(openPR) Sind geschäftliche Daten im Internet noch sicher? Die aktuelle Debatte um Cyberkriminalität und IT-Sicherheit prägte die Gespräche und Podiumsdiskussionen beim vierten cologne IT summit_ wie kein anderes Thema. Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft tauschten sich bei dem Wirtschaftsfachkongress in den Räumlichkeiten der Industrie- und Handelskammer zu Köln über aktuelle Entwicklungen, Trends und Themen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) aus.
Die Branche müsse dem Whistleblower Edward Snowden eigentlich dankbar sein, konstatierte Professor Michael Waidner, Direktor des Fraunhofer-Instituts für sichere Informationstechnologie in Darmstadt. „Infolge des NSA-Skandals ist das Bewusstsein für die Probleme in der Informations- und Kommunikationstechnologie geschärft wie nie.“ In diesem Punkt identifizierte er gleichzeitig den größten Nachholbedarf und nannte alarmierende Zahlen. Sage und schreibe 15 Prozent der deutschen Unternehmen verzichteten nach wie vor auf eine Firewall, um Hackerangriffe abzuwehren. Und: Über 80 Prozent aller Webanwendungen sind nicht sicher konfiguriert. Dabei mangele es keineswegs an Technologien, um unternehmenskritische Daten abzusichern.
Jürgen Kunz, Geschäftsführer der ORACLE Deutschland B.V. & Co. KG, stimmte zu. „Angriffe von außen lassen sich nicht verhindern. Es gilt, diese frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Dazu haben wir genügend technologische Möglichkeiten. 100prozentige Sicherheit allerdings gibt es weder in der Offline- noch in der Onlinewelt“, sagte er. „Klare Sicherheitsstrukturen in den betrieblichen Prozessen müssen über die reine Technik hinaus verbindlich abgebildet werden. Neben einer Absicherung von Firmennetzwerken durch Firewalls, von Mailservern, Virenschutz und dergleichen ist es aus Sicht von Oracle besonders wichtig, Daten an der Quelle zu schützen.“
Aber nicht nur das Thema Sicherheit lieferte beim cologne IT summit_ reichlich Stoff für Gespräche und fachlichen Austausch. Bei insgesamt zehn Podiumsdiskussionen und drei Praxis-Workshops kamen auch die Wachstumsperspektiven der Brache, branchenspezifische HR-Strategien, die mobile Geschäftswelt der Zukunft und arbeitsrechtliche Aspekte zur Sprache. Parallel präsentierten 22 Unternehmen bei einer Fachausstellung ihre Dienstleistungsangebote. Hier nutzten die Kongressbesucher auch die Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
Sowohl auf dem Podium als auch beim gemeinsamen Networking war die Rolle der ITK für nachhaltigen wirtschaftlichen Unternehmenserfolg ein viel besprochenes Thema. Kein Wunder. Immerhin entwickeln sich IT-Anwendungen branchenübergreifend zunehmend zur unternehmenskritischen Größe. Kaum ein Geschäftsprozess, der noch ohne rechnergestützte Systeme auskommt. „Die IT steht heutzutage vor der Herausforderung, dem schnellen Wandel der Geschäftsprozesse zu folgen“, so Sabine Bendiek, Geschäftsführerin der EMC Deutschland GmbH.
Einen Einblick in die Arbeitswelt der Zukunft gab derweil Thomas Schröder, Geschäftsführer der Microsoft Deutschland GmbH. Der Softwareriese machte unlängst Schlagzeilen, weil er seine Mitarbeiter in Deutschland künftig verstärkt im Home Office arbeiten lassen möchte. „Wir sind in Deutschland eine reine Vertriebs- und Serviceorganisation, obwohl wir in der Vergangenheit unsere Mitarbeiterzahl ausgebaut haben, standen durchschnittlich zwei Drittel unserer Büroräume leer. Das klassische Büro wird eher zum Treffpunkt von Kunden, Partnern, Kollegen, in dem der klassische Einzelschreibtisch immer seltener genutzt wird“, begründete Schröder das neue Office-Konzept. Damit das flexible Arbeiten funktioniert, gilt statt Kernarbeitszeit Vertrauensarbeitszeit. Auch die Mitarbeiterführung ist ein entscheidender Punkt. Grundsätzlich treffen die Teamleiter bei Microsoft mit ihren Mitarbeitern individuelle Vereinbarungen hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit. Darüber hinaus gibt es eine ausgeprägte Feedbackkultur, die den ständigen Austausch zwischen Managern und Mitarbeitern fördert.
Einmal mehr hat der cologne IT summit_ seinen Ruf als das jährliche Gipfeltreffen der Informations- und Kommunikationstechnologie verteidigt. „Die Intensität und Professionalität, mit sich hier Unternehmen zu den neusten Trends und politischen Entwicklungen lebhaft austauschen und vernetzen zeigt, dass mit diesem Format die Querschnittfunktion der ITK-Themen für alle Branchen in der Region bestens abgebildet wird“, resümiert Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin IHK Köln. Gemeinsam mit der Stadt Köln hatte die IHK erneut die Schirmherrschaft übernommen.
Veranstalter und Geschäftsführer der JOGECON GmbH, Georg Ruppert, ging noch weiter. Die anwesenden Firmenvertreter hätten die Chance, sich über die aktuelle Lage am Markt zu informieren optimal genutzt. „Wir haben zum Beispiel gesehen, dass die NSA-Affäre für Verunsicherung gesorgt hat“, so Ruppert. „In diesem Punkt konnten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärungsarbeit leisten. Ein fundamentales Misstrauen in die IT und die Vernetzung hätte fatale Folgen für die Wirtschaft.“











