(openPR) Interview im Januar 2006 mit Filmemacher Joost Renders [
], der während der Berlinale 2002 seinen Erstlingsfilm VIP Lounge spontan drehte.
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
Wie habt Ihr angefangen zu drehen - gab es schon eine Geschichte oder feste Charaktere?
Joost Renders:
Wir haben eine ganz einfache Outline genommen, so “A Star is Born”-mäßig- das wurde auch erst als Idee geboren, nachdem wir uns getroffen hatten. Dann haben wir zunächst mit 5 SchauspielerInnen angefangen und
mit denen am ersten Tag gemeinsam die Rollen kreiert. Wir wurden allerdings immer mehr und am Ende waren es 18 Schauspieler. Die Geschichte hat sich immer weiter entwickelt.
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
Wie lang habt Ihr denn insgesamt gedreht?
Joost Renders:
Praktisch die ganze Berlinale-Dauer ab dem 2.Tag und auch danach noch einzelne Szenen - der Film ist ja auch 66 Minuten lang geworden.
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
War es schwer, spontan auf der Strasse zu drehen.
Joost Renders:
Wir brauchten als “privates Set” natürlich keine Drehgenehmigung - man darf aber nicht an privaten Orten drehen ohne vorher zu fragen. Es gibt ja dieses Guerillafilming - 2 berühmte Beispiele sind PI von Darren Aronofsky oder der Erstlingsfilm von Memento-Filmemacher Christopher Nolan, mit dem er Hollywood überzeugte. Muxmäuschenstill ist natürlich auch ein gutes Beispiel für einen frechen, witzigen Film, der spontan produziert wurde - der lief ja auch bei der Berlinale 2004. Und natürlich “Halbe Treppe” von Andreas Dresen. Den haben die ja mit kleinem Team in Frankfurt/Oder improvisiert und der hat bei der Berlinale 2002 einen silbernen Bären bekommen, als wir d gedreht haben, das gab och mal einen Schub. Blair Witch ist vielleicht das prominenteste Beispiel für diese Art des Filmens. Ich finde es halt einfach mit ner guten Idee zu sagen - ey, wir machen einfach - egal, was jemand anderes denkt. Es kommt ja was bei raus und die Spreu von dem Weizen trennt sich dann durch das Resultat - und nicht durch das Aufgebot an Equipment.
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
Wie lange hat die Nachbereitung dann gedauert?
Joost Renders:
Effektiv geht das relativ schnell - man muss halt dranbleiben. Ich denke ca. 2 Monate später hat man ein gutes Ergebnis. Bei einem Kurzfilm sprechen wir sogar von ein paar Tagen - es kommt halt drauf an, wie gut die Sachen ineinander greifen…
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
Was hast Du mit Deinem Film dann gemacht?
Joost Renders:
Auf Festivals geschickt und ihn in sog. Beamerkinos laufen lassen - er lief in Island, Sibirien und Berlin (lacht…)
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
Hat Dir der Dreh irgendwas gebracht?
Joost Renders:
Ja klar! Erstmal ne Menge Erfahrung, ne Menge Spaß und natürlich Know-how. Aber es ist einfach auch ein tolles Gefühl einen eigenen Film gemacht zu haben!
Christian Fenner, BerlinActorsMeeting.com:
Hast Du vor während der Berlinale 2006 wieder zu drehen?
Joost Renders:
Oh Gott (lacht…)! Ne aber ich werde beim Berlin Actors Meeting auftauchen und bin gespannt, was passiert!
Links:
“VIP Lounge” - der Film im Internet:
http://www.stationeast.net/ostbahnhof/media/renders.htm
www.berlinactorsmeeting.com
shoot a spontaneous movie!

















