länger brutal auf dem Altar der Gewinnmaximierung geopfert werden“, so Eckard Wendt, Vorsitzender der AGfaN. Die Zeit sei reif für eine grundlegende Neuorientierung im Umgang mit den Nutztieren. Diese sei durch den ehemaligen niedersächsischen Agrarminister Gert Lindemann (CDU) mit dem „Tierschutzplan“ und dem jetzigen Landwirtschaftsminister, Christian Meyer (Grüne), mit dem Verbot des Schnabelkürzens bei Moschusenten ab 1. Januar 2014 eingeleitet worden.

Die Hähne der speziell auf hohe Legeleistung gezüchteten Legehennen-Hybridlinien eignen sich wegen ihrer geringen Gewichtszunahme und schlechten „Futterverwertung“ nicht zur Mast. Deshalb entledigten sich die Brütereien dieser „unerwünschten Nebenprodukte“ durch das „homogenisieren“ genannte, durch schnell rotierende Messer erfolgende „Zermusen“ der Küken. Aber auch Vergasung mit Kohlendioxid (CO2), einem stark reizenden und deshalb extreme Erstickungsängste auslösenden Gas, kommt zur Anwendung. Die vergasten Küken werden zur Fütterung von Greifvögeln und anderen Beutegreifern an Falkner und Zoos verkauft. Es sei aus Sicht der Tierschützer ebenfalls kein „vernünftiger Grund“ (§ 2 Tierschutzgesetz), wenn die Hähne im Rahmen der Ausbildung für das tierquälerische Schnabelkürzen Verwendung fänden, weil diese Amputationen nicht dem Tierwohl dienten, sondern allein dem Zweck, möglichst viele Tiere auf engem Raum zusammenzupferchen.

Wissenschaftler und Geflügelwirtschaft bemühen sich darum, die Geschlechtsbestimmung im Ei zur Praxistauglichkeit fortzuentwickeln. Es müsse jedoch bedacht werden, dass dies zurzeit erst etwa zur Hälfte der Brutdauer möglich sei. Das entspreche etwa der Abtreibung eines menschlichen Embryos zu Beginn des 5. Monats der Schwangerschaft, geben die Tierschützer zu bedenken. „Die Alternative des ‚Spermasexings‘, das bei Säugetieren im Rahmen der künstlichen Befruchtung möglich ist und bei Rindern in Ausnahmefällen zur Anwendung kommt, scheidet bei Vögeln aus, da bei ihnen die weiblichen Tiere mit ihren W- und Z-Genen das Geschlecht festlegen, während die homozygoten Hähne nur eines von zwei Z-Genen vererben können.

Die Tierschützer hoffen, dass der Erlass vom Landes- und Bundesverwaltungsgericht bestätigt werden wird, wenn die Brütereien dagegen klagen werden. Sie befürchten aber, dass die Brütereien das Verbot umgehen werden, indem die Hähne in andere Bundesländer gekarrt werden, wie aus Kreisen der Geflügelwirtschaft hinter vorgehaltener Hand zu hören ist. „Deshalb ist es wichtig, dass andere Bundesländer dem Beispiel Nordrhein-Westfalens zeitnah folgen und dadurch den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, damit sie ein bundesweit geltendes Verbot der Tötung männlicher Eintagsküken verfügt“, fordert Wendt.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 769556
 1440

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Tierschutz: Bedeutsamer Paradigmenwechsel in NRW“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. - Tierschutzfachverband

Bild: AGfaN fordert: Keine Fristverlängerung für tierquälerische Ferkelkastration!Bild: AGfaN fordert: Keine Fristverlängerung für tierquälerische Ferkelkastration!
AGfaN fordert: Keine Fristverlängerung für tierquälerische Ferkelkastration!
Angesichts der für die kommende Plenarsitzung des Bundesrates (Freitag, 21.09.18) anstehenden Abstimmung über den Antrag Bayerns, die Übergangsfrist bis zum endgültigen Verbot der betäubungslosen Kastration von Eberferkeln über das laufende Jahr hinaus um weitere fünf Jahre zu verlängern, hat die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung sich an die Landesregierung von Bayern gewandt. Der Tierschutzverein fordert, dass sich Bayern von der Fristverlängerung distanziert. Es habe genug Zeit bestanden, in der sich die Ferkel erzeugenden…
Beeindruckender Protest gegen Schweinehochhaus und Massentierhaltung
Beeindruckender Protest gegen Schweinehochhaus und Massentierhaltung
Auch Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) beteiligten sich an der vierstündigen Großdemo, zu der sich zirka 650 Tierfreunde am Sonntag (22.04.18) vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf / Sachsen-Anhalt versammelt hatten. Zur Mahnwache hatte die Tierrechtsorganisation Deutsches Tierschutzbüro e.V. (Berlin) aufgerufen und Sonderfahrten mit Bussen aus acht Städten organisiert. Anlass waren die heimlich aufgenommenen Fotos und Videos, mit denen schwere Verstöße gegen Artikel 20a des Grundgesetzes sowie ge…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: „Tierschutz-Ignoranz“ von CDU und FDP in NRW schockiert Tierschutz-OrganisationenBild: „Tierschutz-Ignoranz“ von CDU und FDP in NRW schockiert Tierschutz-Organisationen
„Tierschutz-Ignoranz“ von CDU und FDP in NRW schockiert Tierschutz-Organisationen
(Hagen-Hohenlimburg/Radolfzell – 28.04.2010) In einer Interview-Aktion mit den Düsseldorfer Landtagsfraktionen von CDU, FDP, SPD und Grünen wollten die Tierschutz-Organisationen „ProWal“, das „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF) und die „Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt“ wissen, wie es um den Tierschutzgedanken der Parteien steht. Auch …
NRW: Tierschutz-Verbandsklage weiter auf der Zielgeraden
NRW: Tierschutz-Verbandsklage weiter auf der Zielgeraden
NRW: Tierschutz-Verbandsklage weiter auf der Zielgeraden Der Umweltausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen hat heute Nachmittag den Gesetzentwurf der Landesregierung zur Einführung von Mitwirkungs- und Klagerechten für anerkannte Tierschutzverbände mit den Stimmen von SPD, Grünen und Piraten befürwortet. CDU und FDP stimmten dagegen. Der Bundesverband …
Schlechter Einstand für neue NRW-Umweltministerin
Schlechter Einstand für neue NRW-Umweltministerin
… nicht aus den Augen verlieren, dass in NRW 18 Millionen Menschen, deutschlandweit 80 Millionen Menschen ernährt werden wollten. Man müsse die Interessen des Tierschutzes und der Ernährung der Bevölkerung zusammenfügen. Die konventionelle Tierhaltung sei somit unverzichtbar. Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz / Tierschutzpartei NRW zeigt sich über die …
Bild: Stuttgart: Regierungswechsel ist Glücksfall für den TierschutzBild: Stuttgart: Regierungswechsel ist Glücksfall für den Tierschutz
Stuttgart: Regierungswechsel ist Glücksfall für den Tierschutz
… Schaden zuzufügen. Auch die Tierschutzorganisationen werden mit dem neuen Rechtsmittel verantwortungsvoll umgehen. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Berufung eines Tierschutzbeauftragten sei ein bedeutsamer Schritt zur Verbesserung des Tierschutzes. Im Bereich des Verbraucherschutzes erwarten die Tierschützer, dass sich Minister Bonde auf Bundesebene …
Bild: Tierschutz-Kontrollen sind eine Farce - Ein ausgemachter Tierschutzskandal in Deutschland!Bild: Tierschutz-Kontrollen sind eine Farce - Ein ausgemachter Tierschutzskandal in Deutschland!
Tierschutz-Kontrollen sind eine Farce - Ein ausgemachter Tierschutzskandal in Deutschland!
(Düsseldorf/Münster) – Gerade mal 29.900 Tierschutz-Kontrollen gab es im vergangenen Jahr in deutschen Bauernhöfen, so eine Auskunft der Bundesregierung. Für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen ein klarer Beweis dafür, dass weder die Bundesregierung noch die Landesregierungen den Tierschutz ernst nehmen. Die ÖDP NRW fordert …
Bild: Petition gegen Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage in NRWBild: Petition gegen Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage in NRW
Petition gegen Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage in NRW
Der erst vor fünf Jahren eingeführten Tierschutz-Verbandsklage in NRW droht das Aus. Schwarz-Gelb will das Gesetz, das von Rot-Grün eingeführt wurde und als Meilenstein für den Tierschutz gilt, auslaufen lassen. Dagegen wehren sich jetzt zehn Tierschutzverbände* mit einer gemeinsamen Online-Petition. Sie fordern von Ministerpräsident Laschet, das Gesetz …
Landtagswahl NRW 2010: Tierschutz-Wahlprüfsteine
Landtagswahl NRW 2010: Tierschutz-Wahlprüfsteine
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke und einige kleine Parteien zu Tierschutzthemen befragt. Größer könnten die Unterschiede kaum sein: Die Antworten auf die Tierschutz-Wahlprüfsteine der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zeigen, dass die Parteien in NRW sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber …
NRW-Landtag berät über Tierschutz-Verbandsklage
NRW-Landtag berät über Tierschutz-Verbandsklage
Pressemitteilung Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. 13.09.2012 NRW-Landtag berät über Tierschutz-Verbandsklage Das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen berät ab heute im Landtag über die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte lobt den Gesetzentwurf der rot-grünen …
Bild: Landesvereinigung Tierschutz gegründetBild: Landesvereinigung Tierschutz gegründet
Landesvereinigung Tierschutz gegründet
Landesvereinigung Tierschutz gegründet ÖDP NRW offensiv für Tiere (Windeck/Münster) – Die Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) wird in Nordrhein-Westfalen ihr Engagement für Tierschutz und Tierrechte weiter verstärken. Am Wochenende erfolgte die Gründung einer „Landesvereinigung Tierschutz NRW“ in Windeck. Diese Vereinigung steht auch allen Nicht-ÖDP-Mitgliedern …
Bild: Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. stellt Strafanzeige gegen Nerzfarm in GüterslohBild: Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. stellt Strafanzeige gegen Nerzfarm in Gütersloh
Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. stellt Strafanzeige gegen Nerzfarm in Gütersloh
Die Tierschutzorganisation „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“ hat Strafanzeige gegen den Betreiber der Nerzfarm in Gütersloh (NRW) gestellt. Nerze haben meist ein kurzes und qualvolles Leben in Deutschland. Sie werden auf Farmen in engen Drahtkäfigen gehalten. In freier Wildbahn ist ihr Revier bis zu 20 Quadratkilometer groß – in deutschen Farmen …
Sie lesen gerade: Tierschutz: Bedeutsamer Paradigmenwechsel in NRW