(openPR) Am 8. Februar 2006 wurde das neue PET-CT Gerät am Klinikum Ernst von Bergmann in Betrieb genommen.
PET-CT ist das derzeit modernste bildgebende Verfahren für Tumorpatienten. In Deutschland ist diese Technik noch rar gesät. Nur ein gutes Dutzend deutscher Krankenhäuser verfügt über eine solche Diagnostik – darunter nun auch das Klinikum Ernst von Bergmann.
Die Innovation des PET-CT: durch die Fusion von CT- und PET-Bildern lassen sich Tumorerkrankungen früher erkennen; auch das Stadium einer Krebserkrankung kann exakter bestimmt werden.
Das Potsdamer PET-CT steht in der Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH und wird in Zusammenarbeit mit der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie des Klinikums betrieben. Das hochmoderne wie traditionsreiche Potsdamer Klinikum ist ein allgemeines Krankenhaus der Schwerpunktversorgung in der Region. Hier arbeiten mehr als 300 Ärzte, 700 Pfleger und insgesamt rund 2000 Mitarbeiter für das Wohl der Patienten und Bürger aus Potsdam und Umgebung.
Das PET-CT erweitert ab Februar 2006 das umfassende Leistungsspektrum des Krankenhauses. Das Diagnosegerät hilft, Anfahrtswege für Patienten zu verkürzen und die Behandlungsqualität weit über die Region hinaus deutlich zu erhöhen.
Funktionsweise
Ein PET-CT-System vereint in einem Gerät mit PET (Positronenemissionstomographie) und CT (Computertomographie) die Vorteile zweier in der Tumordiagnostik etablierter Untersuchungsverfahren. Man hat festgestellt, dass sich bei bestimmen Fragestellungen die Informationen von PET und CT hervorragend ergänzen und hat daher die Untersuchungsmethoden dahingehend entwickelt, dass sie nun zeitgleich durchgeführt werden. Dies dauert insgesamt zwischen 20 und 35 Minuten.
Die PET ist ein nuklearmedizinisches Diagnoseverfahren, das seit mehr als 15 Jahren erfolgreich eingesetzt wird. Für die Untersuchung wird dem Patienten eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz (meist F-18-FDG, dies ist Fluor18-Desoxyglucose oder auch: strahlender Zucker) injiziert. In Tumoren reichert sich dieser Zucker durch deren Stoffwechsel besonders an. Die vom „strahlenden Zucker“ aus dem Körperinneren ausgesandten Strahlen werden von einem mit Detektoren bestückten Ringsystem erfasst. Somit werden die Tumoren bildlich erfassbar. Jedoch ist mit diesem Verfahren keine exakte räumliche Erfassung der Tumoren oder Auffälligkeiten möglich.
Die CT wird in der Röntgendiagnostik angewendet und gibt Auskunft über die genaue räumliche Zuordnung und über die morphologische Struktur der Organe.
Bei der CT-Untersuchung werden durch den Körper geschickte Röntgenstrahlen von den einzelnen Organen unterschiedlich geschwächt. Diese Schwächungsunterschiede werden von einem zweiten Ringsystem registriert. Für die CT-Untersuchung ist eventuell die intravenöse und/oder orale Gabe von Röntgenkontrastmittel notwendig.
Mittels der so genannten Bildfusion, also der digitalen Überlagerung von PET und CT-Informationen, können vom Arzt die Ergebnisse beider Untersuchungsverfahren ausgewertet werden. Die Auffälligkeiten im (Glucose )Stoffwechsel – sichtbar durch die PET – können durch die CT-Bilder nun eindeutig den entsprechenden Organen zugeordnet werden. Diese genaue Diagnostik ermöglicht es den behandelnden Ärzten, das komplette Behandlungsspektrum für den Einzelnen perfekt ausnutzen zu können und individuelle Therapiepläne zusammenzustellen.
Das PET-CT-Gerät im Klinikum Ernst von Bergmann
Die Klinik für Nuklearmedizin betreibt in Zusammenarbeit mit der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie ein PET-CT-Gerät der modernsten Siemens-Baureihe Biograph 6. Das hochmoderne Gerät besteht aus einem PET-Scanner mit einem Vollring aus LSO (Lutetium¬oxyorthosilikat) -Detektoren und einem 6-Zeilen-Spiral-CT.
Leistungsspektrum
Zurzeit beziehen sich die Anforderungen an PET-CT fast ausschließlich auf das Gebiet der Tumordiagnostik. Durch die Kombination aus funktioneller und morphologischer Diagnostik mittels PET-CT ist nicht nur ein frühzeitiges Erkennen von Tumorgewebe möglich, sondern auch die therapierelevante Festlegung des Tumorstadiums.
Mit PET-CT können Tumoren häufig schon nachgewiesen werden, wenn sie noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten oder anderen Körperregionen gebildet haben.
Aber auch wenn Metastasen vorliegen, wird vor einer eventuellen Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie eine genaue Lokalisation des Tumor- und Metastasengewebes ermöglicht. Nach erfolgter Therapie kann mit dieser Methode der Therapieerfolg nachgewiesen werden.
Bewährt hat sich die Methode besonders bei speziellen Fragestellungen zum Bronchialkarzinom, zu Kopf-Hals-Tumoren und bei der Suche nach einem unbekannten Primärtumor bzw. okkulten Metastasen.
Weiterhin, wenn auch weniger häufig, werden Fragen zum malignen Melanom, zu malignen Lymphomen sowie zu Pankreas-, Ösophagus-, Schilddrüsen-, Mamma-, Ovarial- und anderen Karzinomen geklärt.
Mit PET-CT kann aber auch eine spezielle Diagnostik bei der Abklärung von Entzündungsherden, Veränderungen im Myokardstoffwechsel oder bei Hirnerkrankungen durchgeführt werden.
Die Strahlenexposition des Patienten ist bei der PET-CT - Untersuchung vergleichbar mit der einer Ganzkörper-Computertomographie. „Die radioaktive Substanz – der „strahlende Zucker“ – hat eine sehr kurze Halbwertszeit von 110Minuten. Und dank der hoch entwickelten Aufnahmetechnik müssen wir nur relativ geringe Mengen des „strahlenden Zuckers“ verwenden. Daher wird die Menge der Strahlen der CT nicht wesentlich erhöht“, so Dr. Reinhard Schöneich, der Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin.
Vorteile für Arzt und Patienten
„Eine sichere Diagnostik ist immer die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Klare Befunde geben nicht nur uns Ärzten, sondern auch den Patienten Sicherheit für den weiteren Behandlungsablauf“, erklärt Dr. Reinhard Schöneich. Die PET-CT Untersuchung kann in vielen Fällen unklare Befunde abklären. Die Kombination zweier Verfahren in einer Untersuchung ist nicht zuletzt deshalb von Vorteil, weil den Betroffenen eine weitere Untersuchung erspart bleibt. So besteht z.B. die Möglichkeit, die Daten der CT-Untersuchung zur detaillierten Planung einer Strahlentherapie des Patienten zu nutzen.
„Das gemeinsame Verfahren PET-CT von Nuklearmedizin und Radiologie ist ein gutes Beispiel für den Nutzen von Interdisziplinarität und Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte“, freut sich Prof. Dr. Johannes Hierholzer, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie. - Ein Nutzen für die Patienten und die Region.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Theresa Decker
Pressereferentin









